Segmentberichterstattung na... / 5.2 Kennzahlenanalyse
 

Rz. 131

In den Geschäftsberichten der meisten börsennotierten Unternehmen wird die Segmentberichterstattung durch Kennzahlen, die aus den Segmentangaben abgeleitet werden können, angereichert. Diese erlauben Aussagen über die Rentabilität, die Produktivität, das Wachstum und im Einzelfall die Wertorientierung der einzelnen Unternehmenssegmente. Aufgrund der nur teilweisen Zurechnung des Fremdkapitals der berichtenden Einheit auf die Segmente und mangels Unterteilung des Segmentvermögens nach Gruppen sind aus den Pflichtangaben keine Kennzahlen einer bestandsorientierten Liquiditätsanalyse nach Segmenten ableitbar. In einer operativen Abschlussanalyse stehen somit Rentabilitäts-, Produktivitäts- und Investitions- und Wachstumskennzahlen im Mittelpunkt.

5.2.1 Rentabilitätskennzahlen und Produktivitätskennzahlen

 

Rz. 132

Aus den Angaben für die operativen Segmente können – vorbehaltlich des Umfangs der berichtspflichtigen Daten – grundsätzlich folgende Rentabilitätskennzahlen gebildet werden:

 
Segment-Umsatzrentabilität (in %) = Segmentergebnis × 100
Segmenterlöse
Segment-Gesamtkapitalrentabilität (in %) = Segmentergebnis × 100
Buchwerte des Segmentvermögens
Segment-Beteiligungsrentabilität der Equity-Gesellschaften (in %) = Equity-Ergebnis eines Segments × 100
Equity-Buchwerte eines Segments
Segment-Cashflow-Umsatzverdienstrate (in %) = Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit eines Segments × 100
Gesamtsegmenterlöse
Segment-Cashflow-Gesamtkapitalrentabilität (in %)  Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit eines Segments × 100
Buchwerte des Segmentvermögens
 

Rz. 133

Die Segment-Umsatzrentabilität bildet die Übertragung der Umsatzrendite auf die einzelnen Segmente. Je nach Umfang des Segmentergebnisses hat diese Kennzahl entweder den Charakter einer operativen Umsatzrentabilität (bei Abgrenzung des Segmentergebnisses auf Basis einer EBIT-Ergebnisgröße), einer Umsatzrendite vor Steuern oder auch einer Umsatzrendite nach Steuern.

Der Nenner sollte – unabhängig von der inhaltlichen Definition des Segmentergebnisses – die Gesamtsegmenterlöse (einschließlich der Segmenterlöse gegenüber anderen Segmenten innerhalb der berichtenden Einheit) enthalten, wenn der Zähler das Segmentergebnis auf unkonsolidierter Basis beinhaltet. Sofern nach IFRS 8.25 Satz 2 die intersegmentären Eliminierungen auch auf die Segmente in der internen Finanzberichterstattung heruntergebrochen und dem Management damit intern nur konsolidierte Segmentergebnisse berichtet werden, darf der Nenner in diesem Fall konsequenterweise dann auch nur die Segmenterlöse gegenüber Externen einschließen. Mit dieser Quotientenbildung stehen im Zähler und Nenner damit sachlogisch vergleichbare Größen.

Die inhaltliche Erweiterung der Umsatz- und damit der Segmenterlöse nach § 277 Abs. 1 HGB i. d. F. des BilRUG fördert tendenziell die Aussagekraft der Segment-Umsatzrentabilität, da in die Segmenterlöse grundsätzlich sämtliche Erlöse – auch aus Nebengeschäften oder nicht betriebstypischer Geschäftstätigkeit – eingehen und diesen kongruent auch das hierauf entfallende betriebliche Ergebnis oder das gesamte Periodenergebnis vor oder nach Steuern gegenübergestellt werden. Allerdings handelt es sich hierbei stets um eine auf die gesamte Erlöstätigkeit bezogene Umsatzrendite, die sich damit nicht mehr nur auf das unternehmerische Kerngeschäft bezieht.

 

Rz. 134

Der Quotient aus Segmentergebnis und dem Buchwert des Segmentvermögens stellt eine Gesamtkapitalrentabilität auf Ebene der Segmente dar. Wie bei der Segment-Umsatzrentabilität hat die Segment-Gesamtkapitalrentabilität je nach der Abgrenzung des zugrunde gelegten Segmentergebnisses und des Segmentvermögens einen unterschiedlichen Inhalt bzw. eine unterschiedliche Aussagekraft. Sofern das Betriebsergebnis als relevante zu segmentierende Ergebnisebene gewählt wird und das Segmentvermögen die langfristigen Vermögenswerte (ohne Beteiligungen und Finanzinstrumente), das Vorratsvermögen und die Forderungen, insbesondere die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (ohne Finanzforderungen) umfasst, hat der als Quotient aus dem so abgegrenzten Segmentergebnis und dem Segmentvermögen die Qualität einer operativen Segment-Gesamtkapitalrentabilität vor Steuern.

 

Rz. 135

Da nach DRS 3 auch die Segmentschulden offenzulegen sind, kann im Falle der Offenlegung einer Segmentberichterstattung nach DRS 3 auch eine Segment-Eigenkapitalrendite ermittelt werden. Allerdings ist deren Aussagekraft insbesondere von der Zuordnung der Finanzschulden zu den Segmentschulden abhängig. Im Falle der Einbeziehung von Finanzschulden in die Segmentschulden ist parallel auch das Zinsergebnis in das Segmentergebnis einzubeziehen; somit kann die Segment-Eigenkapitalrendite entweder das Segmentergebnis vor Steuern oder sogar das Segmentergebnis nach Steuern im Verhältnis zum Segmenteigenkapital messen.

Falls die Segmentschulden die Finanzschulden nicht beinhalten, wird das Segmenteigenkapital, welches als Differenz aus Segmentvermögen abzüglich Segmentschulden ermittelt werden könnte, in dieser Berechnung übersc...

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