Predictive Planning im Mitt... / 3.5 Schritt 5: Anwendung in der Planung – ein "How-to" für den Start

Durch die steigende Volatilität gewinnt das Thema "Flexibilisierung der Planung" an Bedeutung. Eine wesentliche Herausforderung des Controllings ist es, dem Management mit geringem Einsatz von Mitteln und einer schnellen Durchlaufzeit aussagekräftige Planzahlen zur Verfügung zu stellen. Unterschiedliche Aspekte der Top-down-Orientierung sind heute die gängigsten fachlichen Ansätze, um die Planung effizienter zu gestalten. Das Ziel ist es, im Durchlauf der Planung durch möglichst wenige Abstimmungsrunden die Effizienz zu steigern.

Folgende Ansätze können dazu beitragen:

  • Die Verteilung von zentral vorbereiteten Werten für die einzelnen Planungsbereiche;
  • das Bereitstellen von Planungsparametern wie Zinssätzen oder Rohstoffpreisen;
  • die Festlegung von Top-down-Vorgaben.

Stochastische und mathematische Verfahren – die zu den Predictive-Planning-Ansätzen zählen – werden dabei maßgeblich zur Erstellung des Forecasts eingesetzt.

Ein stochastischer Prozess ist die mathematische Beschreibung von zeitlich geordneten, zufälligen Vorgängen. Somit bilden Wahrscheinlichkeitsrechnungen in Verbindung mit mathematischen Schätzverfahren (mathematische Statistik) das mathematische Teilgebiet der Stochastik. Stochastische Prozesse und Verfahren werden in der betrieblichen Praxis zu Prognoserechnungen genutzt und setzen bereits bestehendes Datenmaterial als Erhebungsgrundlage voraus.

Da der Forecast als Planungsszenario immer die Ist-Entwicklung und somit reale Zahlenreihen der Vergangenheit enthält, eignet er sich besonders für fortschreibende Planverfahren. Beim Einsatz eines stochastischen Verfahrens ist es zunächst für Controller relevant, das zum Geschäftsmodell des Unternehmens passende Verfahren auszuwählen.

Abb. 5: Beispiel für eine Trendplanung

Folgende Trendverfahren kommen in der betrieblichen Praxis häufig zur Anwendung:

  • Linearer Trend (Regression)
  • Logarithmischer Trend (Regression)
  • Exponentieller Trend (Regression)
  • Geometrischer Trend (Regression)
  • Exponentielle Glättung mit variabler Dynamik
  • 3-fachübergreifendes gleitendes Mittel mit variabler Gewichtung
  • 5-fachübergreifendes gleitendes Mittel mit variabler Gewichtung
  • Fortgeschriebenes arithmetisches Mittel

Geeignete Trendberechnungen für das jeweilige Geschäftsmodell können im Näherungsverfahren ausgewählt werden. Dies bedeutet, es gibt nicht für einen bestimmten Anwendungsfall das konkret zu verwendende stochastische Verfahren. Zur Überprüfung, welches Verfahren zum jeweiligen Planungsmodell des Unternehmens passt, kann folgendermaßen vorgegangen werden:

  1. Zuerst sind Werte auszuwählen, die sich für den Einsatz eines stochastischen Verfahrens eignen. Dies sind in der Regel Positionen mit hohem Standardisierungspotenzial und einem möglichst langen Vergangenheitszeitraum.
  2. Dann kann über den Ist-Datenbestand das Trendverfahren analysiert werden. Empfehlenswert ist eine visuelle Darstellung um "Ausreißer" zu erkennen.
  3. Nun ist das Verfahren auf einen vergangenheitsorientierten Zeitraum anzuwenden. Die auftretende Abweichung zeigt auf, wo das mathematische Verfahren noch justierbar ist.
  4. Schließlich ist das ausgewählte Verfahren auf das Forecasting anzupassen und anwendbar.

Bei der Anwendung der entsprechenden Verfahren auf die Bestandsanalyse und die Berechnung zukünftiger Plan- und Vorschlagswerte erweisen sich im Controlling Standardsoftwarelösungen häufig als zielführend.

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