Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Abgabesatz
  • Voraussetzungen
  • Mindesteinkommen

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Künstlersozialabgabe
Eigener Kontenplan SKR 03
  4391
IKR  
  SKR 04
  6431
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Bank
Eigener Kontenplan SKR 03
  1200
IKR  
2800 SKR 04
  1800
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Die Abgabe an die Künstlersozialkasse wird auf das Konto "Künstlersozialabgabe" 4391 (SKR 03) bzw. 6431 (SKR 04) gebucht. Diese Konten müssen unter dem Konto "Sonstige Abgaben" 4390 (SKR 03) bzw. 6430 (SKR 04) individuell angelegt werden.

Die Gegenbuchung erfolgt auf das Konto "Bank" 1200 (SKR 03) bzw. 1800 (SKR 04).

 
So buchen Sie richtig

Buchungssatz:

Künstlersozialabgabe

an Bank

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Engagement eines Schlagerstars für Tag der offenen Tür

Unternehmer Hans Groß hat anlässlich eines "Tags der offenen Tür" einen Schlagerstar engagiert. Dieser trat 5-mal auf. Hierauf muss Hans Groß eine Abgabe an die Künstlersozialkasse i. H. v. 250 EUR leisten.

Buchungsvorschlag:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
4391/6431 Künstlersozialabgabe 250 1200/1800 Bank 250

3 Wer in die Künstlersozialversicherung aufgenommen werden kann bzw. muss und wer nicht

3.1 Diese Personen sind in der Künstlersozialversicherung pflichtversichert

In der Künstlersozialkasse sind Personen pflichtversichert, die eine

  • künstlerische oder publizistische Tätigkeit
  • selbstständig, hauptberuflich und erwerbsmäßig ausüben und
  • aus ihr Einkünfte i. H. v. mindestens 3.900 EUR jährlich bzw. 325 EUR monatlich erzielen.

Die betreffende Person muss im Wesentlichen im Inland tätig sein und höchstens einen Arbeitnehmer beschäftigen.

 
Praxis-Tipp

Berufsanfänger werden versichert

Berufsanfänger werden in den ersten 3 Jahren ihrer selbstständigen Tätigkeit auch bei einem Einkommen unter der Mindestgrenze von 3.900 EUR in der Künstlersozialkasse versichert.

3.2 Diese Personen werden nicht in der Künstlersozialversicherung versichert

Nicht über die Künstlersozialversicherung versichert ist, wer

  • nicht selbstständig tätig ist,
  • als Künstler oder Publizist mehr als einen Arbeitnehmer beschäftigt, wobei Auszubildende und geringfügig Beschäftigte nicht mitzählen,
  • nicht künstlerisch oder publizistisch tätig ist,
  • bloß vorübergehend, also weniger als 2 Monate oder 50 Arbeitstage im Jahr künstlerisch oder publizistisch tätig ist,
  • die künstlerische oder publizistische Tätigkeit als Hobby betreibt,
  • überwiegend im Ausland tätig ist,
  • die Mindestverdienstgrenze von jährlich 3.900 EUR nicht erreicht (Ausnahme Berufsanfänger),
  • nebenbei aus einer anderen nicht künstlerischen oder selbstständigen Tätigkeit mehr als 4.800 EUR im Jahr verdient, wird zwar renten-, nicht aber kranken- und pflegeversichert,
  • mehr als 31.500 EUR im Jahr verdient oder
  • zu den versicherungsfreien Personen nach den §§ 4 und 5 KSVG gehört.

Zu den nach §§ 4, 5 KSVG versicherungsfreien Personen gehören

  • Wehr- und Zivildienstleistende,
  • in die Handwerkerrolle eingetragene Handwerker und
  • Rentner, die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen.

4 Wer die Künstlersozialabgabe zahlen muss und wer nicht und wie die Abgabe berechnet wird

Die Künstlersozialabgabe dient der Finanzierung der Künstlersozialversicherung. Unternehmen, die Ergebnisse künstlerischer Arbeit wirtschaftlich nutzen, sind abgabepflichtig.

Abgabepflichtig sind alle Unternehmen,

  • die regelmäßig Aufträge an freie Künstler und Publizisten vergeben und
  • das Ergebnis der künstlerischen Darbietungen wirtschaftlich verwerten.

Dabei braucht keine Gewinnerzielungsabsicht vorzuliegen.

Die typischen beitragspflichtigen Unternehmen sind in § 24 Abs. 1 KSVG (Künstlersozialversicherungsgesetz) aufgeführt. Das sind

  • Buch-, Presse- und sonstige Verlage und Presseagenturen sowie Bilderdienste,
  • Theater (ohne Kinos), Orchester, Museen,
  • Theater-, Konzert- und Gastspieldirektionen,
  • Rundfunk und Fernsehen,
  • Hersteller von bespielten Bild- und Tonträgern,
  • Galerien und Kunsthändler,
  • Werbeagenturen,
  • Varieté- und Zirkusunternehmen sowie
  • Ausbildungseinrichtungen für künstlerische und publizistische Tätigkeiten.

Der Abgabepflicht unterliegen außerdem Eigenwerber. Das sind Unternehmen, die Eigenwerbung oder Öffentlichkeitsarbeit betreiben und in diesem Zusammenhang freie Künstler oder Publizisten engagieren.

Hinweis: Nach § 24 KSVG trifft die Abgabepflicht alle Unternehmen, die nicht nur gelegentlich Aufträge an freie Künstler und Publizisten erteilen, wenn sie deren Darbietungen für ihr Unternehmen nutzen, um Einnahmen zu erzielen. Durch den neuen Abs. 3 des § 24 KSVG wird das Merkmal der nur gelegentlichen Auftragserteilung ab dem 1.1.2015 konkretisiert. Danach sind Unternehmen im Bereich der Eigenwerbung und im Bereich der Generalklausel abgabepflichtig, wenn die Summe der gezahlten Entgelte im Kalenderjahr 450 EUR übersteigt. Dabei bezieht sich diese 450-EUR-Grenze nicht auf den einzelnen Auftrag, sondern sie bezieht sich auf die Gesamtheit der Aufträge pro Jahr.

Darüber hinaus greift die sog. Generalklausel, die besagt, dass auch Unternehmen zur Künstlersozialabgabe verpflichtet sind,

  • die zwar nicht zu den typischen Verwertern von Kunst und Publizistik gehören
  • jedoch für unternehmerische Zwecke nicht nur gelegentlich künstlerische und publizistische Werke und Leistungen nutzen und
  • in diesem Zusammenhang Einnahmen erzielen wollen.

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