Konzernabschlussanalyse nac... / 4.2 Aufbereitung der Konzern-Bilanz
 

Rz. 17

Die Konzernbilanz im Konzernabschluss sollte, bevor sinnvolle Kennzahlen im Rahmen der quantitativen Konzernabschlussanalyse ermittelt werden können, aufbereitet werden. Neben den Korrekturen, die für den Einzelabschluss relevant sind, sind vor allem konzernspezifische Korrekturen zu berücksichtigen. Hingewiesen sei an dieser Stelle zusätzlich auf folgende Besonderheiten, welche, falls wesentlich, ebenfalls berücksichtigt werden sollten, da die nachfolgenden Aktiva keinen Vermögenscharakter im eigentlichen Sinne und die Passiva keinen Schuldencharakter im eigentlichen Sinne aufweisen:

  • Nicht beherrschende Anteilewerden bilanzanalytisch als Eigenkapital behandelt, wenn es sich um den Anteil am Kapital oder den Rücklagen sowie um den Anteil am Verlust handelt. Der Anteil am Gewinn hingegen ist bilanzanalytisch als kurzfristiges Fremdkapital zu behandeln, da eine Ausschüttung unterstellt wird.
  • Eine erfolgswirksame Behandlung der Differenzen im Rahmen der Schuldenkonsolidierung führt dazu, dass aktive oder passive Ausgleichsposten im Rahmen eines Teilkonzernabschlusses bilanziert werden. Aktive Ausgleichsposten sollten mit dem Eigenkapital verrechnet und passive Ausgleichsposten vom Fremdkapital ins Eigenkapital umgegliedert werden.
  • Beim nach § 301 Abs. 3 HGB gesondert zwischen Eigen- und Fremdkapital auszuweisenden passivischen Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung ist zu entscheiden, ob dieser dem Eigen- oder Fremdkapital zuzurechnen ist. DRS 23.139 Buchst. a fordert dies bei Aufstellung des Konzernabschlusses zu dokumentieren und DRS 23.209 im Konzernanhang anzugeben.
  • Sollten Gemeinschaftsunternehmen im Konsolidierungskreis sein, sollte berücksichtigt werden, dass entweder Vermögensgegenstände und Schulden nur anteilig (Quotenkonsolidierung nach § 310 HGB) oder sogar nur als Nettoposition (at Equity-Bewertung) als Beteiligungen an assoziierten Unternehmen ausgewiesen sind (§ 312 HGB).

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