Controller-Kompetenzmodell,... / 3.6.2 Beschreibung prozessspezifischer Controller-Kompetenzen

Die detaillierte Kompetenzbeschreibung erfolgt für den Hauptprozess "Projekt- und Investitionscontrolling" am Beispiel der Kompetenz Konzeptionsstärke.

 
Konzeptionsstärke (F/A; Z; S) Fähigkeit, sachlich gut begründete Handlungskonzepte zu entwickeln

Erläuterung:

Konzeptionsstärke kennzeichnet die Fähigkeit, Neues in guter fachlicher Qualität zu entwickeln, fundiert auszuarbeiten und gegen Widerstände in der Praxis umzusetzen. Die Fähigkeit setzt sowohl umfangreiche fachliche und methodische Kompetenzen im Bereich der Neuentwicklung als auch persönliche Eigenschaften wie Willensstärke oder Tatkraft voraus, um die Neuerung erfolgreich zu realisieren.

Kompetenzbegriff:

  • Erarbeitet aufgrund seiner fachlichen und methodischen Kenntnisse systematisch neue Handlungskonzepte und –vorschläge.
  • Verknüpft einzelne Aspekte zu umfassenden, überzeugenden ­Lösungsansätzen und –möglichkeiten.
  • Integriert konstant neue Anregungen in das bestehende ­Controlling-Konzept, um dieses weiterzuentwickeln.

Kompetenzübertreibung:

Versucht im Alleingang, eigene Ideen durchzusetzen.

Legende:

F/A: Mischform von Fach-Kompetenz und Aktivitäts- und Umsetzungskompetenz Z: Output-Kategorie Zukunftsgestaltung S: prozessspezifische Kompetenz

Besondere Relevanz – Hauptprozesse

Strategische Planung, Kosten- und Leistungsrechnung, Projekt- und Investitionscontrolling, Management Reporting, Betriebswirtschaftliche Beratung und Führung, Weiterentwicklung der Organisation, Prozesse, Instrumente & Systeme

Begründung Auswahl – Projekt- und Investitionscontrolling:

Konzeptionsstarke Projekt-Controller können die Anforderungen aus den von ihnen betreuten Bereichen so mit den allgemeinen Planungs- und Steuerungssystemen verbinden, dass daraus unternehmensweit verzahnte Projektsysteme entstehen, die Planung, Ist-Erfassung, Soll-Ist-Vergleich und Erwartungsbetrachtungen abdecken.

Abb. 41a: Konzeptionsstärke als prozessspezifische Controller-Kompetenz – "Projekt- und Investitionscontrolling"

 
Beispiel: Skalierung Konzeptionsstärke (F/A; Z; S) Fähigkeit, sachlich gut begründete Handlungskonzepte zu entwickeln
1 Ist in der Lage, andere bei der Entwicklung neuer Konzepte zu unterstützen.
2 Ist in der Lage, neue Konzepte unter Anleitung Dritter zu erstellen.
3 Erarbeitet aufgrund seiner fachlichen und methodischen Expertise systematisch neue Konzepte und eigenständige Lösungsansätze.
4 Liefert auf Basis seiner Expertise umfassende konzeptionelle Analysen und Interpretationen und zeigt Verbesserungspotenziale auf.
5 Verknüpft einzelne Aspekte zu umfassenden Lösungsansätzen und -möglichkeiten. Integriert konstant neue Anregungen in die bestehenden Konzepte, um diese weiterzuentwickeln.

Abb. 41b: Skalierung der prozessspezifischen Controller-Kompetenz Konzeptionsstärke

Für den Hauptprozess "Projekt- und Investitionscontrolling" ist für Controller das in Abb. 42 dargestellte Controller-Fachwissen essenziell.

 
Know-how-Katalog IGC-Hauptprozess Projekt- und ­Investitionscontrolling
Projekte – Prozess und Instrumente

Prozess des Projektcontrollings

Projektbezogenes Rechnungswesen und Funktionsweise der Projektkostenrechnung

Instrumente der integrierten Projektplanung (Leistungen, Termine, Ressourcen, Kosten)

Projektbezogene Plan-/Soll-Ist-Vergleiche und Erwartungsrechnung

Kenntnisse zur Erstellung und Aufbereitung von projektbezogenen Entscheidungsvorlagen bzw. Business Cases
Investitionen – ­Prozess und ­Instrumente

Prozess der Investitionsplanung, -steuerung und -kontrolle, Kenntnis der Schnittstellen zu verbundenen Prozessen

Investitionsrechnungsverfahren, Berücksichtigung von Unsicherheit und Risiko; Beurteilung von Investitionen unter Nachhaltigkeitsaspekten

Methoden zur Bewertung und Abschreibung von Anlagen

Liquiditätsplanung

Kenntnisse zur Erstellung und Aufbereitung von Entscheidungsvorlagen bzw. Business Cases
Daten

Organisation der laufenden Leistungserfassung in Projekten

Abbildung von Projekten und Investitionen im ERP-System

Datenanalyse: Kenntnisse über verschiedene Analyseinstrumente zur Verdichtung von Daten zu Informationen, wie z. B. die betriebswirtschaftliche Abweichungsanalyse (Kosten vs. Fortschritt)
IT-Werkzeuge

Kenntnisse betreffend ERP-System

Datenbank-Software

Projektmanagement- und -controlling-Software

Programm-Management-Software

Berichts-Software

Tabellenkalkulation

Abb. 42: Prozessspezifisches Fachwissen – "Projekt- und Investitionscontrolling"

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