Checkliste Jahresabschluss ... / 1 Vorbemerkungen zum Arbeiten mit den Checklisten
 

Rz. 1

Die Erstellung eines Jahresabschlusses ist i. d. R. eine sehr komplexe Aufgabe, weil

  • vielfältige handels- und steuerrechtliche Vorschriften zu beachten sind und
  • die im Jahresabschluss abzubildende wirtschaftliche Lage des Unternehmens mit sehr unterschiedlichen und zum Teil gar nicht vorhersehbaren Details berücksichtigt werden muss.

In einer solchen Situation werden durch die Verwendung von Checklisten vor allem eine Systematisierung und eine Beschleunigung der Abschlussarbeiten erreicht.

 

Rz. 2

Die Systematisierung soll bewirken:

  • zweckmäßige zeitliche Reihenfolge der einzelnen Erstellungsarbeiten,
  • Durchführung aller notwendigen Erstellungsarbeiten,
  • Beachtung aller einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen,
  • Ausnutzung aller bilanzpolitischen Gestaltungsmöglichkeiten sowie
  • Schaffung der Voraussetzungen für den Nachvollzug und die Kontrolle der Abschlussarbeiten.
 

Rz. 3

Allein schon die Systematisierung der Abschlussarbeiten hat deren Beschleunigung zur Folge. Darüber hinaus erleichtert die durch Checklisten herbeigeführte Aufteilung der Abschlussarbeiten in Einzelaktivitäten die Delegierung von Aufgaben. Die für den Jahresabschluss Verantwortlichen werden auf diese Weise entlastet und können so die wichtigen Entscheidungen schneller vorbereiten und durchführen.

 

Rz. 4

Unterliegt das Unternehmen der Jahresabschlussprüfung durch externe Prüfer, so dient die planmäßige Verwendung von Checklisten bei der Abschlusserstellung zugleich einem reibungslosen Verlauf der Prüfung. Das wiederum reduziert Prüfungszeit und Prüfungskosten und hilft schließlich, unnötige Aufregungen zu vermeiden.

 

Rz. 5

Die in den Checklisten angesprochenen Vorgänge fallen zwar überwiegend in den Zeitraum nach dem Bilanzstichtag, ein Teil der Planungs- und Vorbereitungsaktivitäten muss jedoch schon vorher erfolgen. Unter diesem Aspekt wäre es deshalb nicht zweckmäßig, die Checklisten erst unmittelbar vor Beginn der eigentlichen Jahresabschlusserstellung zur Hand zu nehmen. Andererseits können die Checklisten durchaus auch punktuell, d. h. nur in Teilbereichen, herangezogen werden.

 

Rz. 6

Antworten auf die in den Bilanz-Checklisten gestellten Fragen sowie weitere Anregungen und Vertiefungen finden Sie im Handbuch der Bilanzierung. Deshalb sind bei den einzelnen "Checks" Verweise auf die einschlägigen Beiträge angegeben. Es sind je Frage die Antworten [ja] und [n. a.] für "nicht anzuwenden" möglich.

 

Rz. 6a

Komplett eingearbeitet mit Anwendungspflicht erstmals für das Geschäftsjahr 2018 wurde die Anpassung insb. des DRS 20 an die CSR-Richtlinienumsetzung mit DRÄS 8. Bei Redaktionsschluss verabschiedet, aber noch nicht vom BMJV bekannt gemacht sind E-DRS 34 "assoziierte Unternehmen" und E-DRS 35 "Anteilsmäßige Konsolidierung", auf die an relevanter Stelle hingewiesen wird. Komplett eingearbeitet wurde DRS 25 "Währungsumrechung im Konzern", der erstmals pflichtgemäß im Geschäftsjahr 2019 für Konzernabschlüsse auf Basis von Empfehlungen zur Konzernrechnungslegung mit der Vermutung der GoB-Einhaltung bei Anwendung zu beachten sind; eine vorzeitige Anwendung wird allerdings vom DRSC empfohlen. Zudem hat das IDW neben anderen Hinweisen und Standards auch den RS HFA 7 n. F. bekannt gegeben, der die handelsrechtliche Rechnungslegung bei Personenunternehmen zum Inhalt hat. Im Bereich der IFRS sind IFRS 9 "Finanzinstrumente" und IFRS 15 "Kundenverträge" seit dem 1.1.2018 anwendungspflichtig.

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