Betriebsprüfung: Soforthelfer / 10.2 Umfang einer Umsatzsteuerprüfung

Bei einer Erstprüfung wird in der Regel Folgendes geprüft:

  • Wurden die Umsätze richtig angemeldet?
  • Wurden die Vorsteuerbeträge in korrekter Höhe geltend gemacht?
  • Gewisse Verfahrensabläufe werden durch den Prüfer nachgeschaut und ggf. erläutert.
  • Eventuell vorhandene Unklarheiten werden beseitigt.
  • Möglicherweise auftretende Fragen können beantwortet werden.

Diese Zeiträume werden geprüft

Umsatzsteuerprüfungen können einzelne Voranmeldungszeiträume (z. B. der Monat oder das Quartal) oder ganze Besteuerungszeiträume umfassen. Im Extremfall können Umsatzsteuerprüfungen bis zu 10 Jahre umfassen. Die Umsatzsteuerprüfung ist an keine festen Prüfungszeiträume wie die Betriebsprüfung (3 Jahre) gebunden.

Wichtige Prüfungsfelder bei innergemeinschaftlichen Tatbeständen

Die innergemeinschaftlichen Tatbestände und Probleme nehmen immer mehr Raum in der Umsatzsteuerprüfung ein. Dabei gilt das Augenmerk des Prüfers folgenden Sachverhalten:

  • Innergemeinschaftliche Lieferungen
  • Innergemeinschaftliche Erwerbe
  • Innergemeinschaftliche Lohnveredelungen
  • Innergemeinschaftliche Versendungsumsätze im Rahmen des § 3c UStG
  • Innergemeinschaftliche Beförderungsleistungen und damit zusammenhängende Vermittlungs- und Beladeleistungen
  • Innergemeinschaftliche Dreiecksgeschäfte
  • Sonstige Leistungen unter Verwendung einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-ldNr.)
  • Die Richtigkeit der vom Geschäftspartner verwendeten USt-ldNr.
 

Praxis-Tipp

Jede neue USt-IdNr. sollte geprüft werden

Die richtige USt-ldNr. Ihrer Geschäftspartner ist wichtig für Sie. Rechnen Sie ohne USt ab und hat Ihr ausländischer Kunde eine falsche USt-ldNr. angegeben, müssen Sie die USt zahlen.

Aus diesem Grund sollte jede neue USt-ldNr. durch eine qualifizierte Anfrage beim Bundeszentralamt für Finanzen daraufhin überprüft werden, ob sie erteilt wurde, gültig ist und vom Geschäftspartner berechtigterweise verwendet wird.

Zu beachten ist immer, dass die innergemeinschaftliche Lieferung durch einen Gelangensnachweis, eine Spediteurbescheinigung oder in anderer geeigneter Form nachgewiesen werden muss. Die in den §§ 17aff UStDV enthaltenen Nachweise sind zwingend zu führen. Bei der Einschaltung von Beauftragten sollte die Beauftragung ebenfalls belegmäßig dokumentiert und zu den Akten genommen werden.

Wichtig ist hierbei auch, dass der inländische Umsatzsteuerprüfer sein Augenmerk auch auf solche Tatbestände legen kann, die für die Umsatzbesteuerung in anderen EU-Staaten wichtig sein können (Kontrollmitteilungen).

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