Bertram/Brinkmann/Kessler/M... / 2.3.2 Outside basis differences
 

Rz. 26

Die Differenz zwischen dem im Konzernabschluss erfassten Vermögen eines TU und dem steuerbilanziellen Wert der vom MU am TU gehaltenen Anteile wird in der internationalen Rechnungslegung als outside basis difference bezeichnet. Durch die Abgrenzung latenter Steuern auf outside basis differences werden steuerliche Wirkungen antizipiert, die in der Zukunft aus der Veräußerung der Anteile oder aus der Ausschüttung von Gewinnen resultieren können.

 

Rz. 27

Der Gesetzgeber stellt durch das BilMoG in § 306 Satz 4 HGB klar, dass latente Steuern auf outside basis differences nicht gebildet werden dürfen. Der diesbezügliche Konzeptionsbruch wird eingeräumt und ist Praktikabilitätserwägungen geschuldet.

 

Rz. 28

Mit Blick auf die Informationsfunktion des Konzernabschlusses und die Regelungen zur internationalen Rechnungslegung mag man das Verbot bedauern. Die vom Gesetzgeber getroffene Kosten-Nutzen-Abwägung ist dennoch zu begrüßen. Insbesondere in mehrstufigen Konzernen verursacht die Ermittlung latenter Steuern auf outside basis differences nicht unerhebliche Schwierigkeiten, ja sie gehört zu den komplexesten Regelungen im Tax Accounting überhaupt. Dies gilt zumindest, wenn man der Auffassung folgt, dass kaskadenartig auf jeder Konzernstufe steuerbilanzieller Beteiligungsansatz und ihm gegenüberstehendes Reinvermögen zu vergleichen wären. Ob die in diesem Falle drohende Mehrfacherfassung latenter Steuern zu einer für den Bilanzadressaten nützlichen Information führt, darf indes bezweifelt werden.

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