Anhang / 5.4.1 Sowohl Aktiva als auch Passiva der Bilanz betreffende Angaben und Erläuterungen

Mitzugehörigkeit

Nach dem Grundsatz der Bilanzklarheit ist ein Vermögensgegenstand oder eine Schuld bei dem Posten des gesetzlichen Gliederungsschemas auszuweisen, zu dem er überwiegend gehört.

Lassen sich Vermögensgegenstände und Schulden mehreren Posten zuordnen, gehören sie also nicht überwiegend zu einem bestimmten Posten, so sind sie unter einem der infrage kommenden Posten auszuweisen.

Wenn es in diesem Fall zur Aufstellung eines klaren und übersichtlichen Jahresabschlusses erforderlich ist, muss außerdem die Mitzugehörigkeit zu anderen Posten

  • entweder bei dem Posten, unter dem der Ausweis erfolgt ist, vermerkt (Davon-Vermerk)
  • oder im Anhang angegeben werden.

     

    Praxis-Beispiel

    Mitzugehörigkeitsvermerk im Anhang

    Unter den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Forderungen gegenüber dem Gesellschafter in Höhe von 1525 TEUR ausgewiesen.

Gesonderter Ausweis von in der Bilanz zusammengefassten Posten

Wurden in der Bilanz zur Vergrößerung der Klarheit der Darstellung mit arabischen Zahlen versehene Posten zusammengefasst, sind sie im Anhang gesondert auszuweisen.

Latente Steuern

Es ist im Anhang anzugeben,

  • auf welchen Differenzen oder steuerlichen Verlustvorträgen die latenten Steuern beruhen und
  • mit welchen Steuersätzen die Bewertung erfolgt ist.

Die Angabe hat unabhängig davon zu erfolgen, ob in der Bilanz latente Steuern ausgewiesen werden oder (nach Saldierung) nicht. Nach einer Saldierung mit passiven latenten Steuern können aktive latente Steuern verbleiben. Ihre Nichtaktivierung kann gewählt werden. Besonders dann ist es erforderlich, im Anhang anzugeben, aufgrund welcher Differenzen oder steuerlichen Verlustvorträge per Saldo ein Ausweis unterbleibt.

Werden latente Steuerschulden in der Bilanz angesetzt, sind im Anhang anzugeben:

  • die latenten Steuersalden am Ende des Geschäftsjahres und
  • die im Laufe des Geschäftsjahres erfolgten Änderungen dieser Salden.

Damit sind künftig auch quantitative Angaben zu den latenten Steuersalden und ihren Bewegungen im Geschäftsjahr anzugeben. Das bedeutet, dass insbesondere anzugeben ist, wie sich die entsprechenden latenten Steuern im Geschäftsjahr abgebaut oder aufgebaut haben. Diese Vorgabe ist auf die angesetzten latenten Steuerschulden begrenzt.

Kleine und mittelgroße Kapital- und KapCo-Gesellschaften brauchen diese Angaben nicht zu machen.

Kleine Kapital- und KapCo-Gesellschaften sind von der Verpflichtung der Abgrenzung latenter Steuern nach § 274 HGB befreit. Sie sind jedoch nicht gehindert, § 274 HGB auf freiwilliger Basis anzuwenden. Machen sie aber von der Befreiungsmöglichkeit Gebrauch, entfallen schon aus diesem Grund für sie die Angabepflichten nach § 285 Nr. 29 HGB. Kleine Kapitalgesellschaften sind von den Erläuterungspflichten des § 285 Nr. 29 und Nr. 30 HGB befreit; dies gilt auch dann, wenn sie freiwillig § 274 HGB anwenden. Mittelgroße Kapitalgesellschaften sind von der Erläuterungspflicht des § 285 Nr. 29 HGB befreit, müssen aber § 285 Nr. 30 HGB. anwenden.

Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte

Im Anhang sind anzugeben:

  • Art und Zweck von nicht in der Bilanz enthaltenen Geschäften und
  • deren Risiken, Vorteile und finanzielle Auswirkungen.

Dies, insoweit die Risiken und Vorteile wesentlich sind und die Offenlegung für die Beurteilung der Finanzlage des Unternehmens erforderlich ist.

Kleine Kapital- und KapCo-Gesellschaften brauchen diese Angaben nicht zu machen.

Mittelgroße Kapital- und KapCo-Gesellschaften brauchen die Risiken und Vorteile nicht darzustellen.

Bewertungseinheiten

Im Anhang sind Angaben zu nach § 254 gebildeten Bewertungseinheiten zu machen.

Verrechnung von Vermögensgegenständen und Schulden

Wenn nach § 246 Abs. 2 Satz 2 Vermögensgegenstände und Schulden verrechnet worden sind, sind die Anschaffungskosten und der beizulegende Zeitwert der verrechneten Vermögensgegenstände, der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden sowie die verrechneten Aufwendungen und Erträge anzugeben. Die grundlegenden Annahmen, die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts mithilfe allgemein anerkannter Bewertungsmethoden zugrunde gelegt wurden, sind anzugeben.,

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Finance Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Finance Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.


Meistgelesene beiträge