25.02.2013 | Top-Thema Homepage und Domain: Was muss im Rechnungswesen beachtet werden

Homepage: Was Sie beachten müssen

Kapitel
Bild: bloomua - Fotolia

Der Erfolg eines Internet-Auftritts hängt wesentlich von der Homepage ab. Dies der Platz, unter welchem man sich im Internet präsentiert.

Eine selbst hergestellte Homepage, auch Website genannt, ist steuerlich sofort abzugsfähig. Nur im Fall der Anschaffung wird sie aktiviert und abgeschrieben. Was Sie bei der Homepage beachten müssen und wo die Grenze zur Domain ist.

Die Kosten bestimmt der Unternehmer
Die Erstellung einer Homepage ist je nach Umfang sehr kostenintensiv. Das Unternehmen entscheidet, ob lediglich die Firma präsentiert oder auch die einzelnen Produkte dargestellt werden. Zudem besteht häufig auch ein Online-Shop. Weiterhin muss das Geld für die online verkauften Produkte eingefordert werden. 

Kostenarten bei der Herstellung der Homepage
Folgende Kosten können für die Entwicklung einer Homepage entstehen:

  • Konzeption der Homepage hinsichtlich Aufbau und Darstellung der einzelnen Seiten. Zudem muss die Website grafisch gestaltet werden, damit sie für den Kunden zum Blickfang wird.
  • Programmierung: Weiterleitung auf den einzelnen Seiten. Bilder und Videoanwendungen müssen eingefügt werden. Die entsprechenden Texte müssen bereitgestellt und übernommen werden.
  • Ein beabsichtigter Internet-Shop muss auf die angebotenen Produkte hinweisen. Die Produkte müssen bebildert und ausgepreist werden. 
  • Software: Für die Erstellung der Homepage und für das Bezahl-System des Internet-Shops.

Unterschiedliche Ansätze im Handels- und Steuerrecht

Handelsrecht: Rechtslage bis 2009

Bis einschließlich 2009 bestand ein Aktivierungsverbot für die ersten drei Kostenarten. Nur die benötigten Software-Produkte mussten aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden.

Geänderte Rechtslage ab 2010 durch BilMoG

Durch das BilMoG (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz) hat sich die Rechtslage geändert. Die Homepage ist nun ein immaterielles abnutzbares Wirtschaftsgut geworden. Eine Aktivierung kann mit (nicht allen) Herstellungskosten erfolgen (§ 248 Abs. 2 HGB). Es besteht ein Wahlrecht. Die Abschreibung erfolgt über den Nutzungszeitraum, den der Unternehmer bestimmt.

Für die Konzeption der Website und die Programmierung bleibt es nach wie vor bei einem Aktivierungsverbot.

Der Internet-Shop kann aktiviert werden, da hier die Merkmale für ein Wirtschaftsgut vorliegen: Nutzenwert, Greifbarkeit, Übertragbarkeit und selbständige Bewertbarkeit (BFH, Urteil vom 19.10.2006, III R 6/05, BStBl II 2007 S. 301).

Die Software-Produkte können nur entgeltlich erworben werden. Aus diesem Grund müssen diese nach wie vor (auch ab 2010) aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden.

Steuerrecht

Das Steuerrecht schließt die Aktivierung von Wirtschaftsgütern aus, soweit sie nicht entgeltlich erworben wurden. Hiervon sind aber lediglich die Herstellungskosten betroffen.

Von den oben genannten Kostenarten müssen lediglich die Anschaffungskosten für die Software-Produkte aktiviert werden, da nur diese entgeltlich erworben werden. Die Abschreibung erfolgt über die Nutzungsdauer.

Fehlende Aktivierungspflicht = Betriebsausgaben

Schreibt das Gesetz vor, dass Wirtschaftsgüter nicht aktiviert werden können, sind die gesamten Kosten sofort und in voller Höhe als Betriebsausgaben abzugsfähig. Diese mindern in erster Linie den Gewinn und damit die Einkommen- und Körperschaftsteuer und zusätzlich noch die Gewerbesteuer.

Schlagworte zum Thema:  Erfolg, Handelsrecht, Homepage, Steuerrecht, Website, Kosten, Domain, Abschreibung

Aktuell

Meistgelesen