Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / IV. Bilanzierung von Sachanlagen

1. Ansatz

 

Tz. 21

Stand: EL 35 – ET: 6/2018

 
  IFRS HGB IFRS für KMU
Grundsatz

Aktivierungspflicht, soweit die definitorischen Voraussetzungen eines Vermögenswerts vorliegen u. die Ansatzkriterien erfüllt sind:

  • Materielle Vermögenswerte in der Verfügungsmacht des Unternehmens
  • Zur Herstellung/Lieferung von Gütern/Dienstleistungen, Vermietung an Dritte u. Verwaltungszwecke
  • Nutzung länger als eine Periode
  • Künftiger wirtschaftlicher Nutzen
  • AHK verlässlich bestimmbar (IAS 16.6f.)

Zur Bilanzierung von gemeinschaftlich geführten Vermögenswerten vgl. IFRS 11

Interpretation des IFRIC:

IFRIC 18 Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden

Aktivierungspflicht

(jedoch Verzicht auf den Ansatz von Vermögensgegenständen mit AHK unter 250 EUR analog Steuerrecht aus Wesentlichkeitsüberlegungen) (§§ 246 Abs. 1, 298 Abs. 1 HGB, GoB, § 6 Abs. 2 EStG)

Stellungnahmen des IDW:

  • Bewertung von Immobilien des Anlageverögens in der Handelsbilanz, vgl. IDW RS IFA 2;
  • Abgrenzung von Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten bei Gebäuden, vgl. IDW RS IFA 1

Aktivierungspflicht, soweit die definitorischen Voraussetzungen eines Vermögenswerts vorliegen u. die Ansatzkriterien erfüllt sind:

  • Materielle Vermögenswerte in der Verfügungsmacht des Unternehmens
  • Zur Herstellung/Lieferung von Gütern/Dienstleistungen, Vermietung an Dritte u. Verwaltungszwecke
  • Nutzung länger als eine Periode
  • Künftiger wirtschaftlicher Nutzen
  • AHK verlässlich bestimmbar (sec. 17.4, Glossary of terms)
Zur Bilanzierung von gemeinschaftlich geführten Vermögenswerten vgl. sec. 15
Spezialvorschriften

Spezialvorschriften bestehen für

  • Vermögenswerte aus Exploration u. Evaluierung (IFRS 6)
  • Sachanlagen, die als zur Veräußerung klassifiziert wurden (IFRS 5)
  • Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (IAS 40)
  • Biologische Vermögenswerte, die mit landwirtschaftlicher Tätigkeit im Zusammenhang stehen (IAS 41)
Keine
  • Biologische Vermögenswerte, die mit landwirtschaftlicher Tätigkeit im Zusammenhang stehen

    (sec. 34.2–34.10)

2. Zugangsbewertung

 

Tz. 22

Stand: EL 35 – ET: 6/2018

 
  IFRS HGB IFRS für KMU
Wertansatz AHK; in diese sind die Kosten für Abbruch, Abraumbeseitigung u. Wiederherstellung des Standortes einzubeziehen (IAS 16.15ff.)

AHK

(§§ 253 Abs. 1 Satz 1, 298 Abs. 1 HGB)
AHK; in diese sind die Kosten für Abbruch, Abraumbeseitigung u. Wiederherstellung des Standortes einzubeziehen (sec. 17.9ff.)

3. Folgebewertung

 

Tz. 23

Stand: EL 35 – ET: 6/2018

 
  IFRS HGB IFRS für KMU
Grundsatz

Anwendung des AK- oder des Neubewertungsmodells (IAS 16.29)

Interpretation des IFRIC:

Zur Bewertung infolge von Änderungen bestehender Rückstellungen für Entsorgungs-, Wiederherstellungs- u. ähnliche Verpflichtungen vgl. IFRIC 1

Fortgeführte AHK (§§ 253 Abs. 1 Satz 1, 298 Abs. 1 HGB)

Auf den Spezialfall einer Bewertungseinheit nach § 254 HGB wird nachfolgend nicht eingegangen; hierzu vgl. Tz. 59 ff.
Anwendung des AK-Modells oder Neubewertungsmodells (sec. 17.15)

Wertansatz

  • Bei Anwendung des AK-Modells
  • Fortgeführte AHK (IAS 16.30)
  • Festwertverfahren, Gruppenbewertung auf Grundlage von Wesentlichkeitsüberlegungen grds. zulässig
  • Übernahme der steuerlichen ­Bilanzierung für geringwertige Wirtschaftsgüter möglich, sofern der Sammelposten unwesentlich ist (hA, CF.2.11, IAS 16.9)
  • Fortgeführte AHK
  • Gemildertes Niederstwertprinzip
  • Festwertverfahren, Gruppenbewertung zulässig, sofern Voraussetzungen erfüllt sind
  • Übernahme des steuerlichen Sammelpostens für geringwertige Wirtschaftsgüter mit AHK zwischen 250 EUR u. 1.000 EUR zulässig, sofern ­hieraus keine wesentliche Ab­weichung zum handelsrechtlichen Wertansatz oder bei ­Unwesentlichkeit des Sammelpostens

    (§§ 240 Abs. 3 u. 4, 253 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3, 256 Satz 2, 298 Abs. 1 HGB, GoB, § 6 Abs. 2a EStG)

  • Fortgeführte AHK

(sec. 17.15)

  • Festwertverfahren, Gruppenbewertung auf Grundlage von Wesentlichkeitsüberlegungen grds. zulässig
  • Übernahme der steuerlichen Bilanzierung für geringwertige Wirtschaftsgüter möglich, sofern der Sammelposten unwesentlich ist (sec. 2.6)

Wertansatz

  • Bei Anwendung des Neubewertungsmodells
  • Voraussetzung: Verlässliche Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts
  • Anwendung auf die gesamte Gruppe
  • Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
  • Grds. Erfassung von Wertsteigerungen (Wertminderungen) im sonstigen Ergebnis, unter Berücksichtigung der Historie
  • Häufigkeit der Neubewertung ist abhängig vom Ausmaß der Schwankung des beizulegenden Zeitwerts
  • Gruppenbewertung grds. zulässig, sofern Voraussetzungen erfüllt

(hA, CF.2.11, IAS 16.9)

  • Anwendung parallel zur planmäßigen Abschr.
  • Ausbuchung der Neubewertungsrücklage über Gewinnrücklagen bei Abgang des Vermögenswerts oder partiell bereits früher; erfolgswirksame Ausbuchung (Recycling) unzulässig (IAS 16.31ff.)

Unzulässig

(§§ 253 Abs. 1 Satz 1, 298 Abs. 1 HGB)
  • Voraussetzung: Verlässliche Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts (sec. 17.15B)
  • Anwendung auf die gesamte Gruppe
  • Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
  • Grds. Erfassung von Wertsteigerungen (Wertminderungen) im sonstigen Ergebnis (sec. 17.15C–17.15D)
Planmäßige Abschreibung
  • Alle Vermögenswerte
  • Komponentenansatz (separate Absch...

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