21.05.2012 | Praxisbeispiel:

So gelingt eine Unternehmensintegration

Bild: Haufe Online Redaktion

Die Beteiligten der kanadischen Husky Group und des österreichischen Familienbetriebes KTW meisterten den gemeinsamen Integrationsprozess nach der Fusion von KTW in die Husky Group.

Der Fall: die kanadische Husky Group übernimmt das österreichische Familienunternehmen KTW

Das kanadische Unternehmen Husky Injection Molding Systems Ltd., ein führender Systemanbieter für Spritzgussindustrie, hat sich mitten in der Finanzkrise dazu entschlossen, den traditionsreichen Werkzeughersteller KTW Kunststofftechnik Waidhofen a.d. Thaya GmbH zu übernehmen. Diese Entscheidung war für die Beteiligten keine Überraschung, sondern eine logische Weiterentwicklung der erfolgreichen 14-jährigen Geschäftsbeziehung der beiden Unternehmen. Der Zusammenschluss beider Unternehmen folgte damit u.a. den Kundenbedürfnissen nach hochwertigen, integrierten Lösungen. 

Zu den Erfolgsfaktoren dieser Transaktion zählen vor allem der günstige Zeitpunkt, die Auswahl des Übernahmekandidaten sowie die rechtzeitige Platzierung von Strategie- und Integrationsaspekten. Die Husky Group versprach sich Synergieeffekte durch die Erweiterung der Dienstleistungs- und Produktpalette sowie durch die Nutzung des weltweiten Vertriebsnetzes.

Herausforderung: Unterschiedliche Unternehmenskulturen zusammenbringen

Die besondere Herausforderung bestand darin, den Familienbetrieb KTW in einen internationalen Konzern zu integrieren. Dabei sollte kein wichtiges Know-How der Mitarbeiter verloren gehen und das laufende Geschäft nicht gefährdet werden. Grundlage dafür war es, jeden Mitarbeiter, insbesondere die Führungsmannschaft, von der strategischen Stoßrichtung zu überzeugen. Auf dieser Basis gilt es, entschlossen und zügig zu handeln und Maßnahmen zur Umsetzung einzuleiten.

Die Integration systematisch planen und durchführen

Das zügige Handeln erforderte eine intensive Prüfung der Synergiepotenziale. Danach wurden folgende Ziele definiert: 

  • Wissens- und Leistungsträger sollten für die neue Marschroute begeistert und in der Organisation gehalten werden.
  • Der Wissensaustausch sollte gefördert werden, und zwar sowohl abteilungsübergreifend als auch unternehmensübergreifend.
  • Durch die Verbesserung des Produktangebotes sollte der Umsatz gesteigert werden.
  • Die Rechnungslegung sollte den US-GAAP-Regelungen angepasst werden.
  • Kosteneinsparungen galt es zu generieren, z.B. durch Bündelung des Einkaufsvolumens.
  • Die Unternehmenskulturen sollten einander geöffnet und angeglichen werden.

Um diese Aufgabenpakete zu meistern, ist ein stringentes Projektmanagement des Integrationsprozesses notwendig. Zu planen sind die einzelnen Arbeitsstränge, das Integrationsteam ist zu schulen und ein regelmäßiges Monitoring ist aufzusetzen.

Erfolge ernten

Die detaillierten Synergieanalysen- und -berechnungen gehören zu den Erfolgsfaktoren dieses Praxisbeispiels, ebenso wie die straffe und offen kommunizierte Projektabwicklung. Denn nicht viele Unternehmen investieren derart viel Zeit und Mühe in die Analyse und Abwicklung. Eine derartige Nachlässigkeit kann jedoch schnell den Erfolg der Integration gefährden. 

Grundlagen

Das Praxisbeispiel beschreibt den „echten“ Fall einer Unternehmensübernahme und -integration. Die Informationen stammen aus 2011 und wurden aus zwei Quellen zusammengetragen. Zu den Quellen zählt der Beitrag „KPMG berät kanadische Husky Group bei der transatlantischen Integration des Familienbetriebes KTW“. Den Beitrag können Sie hier aufrufen.

Die zweite Quelle ist eine Pressemitteilung der Husky Group vom 10.03.2011 mit dem Titel „Husky übernimmt KTW, einen der führenden Anbieter für Verschlusskappen“. Interessierte finden den Beitrag auf der Homepage des Unternehmens

Schlagworte zum Thema:  Integration, Fusion, Unternehmensorganisation, Organisation, Unternehmenskultur

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