Parallelprozess von ESG Performance Management vermeiden
Sartorius hat ein integriertes ESG Performance Management entwickelt, das ökologische, soziale und ökonomische Aspekte systematisch in die Unternehmenssteuerung einbindet. Ziel ist es, Nachhaltigkeit nicht als parallelen Prozess, sondern als festen Bestandteil der Performance-Steuerung zu etablieren (s. Abb. 1). Für externe Berichte, z. B. nach CSRD, sind dabei die internen Strukturen führend. Auf dem 50. Congress der Controller überreichten Dr. Reinhold Mayer, Vorsitzender der Péter-Horváth-Stiftung, und Matthias von Daacke, Vorstandsvorsitzender des ICV, den Preis an Peer Brauer, Head of Finance & Controlling.
5 Faktoren schaffen Mehrwert für Sartorius
Im Zentrum steht ein KPI-Framework, das zentrale Steuerungsgrößen wie Treibhausgasemissionen, Produktnachhaltigkeit und Mitarbeiterengagement umfasst. Diese Kennzahlen werden entlang der Organisation kaskadiert, Verantwortlichkeiten zugewiesen und in bestehende Prozesse wie Planung, Reporting und Investitionsentscheidungen integriert.
Den Mehrwert für Sartorius sieht Brauer in folgenden Punkten (S. Abb. 2)
- Verbesserte Ausrichtung an der Strategie
- Verbesserte Transparenz und Zurechenbarkeit
- Bessere Datenqualität für die Entscheidungsfindung
- Performance-Optimierung
- Verbessertes Risikomanagement
Bildung einer Joint Force: Nachhaltigkeitsbereich und Finance & Controlling kooperieren
Das Modell basiert auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Sustainability, Finance & Controlling sowie den operativen Funktionen. Während die Nachhaltigkeitsfunktion die inhaltliche Ausgestaltung verantwortet, übernimmt Finance & Controlling die Integration in Steuerungsprozesse, Datenstrukturen und Reporting.
Indem Sartorius KPIs gezielt mit konkreten Maßnahmen verknüpft und auf einer einheitlichen Datenbasis zusammengeführt, entsteht Transparenz und eine aktive Steuerung der ESG-Performance. Gleichzeitig erfüllt der Ansatz regulatorische Anforderungen und optimiert Entscheidungsprozesse durch eine verbesserter Datenqualität und Vergleichbarkeit.
Kriterien für die KPI-Auswahl
Im Projekt wurden bisher die erforderlichen KPIs definiert und in die Reportingstrukturen integriert. Bei der Auswahl wurden folgende Kriterien beachtet:
- Bedeutung für die Nachhaltigkeitsstrategie
- Bedeutung für externe Partner wie Ratings oder Banken
- Bedeutung für die Incentivierung
- Mögliche Zielkonflikte
- Auswirkungen auf Finanzen
- Direkte Beeinflussbarkeit der Kennzahl
- Systembasierte Messbarkeit der Kennzahl
Ausblick und Fazit
In der nächsten Phase werden nun Ziel für die einzelnen KPIs definiert, die Datenerfassung für die KPIs verbessert sowie Zusammenhänge zwischen ESG-Initiativen und Ergebnissen analysiert.
Peer Brauer bilanziert das Projekt in seinem Vortrag: „Unser ESG Performance Management zeigt, dass etablierte Finanzprozesse eine belastbare Grundlage für die Steuerung nicht‑finanzieller Performance sein können. Entscheidend für den Erfolg ist dabei eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit über Funktionen hinweg.“