Inside Controlling mit Daniel Britschgi

Mein Schoggijob im Controlling – zwischen Zahlen, Zielen & Genuss

Daniel Britschgi, Leiter Controlling, Lindt & Sprüngli (Schweiz) AG, stellt sich Fragen von Prof. Ulrich Egle und Prof. Imke Keimer zu seiner persönlichen Entwicklung im Controlling und gibt seine Erfahrungen und Erkenntnisse weiter.

Britschgi, Daniel

Daniel Britschgi - der Hintergrund

I don’t have dreams, I have goals

  • Branche: Lebensmittel, Konsumgüter
  • Anzahl Mitarbeitende: ca. 1.000 – konzernweit über 14.000 Mitarbeitende
  • Unternehmensstandort: Kilchberg, Zürich
  • Im Controlling tätig seit: 2001, bei Lindt seit 2015
  • Schwerpunkte: Profitabilität, Antizipation, Führung, Ausbildung
  • Hobbies: Familie, Fußball, Reisen

Das Interview

  • Wie bist du ins Controlling gekommen? Nach 8 Jahren im Reise­büro hatte ich Mitte Zwanzig einfach Lust auf Neues – irgendetwas mit Zahlen war mir damals wichtig.
  • Was begeistert dich an deiner Arbeit im Controlling? Die Möglichkeit, entlang der ganzen Wertschöpfungskette zu optimieren – und sowohl im strategischen «Big Picture» bis zu kleinen operativen Details mitzuwirken.
  • Woran arbeitest du gerade besonders intensiv? Im Fokus steht die Sicherung der Profitabilität: Kostendisziplin, Preisanpassungen, Effizienzgewinne. Dazu gilt es, unser Team und das Unternehmen fit zu machen für die bevorstehende Transformation (SAP HANA), mittels der richtigen KI-Anwendungen den Alltag zu optimieren und unsere Talente weiterzuentwickeln.
  • Welche Kompetenzen werden im Controlling zunehmend wichtig? Emotionale Intelligenz, Denken in Szenarien, Agilität, Kommunikation.
  • Wie beeinflussen die Unternehmenswerte das Controlling-Mindset? Stark – wir haben sie in unsere eigene Controlling-Team-Vision integriert, v.a. Exzellenz und Zusammenarbeit sind für uns von zentraler Bedeutung.
  • Premium-Schokolade verlangt Premium-Controlling. Was zeichnet euer Controlling aus? Unser Anspruch an uns selbst ist, dass wir als High Performance-Team wahrgenommen werden und unsere Dienstleistungen von höchster Qualität und Professionalität sind.
  • Welche Situationen haben dich und dein Team in den letzten Jahren besonders gefordert – und was habt ihr daraus gelernt? Die Covid-Zeit war für uns sicher die herausforderndste Situation – persönlich wie beruflich. Wir haben unter Druck viel Resilienz und Kampfgeist bewiesen und sind seither nicht nur erfahrener, sondern auch flexibler geworden.
  • Hast du als Leiter Controlling bei Lindt eine besondere Beziehung zu Schokolade? Oh ja, absolut!!! Das tägliche Naschen ist unverzichtbar – und ich liebe es, die vielen Lindt-Fans in meinem Umfeld immer wieder zu überraschen.
  • Muss ein Maître Chocolatier auch ein guter Controller sein? Vielleicht im weitesten Sinne. Aber am Ende bin ich nicht unglücklich, wenn unsere genialen Maître bei der Entwicklung neuer Choco­ladekreationen bleiben und wir sie in finanziellen Belangen unterstützen und nicht umgekehrt :-).

Kurz gefragt: Was ist für Dich …

  • … die wichtigste KPI? Net income.
  • … das wertvollste Controlling-Tool? Totgesagte leben länger: Excel still alive in 2026 – zunehmend in Ergänzung mit verschiedenen Applikationen.
  • … das Thema, das im Controlling zu kurz kommt? Es kommt vielleicht nicht zu kurz, aber die Kommunikation wird gerne unterschätzt.
  • … das wichtigste Learning in Deiner Controlling-Laufbahn? Lieber ungefähr richtig als genau falsch.

Mein Tipp für den Berufseinstieg ins Controlling

Zahlenaffinität, Interesse und Neugier sind entscheidend. Intrinsische Motivation und Leidenschaft ermöglichen überdurchschnitt­liche Performance. Wähle ein Umfeld, das Mitarbeitende zur Entwicklung eigener Lösungen ermutigt.

Der Beitrag erschien erstmals in Controller Magazin Ausgabe März 2026.


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