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Nachhaltigkeitsmanagement trotz Eurokrise hoch im Kurs

Bild: eigene Darstellung in Anlehnung an Kienbaum (2013), „Nachhaltigkeit 2012/2013“.

Nachhaltigkeit gehört seit längerem nicht mehr zu den Modethemen. Dennoch setzen Unternehmen auf ganz unterschiedliche Strategien, um das Thema anzugehen. Eine aktuelle Studie von Kienbaum Consultants unterscheidet in Vorreiter und Mitläufer.

Deutsche Unternehmen gehen Nachhaltigkeitsmanagement „nachhaltig“ an
Trotz der eher negativen wirtschaftlichen Signale durch die Euro-Schuldenkrise setzen viele deutsche Unternehmen auf das Thema Nachhaltigkeit. Mehr als die Hälfte der Befragten hat bereits in den vergangenen drei Jahren mehr in Nachhaltigkeitsmanagement investiert. 60 % wollen dies auch in Zukunft tun. Dass sich das Thema Nachhaltigkeit organisatorisch in vielen Unternehmen verankert hat, zeigen die Mitarbeiterzahlen in diesem Bereich: Durchschnittlich sieben Vollzeitkräfte sind für das Thema verantwortlich.

Auch die Einstellung zu nachhaltigem Wirtschaften hat sich geändert. Nachhaltigkeitsmanagement gilt nicht mehr nur als Marketing- oder Modethema. Durch ihre nachhaltigen Aktivitäten erwarten die Unternehmen konkret eine langfristige Steigerung des Unternehmenswertes.

Zwei Typen nachhaltiger Unternehmen: Vorreiter und Mitläufer
Bei 83 % der befragten Unternehmen steht das Thema Nachhaltigkeit oben auf der Agenda. Der Umfang nachhaltiger Aktivitäten unterscheidet sich jedoch durchaus. Dabei lassen sich grob zwei Arten an Unternehmen unterscheiden (s. Tab. 1):

  • Zum einen gibt es mit 42 % der Befragten Vorreiter-Unternehmen, die Nachhaltigkeitsmanagement fest in ihr Geschäftsmodell integriert haben. Sie wollen sich als Benchmark in ihrer Branche positionieren und dieses Image für ihre Markenkommunikation nutzen.
  • Zum anderen gibt es mit 41 % der Befragten eine Gruppe, die eher als Mitläufer bezeichnet werden kann. Sie setzen punktuell auf nachhaltige Aktivitäten, je nachdem ob es gerade relevant ist. Eine Vorreiterrolle beim Nachhaltigkeitsmanagement streben diese Unternehmen zwar nicht an, nutzen das positive Image aber durchaus.
Zwei Unternehmenstypen beim Nachhaltigkeitsmanagement
VorreiterMitläufer
Benchmark der Industrie mit organisatorischer Verankerung und strategischer Ausrichtung des NachhaltigkeitsmanagementsPunktueller Einsatz des Nachhaltigkeitsmanagements u.a. für Markenkommunikation; geringerer Professionalisierungsgrad.

Tab. 1: Vorgehen beim Nachhaltigkeitsmanagement – Unternehmenstypen. Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Kienbaum (2013), „Nachhaltigkeit 2012/2013“.

Vorreiter sind selbstkritischer
Der Aufwand, den Unternehmen zur Verbesserung des Nachhaltigkeitsmanagements einsetzen, spiegelt den Unterschied zwischen Vorreitern und Mitläufern wieder. Die Vorreiter

  • richten ihr Nachhaltigkeitsmanagement strategisch aus,
  • treten regelmäßig in den Dialog mit Stakeholdern und
  • betreiben ein professionelles Medienscreening.

Andere Firmen nutzen diese Möglichkeiten deutlich seltener.

Auch bei der Schwachstellenanalyse gehen die Vorreiter mit gutem Beispiel voran. Sie haben interne Prozesse implementiert, um Verbesserungsmöglichkeiten ihres Nachhaltigkeitsmanagements zu identifizieren. Bei den Mitläufern machen dies weniger als die Hälfte.

Trotz aller Bemühungen bleibt festzustellen, dass viele Nachhaltigkeitsmaßnahmen in der Praxis nicht erfolgreich sind oder zumindest nicht umfassend implementiert sind. Ein zentraler Grund dafür ist die mangelnde Unterstützung der Gesamtorganisation. Denn die Personalabteilung wird bei nachhaltigen Aktivitäten noch zu selten eingespannt.

Grundlagen
Der Beitrag beruht auf der Studie „Nachhaltigkeit 2012/2013: Strategie, Organisation und Umsetzung“ von der Unternehmensberatung Kienbaum Consultants. Rund 100 deutschsprachige Unternehmen nahmen an der Umfrage teil.

Schlagworte zum Thema:  Nachhaltigkeitscontrolling, Nachhaltigkeit, Strategie, Green Controlling

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