Um wettbewerbsfähig zu bleiben, nutzen Unternehmen verstärkt Kooperationen, Netzwerke und Plattformen im Innovationsprozess. Eine Studie der EBS Universität untersuchte dazu den Status Quo von Open Innovation in Deutschland. Prof. Diane Robers stellte erste Ansätze vor, um den Wertbeitrag von Open Innovation mit Kennzahlen zu messen.

Innovationsdruck führt zu neuen Allianzen

Der Innovationsdruck auf Unternehmen wird immer höher. Zwar sind Open Innovation-Ansätze nicht neu, aber gerade derzeit steigt die Bedeutung von Kooperationen, Netzwerken, Plattformen und offenen Innovationsprozessen stark an. Firmen sind gezwungen sich für externe Impulse zu öffnen. Das Integrieren von intern nicht vorhandenen Kompetenzen sowie eine höhere Kundenzufriedenheit stehen dabei im Vordergrund.

Open Innovation in der Unternehmenspraxis bereits fest etabliert

Eine Studie der EBS Universität untersuchte den Status Quo von Open Innovation in Deutschland. Am häufigsten findet dieser Ansatz in den frühen Phasen des Innovationsprozesses Anwendung. Sobald die Gefahr eines entgangenen Geschäfts oder Know-how-Verlustes zu groß wird, verschließen sich die Unternehmen wieder. Diese Verlustängste kann man auch an dem Umstand erkennen, dass Kooperationen mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen am häufigsten eingegangen werden. Kunden und Lieferanten folgen erst auf den weiteren Plätzen.

Zwar sind die Kosten für den Open Innovation-Prozess hoch, allerdings ist die Steigerung der Geschwindigkeit und der daraus resultierende Wettbewerbsvorteil für die Unternehmen deutlich wichtiger.

Als anregendes Beispiel nannte Prof. Robers Tesla. Das Unternehmen stellte die eigenen Patente unentgeltlich weltweit zur Verfügung, um damit weitere Forschung zu ermöglichen.

Kennzahlen in den einzelnen Wertschöpfungsphasen fehlen noch

Obwohl Open Innovation in der Unternehmenspraxis fest etabliert ist, wird eine systematische Messung des Wertbeitrages in den meisten Unternehmen nicht vorgenommen. Wenn doch, dann werden oft lediglich, um die Umsatzzuwächse der Projekte oder die Anzahl der Teilnehmer bestimmt. Oftmals ist dies allerdings nicht die Schuld der Unternehmen selbst, sondern auf die fehlenden Tools oder passenden Messgrößen zurückzuführen. Zwar gibt es mittlerweile erste Ansätze wie z.B. die Ideencommunity, die Lead User-Methode oder Broadcasting-Plattformen zu steuern sind, doch diese sind nicht besonders ausgereift. In einer Fokusgruppe wurden in Zusammenarbeit der EBS Universität mit Vertretern mehrerer großer Unternehmen Richtungen diskutiert, in denen Kennzahlen für die einzelnen Phasen der Wertschöpfung bestimmt werden sollten. Für die Phase des Processing Systems beispielsweise wären Kennzahlen für das Innovationsportfolio in Richtung des Anteils zur Einbindung von Externen sinnvoll. Für die Phase des Outputs im Innovationssystem sind Kennzahlen für die Aspekte Reputation, Diversität und Ambiguität erforderlich. In einem nächsten Schritt sollen auf Grundlage dieser bisherigen Forschungsstandes praxisrelevante Kennzahlen für eine effektive Erfolgsmessung entwickelt werden.

Abschließend machte Prof. Dr. Robers deutlich, dass Open Innovation durch die Zeitersparnis, die Wissensverknüpfung und den Perspektivwechsel ein Gewinn für jedes Unternehmen sei und deshalb Forschung und Praxis (im Idealfall zusammen) an der Weiterentwicklung geeigneter Kennzahlen arbeiten müssten.

Über die Veranstaltung

Das 3. Forum Innovationssteuerung und -controlling wird von der EBS Executive Education und dem Business-Intelligence-Anbieter cubus veranstaltet. In diesem Jahr fand die Tagung am 16. und 17. Oktober auf Schloss Johannisberg im Rheingau statt. Die Highlights der Veranstaltung stellen wir in einer neuen Serie vor.

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