Bild: Studie „IT-Unterstützung im Kontext von F&E- und Innovationssteuerung & -controlling“, 2017

Die Risiken von Innovationen nehmen zu. Eine aktuelle Studie hat die Herausforderungen und kritischen Phasen der Innovationssteuerung analysiert und dabei auch Instrumente erkannt, die für Abhilfe sorgen können.

Hintergrund: Budgetüberschreitungen, Verzögerungen und Flops vermeiden

Innovationen gehören heute zu den Wachstumstreibern schlechthin und ihre Relevanz ist in Wissenschaft und Praxis unbestritten. Die meisten Innovationen bedeuten aber auch Investitionen und erheblichen Ressourceneinsatz und bergen die Gefahr von Budgetüberschreitungen, Verzögerungen und Flops. Um diese Risiken und Herausforderungen im Innovationsprozess frühzeitig zu erkennen sind eine adäquate F&E- und Innovationssteuerung und ein geeignetes F&E- und Innovationscontrolling unverzichtbar.

In der Innovationspraxis herrscht jedoch häufig Unzufriedenheit im Hinblick auf die Prozessgestaltung und Informationsversorgung. Hinzu kommt in Zeiten der Digitalisierung eine Unsicherheit, wie IT-Systeme aufgebaut sein sollten, um den F&E- und Innovationsprozesse bestmöglich zu unterstützen.

Dieser Problematik habt sich die die Studie „IT-Unterstützung im Kontext von F&E- und Innovationssteuerung & -controlling“ im ersten Halbjahr 2017 angenommen. Dabei wurden insbesondere der Markt und die Nutzung von IT-Systemen im Kontext von F&E- und Innovationssteuerung und des F&E- und Innovationscontrollings untersucht.

Besonders kritisch ist die Produktentwicklungsphase

Insgesamt haben an der Studie 62 verschiedene Unternehmen teilgenommen. Die Befragten sind zum größten Teil dem mittleren Management des F&E- & Innovationsmanagements oder dem Controlling zuzuordnen. Wie von den Studienveranstaltern erwartet, bestätigt die Unternehmenspraxis, dass Ziele und Erwartungen zu Projektzeitplänen und Budgetvorgaben oftmals nicht erreicht werden, insbesondere nicht in der Produktentwicklungsphase.

Es lohnt sich, auch mal die Reißleine zu ziehen

Insgesamt sind Unternehmen mit ihrer Innovationsleistung nur mittelmäßig zufrieden. Am größten ist die Zufriedenheit mit der Innovationsleistung der Unternehmen, die zwischen 20 und 50 F&E- und Innovationsprojekte parallel laufen haben. Somit zeigt sich, dass ein gutes Innovationsportfoliomanagement, das auch einmal Projekte abbricht sich auszahlt. Anders ausgedrückt: Klasse statt Masse!

IT-Nutzer sind mit Innovationsleistung zufriedener

Spannend festzustellen ist, dass Unternehmen, die spezielle IT-Systeme für F&E- und Innovationssteuerung eingeführt haben (z.B. von Anbietern wie Sopheon oder cubus), zufriedener mit ihrer Innovationsperformance sind als Unternehmen, die solche Systeme (noch) nicht im Einsatz haben (s. Abb.).

Befragt man die Teilnehmer nach der aktuellen und zukünftigen Bedeutung der Themen „Innovationsmanagement“, „Innovationssteuerung“ und „IT-Unterstützung im Kontext Innovationssteuerung“, so lässt sich feststellen, dass die zuletzt genannten Themen zwar noch einen niedrigeren Reifegrad haben, der Bedeutungszuwachs in den kommenden Jahren jedoch größer sein wird als beim erstgenannten Thema.

Die Professionalisierung bzgl. IT-Unterstützung im F&E- und Innovationsumfeld nimmt aber bereits heute schon zu. Standard-Lösungen (vor allem aus dem Hause Microsoft), verlieren in diesem Kontext langsam an Bedeutung, die genannten Spezial-Systeme, werden wichtiger – auch für den Mittelstand. Mit einher geht der oftmals beschriebene Trend, dass agile Entwicklungs-Prinzipien branchenunabhängig immer wichtiger werden. Die Entwicklung nach dem V-Modell hat weitestgehend ausgedient.

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3. Forum Innovationssteuerung und -controlling (16./17. Oktober 2017)

Schlagworte zum Thema:  Innovation, Forschung und Entwicklung

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