09.07.2012 | Serie Fachkonferenz Reporting 2012

Integrierte Konzernsteuerung - eine aufwändige, aber lohnende Umstellung für Unternehmen

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Bild: Haufe Online Redaktion

Die praktische Umsetzung einer integrierten Konzernsteuerung bereitet vielen Unternehmen Schwierigkeiten. Bei der 7. Fachkonferenz Reporting stellte André Krauß die besonderen Anforderungen sowie die Erfahrungen bei der Umsetzung bei der TÜV SÜD AG vor.

Integrierte Konzernsteuerung ist im Bereich Controlling eines der wichtigsten Zukunftsthemen für Unternehmen. Wesentlicher Baustein für eine integrierte Konzernsteuerung ist deren Abbildung im Reporting, was letztendlich die Schaffung von neuen Strukturen im gesamten Konzern notwendig macht. Auch deshalb bereitet die praktische Umsetzung einer integrierten Konzernsteuerung vielen Unternehmen Schwierigkeiten. Ein Unternehmen, das eine integrierte Konzernsteuerung bereits umgesetzt hat, ist die TÜV SÜD AG. Bei der 7. Fachkonferenz Reporting von Horváth & Partners präsentierte André Krauß, Leiter Corporate Financial Controlling, die Erfahrungen und Herausforderungen bei der Umsetzung.

Die Implementierung einer integrierten Konzernsteuerung erfordert weitreichende Veränderungen

Auch bei der TÜV SÜD AG war der Aufbau einer integrierten Konzernsteuerung mit vielen Veränderungen im Konzern verbunden. Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung mit dem Ziel, das internationale Wachstum weiter voranzutreiben, fand auch eine Anpassung der Konzernstruktur statt, die wiederum eine veränderte integrierte Konzernsteuerung auslöste. Neue Konzernziele, die die Wert- und Cashflow-Orientierung des Unternehmens stärken sollen, wurden vereinbart und Ziele für die einzelnen Gesellschaften und Divisionen daraus abgeleitet. Zudem musste ein neues Konzept für die strategische und operative Planung, die Erfolgsmessung und das Anreizsystem mit jeweils passenden KPIs für alle bestehenden Konzernebenen, d.h. für den Gesamtkonzern sowie die einzelnen Divisionen, Business Units und Gesellschaften, erstellt werden.

Integriertes Performance-Reporting ist ein wesentliches Element integrierter Konzernsteuerung

Das integrierte Performance-Reporting ist durch die Lieferung von Informationen zur Entscheidungsunterstützung ein zentrales Element der integrierten Konzernsteuerung. Bei der TÜV SÜD AG erhalten Konzernebene, Divisionen/Business Units/Regionen sowie die Gesellschaften nun jeweils unterschiedliche, empfängerspezifische Reports. Während die Konzernebene primär finanzielle KPIs aus allen Divisionen und Regionen sowie für den Gesamtkonzern erhält, enthalten die Reports der einzelnen Divisionen/Business Units/ Regionen jeweils spezifische operative und strategische KPIs. Zudem erhält die Konzernleitung verschiedene externe Indikatoren zur makroökonomischen Lage und zum Wettbewerb. Die externen Indikatoren für die einzelnen Divisionen/Business Units/ Regionen sind jeweil auf deren Bedürfnisse, d.h. bestimmte Branchen, Märkte und die spezifische Wettbewerbssituation zugeschnitten. Außerdem erhalten auch die einzelnen Gesellschaften der TÜV SÜD AG Reports, die sowohl relevante finanzielle als auch nicht-finanzielle KPIs umfassen.

Eine wesentliche Änderung ist auch die Umstellung auf eine monatlich vollkonsolidierte Bilanz, GuV und Cashflow-Rechnung, was durch die Einführung von SAP BCS und die daraus resultierende Prozessautomation ermöglicht wurde. Durch die monatsaktuelle empfängerspezifische Information durch ausgewählte KPIs stehen im Ergebnis diejenigen Informationen bereit, die für die jeweiligen Entscheidungen benötigt werden, ohne die Empfänger mit für sie irrelevanten Informationen zu überfrachten.

Umsetzung eines integrierten Performance-Reportings

Die Einführung eines integrierten Performance-Reportings bringt für Mitarbeiter und Unternehmensführung viele weitreichende Veränderungen mit sich. Bei der TÜV SÜD AG wurden sowohl Aufbauorganisation als auch Planungs-, Berichts- und Entscheidungsprozesse grundlegend verändert und auch das internationale Ausrollen einer Vielzahl von Prozessen bedeutete einen erheblichen Aufwand. Um bei den Mitarbeitern Akzeptanz für die neuen Steuerungsmechanismen und KPI-Ziele zu schaffen, ist es essentiell, dass über die Ebenen hinweg ein klares Commitment zur neuen Unternehmenssteuerung vorhanden ist. Nur so lässt sich erreichen, dass ein wertorientiertes Denken und Handeln in der Kultur aller Unternehmensebenen verankert wird. Bei der TÜV SÜD AG wurden hierzu gezielt Schulungen der Mitarbeiter eingesetzt.

Auch eine erfolgreiche Anpassung der IT-Architektur ist unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Umstellung, da erst eine integrierte Datenhaltung auf Basis einer harmonisierten Rechnungslegung ein ganzheitliches und effizientes Performance-Reporting ermöglicht. So wird bei der TÜV SÜD AG beispielsweise nun SAP BW als einheitliche Datenbasis für das Performance-Reporting verwendet und ein BI-Team sorgt nun für die integrierte Administration von Planungs- und Reportingprozessen und der Softwarelandschaft im Corporate-Controlling. Zudem wurden die SAP-Prozesse durch ein SAP-Customizing-Team weltweit standardisiert.

Nutzen einer integrierten Konzernsteuerung

Bei der TÜV SÜD AG liegen nun über alle Ebenen hinweg integrierte, aktuelle und empfängerspezifische Berichte vor, die auf die neue Organisation abgestimmt sind. Durch das integrierte Performance-Reporting hat sich die Informationstransparenz für das Management wesentlich erhöht, was letztendlich zu fundierteren Entscheidungen führt. Die Steuerung der TÜV SÜD ist zudem nun durchgängig auf Wertorientierung ausgerichtet.

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Schlagworte zum Thema:  Performance, Konzernsteuerung, Reporting, Horváth, Berichtswesen, Controlling

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