"Wir verstehen Compliance als Haltung und nicht als Regelwerk." Das sehen zumindest Manuela Mackert, Chief Compliance Officer und Dr. Thomas Kremer, Vorstand für Datenschutz, Recht und Compliance so. Ob das die Mitarbeiter der Deutschen Telekom auch so sehen, soll durch ein externes Experten-Gremium überprüft werden.

Welche Motivation hinter der Überprüfung der gelebten Unternehmenskultur steckt, erklären die beiden Compliance-Verantwortlichen im Interview mit dem JUVE Verlag.

Compliance als Haltung - Unternehmenskultur bei der Deutschen Telekom?

"Wir haben ein gut funktionierendes Compliance-Management-System aufgebaut, um Fehlverhalten möglichst zu vermeiden. Jetzt gehen wir aber einen Schritt weiter: Wir wollen wissen, ob die Mitarbeiter Fehlverhalten wirklich offen ansprechen können. Das ist eine Kulturfrage", betont Kremer. Das soll durch eine Befragung durch unabhängige und externe Experten herausgefunden werden.

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Kann Unternehmenskultur verändert werden?

Was passiert mit den Ergebnissen, die Mitte nächsten Jahres vorliegen sollen? Oder anders gefragt, was wenn die Unternehmenskultur im Hinblich auf Compliance verändert werden müsste? "Wenn das erforderlich sein sollte, werden wir das tun. Dabei sind wir uns voll im Klaren darüber, dass es für Kulturveränderungen Ausdauer braucht" verspricht Mackert im Compliance-Interview: „Wir wollen Standards setzen und Transparenz beweisen“ auf JUVE online.

Compliance ist mehr als Regeln einhalten

Unternehmen, für die Compliance nicht mehr heißt als "Einhaltung von Gesetzen und der unternehmensinternen Regeln", werden nicht von Skandalen bewahrt bleiben. Rechtsanwältin Kathrin Niewiarra bringt's im Interview auf ZEIT online auf den Punkt: Es braucht die "moralische Dimension".