| Tödliche Gefahr

Abgase von Baumaschinen

Für eine Vergiftungsgefahr reichen auch schon weniger Abgase.
Bild: Haufe Online Redaktion

Aus dem Fernsehkrimi kennt man die Szene: In einer Garage wird ein Toter gefunden. Der Motor seines Autos läuft, das Garagentor war geschlossen. Gestorben ist er an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Diese Vergiftungsgefahr droht auch bei Baumaschinen, v. a. wenn sie in geschlossenen Räumen oder tiefen Gräben eingesetzt werden.

Der BG BAU sind aus dem Jahr 2013 insgesamt 15 Fälle bekannt, bei denen allein durch benzinbetriebene Maschinen Personen schwere Vergiftungen erlitten haben. 4 davon sind an der Kohlenmonoxidvergiftung gestorben.

Lungenkrebs durch Dieselruß

Die Gefahr durch Ruß von dieselbetriebenen Maschinen wirkt sich dagegen erst über Jahre aus. Die Rußpartikel sind so klein, dass sie bis in die Lunge vordringen können. Der Dieselruß kann Lungenkrebs verursachen.

Symptome einer Vergiftung durch Abgase

Wer einer zu hohen Konzentration von Kohlenmonoxid ausgesetzt ist, dem wird es zunächst übel und schwindelig. Und dann heißt es schnell handeln: Der Betroffene muss umgehend an die frische Luft und von einem Notarzt bzw. im Krankenhaus untersucht und behandelt werden.

Ist jemand bereits bewusstlos, ist das Risiko eines tödlichen Ausgangs groß. Gerade bei Arbeiten in Gräben wird oft unterschätzt, dass der Austausch zwischen Frischluft von oben und den Abgasen unten nicht ausreichend ist.

Unterweisungsfolien zur Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse finden Sie im Haufe-Foliensatz "Erste Hilfe".

Grenzwerte für benzin- und dieselbetriebene Maschinen

Der Grenzwert für Kohlenmonoxid liegt bei 35 Milligramm je Kubikmeter Luft. Für die krebserzeugende Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die sich in Dieselruß finden, gibt es dagegen keine Arbeitsplatzgrenzwerte. Die BG BAU hält aber nur einen Anteil von höchstens 0,05 Milligramm pro Kubikmeter Luft für noch verträglich.

Gesünder sind Maschinen mit einem Elektromotor

Baumaschinen mit Verbrennungsmotor sind meist Bagger, Steinsägen, Estrichglätter, Trennschleifer, Stampfer oder eine Motorflex. Bei Baumaschinen ist darauf zu achten, dass sie mit Katalystoren bzw. Dieselpartikelfiltern ausgerüstet sind. Umweltfreundlicher sind gasbetriebene Maschinen. Wo es geht, sollten Akku-Maschinen oder solche mit einem Elektromotor eingesetzt werden.

Zuschüsse über die BG BAU möglich

Wer seine Baumaschinen sicherer machen und z. B. mit Katalysatoren nachrüsten will, kann dafür bis zu 250 EUR Zuschuss bekommen. Für einen emissionsarmen Benzinmotor kann es bis zu 500 EUR geben.

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Schlagworte zum Thema:  Bau, Baustelle, Partikel, Emission, Benzin, Diesel, Lüften

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