23.10.2015 | Geschäftsreisen

Für Gesundheitsschutz ist der Arbeitgeber verantwortlich

Geschäftsreise - gut vorbereitet kann's los gehen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Globalisierung bringt es mit sich, dass viele Arbeitnehmer verreisen müssen. Manche sind nur für wenige Tage im Ausland, andere für ein paar Jahre. In allen Fällen ist der Arbeitgeber für den Gesundheitsschutz verantwortlich.

Laut einer Umfrage des TÜV Rheinland fühlt sich über die Hälfte der Arbeitnehmer, die Dienstreisen ins Ausland unternehmen, nicht ausreichend über Gesundheits- und Impfschutz informiert.

Dass dies Sache des Arbeitgebers ist, daran zweifeln die wenigsten. Deshalb wünschen sich auch 92 % der Reisenden, dass der Arbeitgeber für sie entsprechende Informationen bereitstellt.

Geschäftsreisen gut vorbereiten - dabei auch an den Gesundheitsschutz denken

Gerade wenn ein Mitarbeiter das erste Mal ins Ausland geschickt wird, sollte man ausreichend Zeit für die Vorbereitung einplanen. Empfohlen wird eine Vorbereitungszeit von etwa 6 bis 8 Wochen.

In dieser Zeit können die vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen gemacht und der Impfschutz aufgefrischt oder erweitert werden.

Es braucht ein paar Tage, bis sich der Impfschutz aufgebaut hat. Auch lassen sich manche Impfungen nicht miteinander kombinieren, sondern brauchen einen gewissen zeitlichen Abstand, damit der Körper nicht zu sehr belastet bzw. damit die Impfwirkung nicht beeinflusst wird.

Umfassende arbeitsmedizinische Vorsorge vor Entsendung in Länder in Äquatornähe

Besondere klimatische und gesundheitliche Belastungen erwarten die Geschäftsreisenden in den Ländern in Äquatornähe bzw. bis hin zum 30. Grad nördlicher und südlicher Breite. Betroffen sind davon fast alle südamerikanischen und afrikanischen Länder, so auch ein großer Teil der arabischen und asiatischen Länder, darunter auch der Süden von China.

Notwendige Untersuchungen und medizinische Beratung vor Dienstreisen

Vor der Arbeitnehmer-Entsendung in diese Gebiete ist eine arbeitsmedizinische Vorsorge durch einen besonders qualifizierten Betriebsarzt oder einen Tropenmediziner durchzuführen. Dabei wird

  • der Gesundheits- und Impfstatus des Geschäftsreisenden festgestellt und
  • eine Vorsorgebescheinigung ausgestellt.

Außerdem gibt der Arzt Empfehlungen für den Gesundheitsschutz etwa zu

  • Infektionskrankheiten wie Malaria, Ebola oder Durchfallerkrankungen,
  • Hygieneregeln fürs Essen und Trinken,
  • giftigen Tieren wie Spinnen, Schlangen und Skorpionen oder
  • fremden Speisen.

Arbeitsgeber muss Vor- und Nachsorgemaßnahmen anbieten und sie bezahlen

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die rechtlich vorgeschriebenen Vorsorgemaßnahmen zu veranlassen. Für die Kosten muss er aufkommen. Die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) ist die Rechtsgrundlage für die arbeitsmedizinische Vorsorge. Auch eine Rückkehruntersuchung muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern anbieten.

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