18.02.2013 | DNEL-Wert

Was ist das eigentlich?

DNEL-Werte - wichtige Hinweise für die Gefährdungsbeurteilung
Bild: Haufe Online Redaktion

Zur Beurteilung chemischer Stoffe gibt es DNEL-Werte. Diese können kostenlos in einer IFA-Datenbank abgefragt werden. So können Betriebe und Behörden das Gefahrenpotenzial von Stoffen am Arbeitsplatz besser bewerten.

Mit der Online-Datenbank des Instituts für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) lässt sich herausfinden, wie hoch die Konzentration eines chemischen Stoffes maximal sein darf, damit beim Menschen keine schädlichen Wirkungen auftreten. Die Angaben erfolgen als DNEL-Werten. Die Abkürzung DNEL stammt von der englischen Bezeichnung Derived No-Effect Level.

DNEL-Werte - Daten für die Gefährdungsbeurteilung

Gerade bei der Gefährdungsbeurteilung eines Arbeitsplatzes spielen Messungen und Grenzwerte eine große Rolle. Nur wenn bekannt ist, wie hoch die Konzentration am Arbeitsplatz ist und ab wann sie schädlich sein kann, lassen sich daraus entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten ableiten. Die DNEL-Werte beziehen sich auf die inhalative Langzeitexposition, also auf die Belastung der Umgebungsluft eines Arbeitsplatzes über ein Arbeitsleben hinweg.

Nicht für alle chemischen Stoffe gibt es in Deutschland bisher verbindliche Grenzwerte - deshalb sind die DNEL-Werte so wichtig

Sie müssen von den Herstellern oder Importeuren angegeben werden. Das ist eine der Bedingungen der REACH-Verordnung, die für mehr Sicherheit im Umgang mit Chemikalien sorgen soll. Bisher war die Suche nach diesen Werten für Nutzer der Chemikalien sehr aufwendig.

Schneller Zugriff auf Maximalwerte inhalativer Langzeitesposition durch DNEL-Datenbank

Die neue GESTIS-DNEL-Datenbank der IFA ermöglicht durch ihre Systematik einen schnellen Zugang zu den Werten. Aktuell sind 1.000 Stoffe in der Datenbank. Die Daten werden ständig erweitert.

Werte werden in der DNEL-Datenbank, wenn möglich, genauer belegt

Bei Aceton beispielsweise liegt der Wert der inhalativen Langzeitexposition bei maximal 1210 mg/m³. Ergänzend ist angegeben, dass dieser DNEL-Wert dem deutschen Arbeitsplatzgrenzwert (AGW), dem MAK-Wert der DFG sowie dem EU-Arbeitsplatzgrenzwert entspricht.

Schaut man dagegen unter E222, Natriumhydrogensulfit - Lösung, nach, ist nur der DNEL-Wert, 246 mg/m³, angegeben. Weitere Angaben gibt es in diesem Falle nicht.

Was sind dann PNEC-Werte

Entsprechende Grenzwerte im Umweltbereich werden als PNEC (Predicted No-Effect Concentration - Abgeschätzte Nicht-Effekt-Konzentration) bezeichnet. Diese Konzentration darf nicht überschritten werden, wenn Umweltschäden vermieden werden sollen.

Schlagworte zum Thema:  DNEL-Wert, Gefährdungsbeurteilung, Compliance, REACH, Arbeitsplatzgrenzwert (AGW)

Aktuell

Meistgelesen