01.07.2015 | Betriebsausflug

Mitarbeiter sind unfallversichert

Auch Wandern ist bei einem Betriebsausflug unfallversichert.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Gerade in der Sommerzeit sind Betriebsausflüge sehr beliebt. Das schöne Wetter wird für Radausflüge, Wanderungen oder eine Schifffahrt genutzt. Mit gemeinsamen Erlebnissen und tollen Eindrücken soll die Verbundenheit zum Unternehmen gefördert werden. Wird der Ausflug von der Betriebsleitung unterstützt, ist er auch versichert.

Nicht immer gehen Ausflüge unfallfrei aus. So kommt es doch immer wieder vor, dass ein Kollege mit dem Fahrrad stürzt, die Kollegin sich beim Picknick in die Hand schneidet oder sich auf der Heimfahrt ein Autounfall ereignet. Wenn man bei der Planung des Betriebsausflugs ein paar Regeln bedenkt, sind alle während der gesamten Veranstaltung unfallversichert.

Betriebsausflug ist betrieblichen Tätigkeiten gleichgestellt

Ein Betriebsausflug ist beim Unfallversicherungsschutz der betrieblichen Tätigkeit gleichgestellt. Deshalb sind auch die direkte An- und die direkte Heimfahrt versichert, wie das auch bei einem normalen Arbeitstag der Fall ist. Ereignet sich also in dieser Zeit ein Unfall, ist der Verunfallte über die Berufsgenossenschaft (BG) versichert.

Was ist unter einem Betriebsausflug zu verstehen?

Ein Betriebssausflug ist eine Veranstaltung, die Kollegen gemeinsam unternehmen. Sie muss von der Geschäftsleitung genehmigt bzw. offiziell unterstützt werden. Der Ausflug muss allen Beschäftigten des Betriebes bzw. einer Abteilung offenstehen. Aus rechtlichen Gründen empfiehlt es sich, nicht nur den Anfang zeitlich exakt festzulegen, sondern auch das Ende.

Wann greift die Unfallversicherung nicht?

  • Wer Umwege bei der Anreise von zu Hause zum Veranstaltungsort oder auf der Heimfahrt fährt, ist nicht versichert. Nur der direkte Weg unterliegt dem Versicherungsschutz.
  • Das gleiche gilt, wenn jemand zwischenzeitlich die Veranstaltung verlässt und etwas anderes macht.
  • Aufpassen heißt es vor allem auch am Ende des gemeinsamen Tages. Wer nach Ende des Programms noch in fröhlicher Runde zusammensitzt, ist nicht mehr über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Entscheidend ist der Zeitpunkt, mit dem die Firmen- bzw. Abteilungsleitung den Betriebsausflug offiziell für beendet erklärt. Jede gemeinsame Geselligkeit danach fällt in den Bereich der privaten Freizeitgestaltung.

Vorsicht: Kleine Betriebseinheiten bei Betriebsausflügen nicht unfallversichert

Der Unfallversicherungsschutz für Arbeitnehmer umfasst betriebliche Gemeinschaftsveranstaltungen, wenn diese allen Beschäftigten des Unternehmens offen stehen. Ein betrieblicher Ausflug einer kleinen Gruppe von Mitarbeitern ist hingegen nicht versichert. Dies entschied das Hessische Landessozialgericht. Mehr zu dem Urteil lesen Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  Gesetzliche Unfallversicherung, Unfallversicherung, Berufsgenossenschaft, Betriebsausflug

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