Leiharbeiter haben überdurchschnittliche Fehlzeiten bei Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychischen Beschwerden. Bild: Michael Bamberger

Der Anteil der Leiharbeiter in Deutschland ist weiter gestiegen. Doch das Arbeitsmodell sorgt nicht nur für mehr Arbeitsplätze, sondern auch für überdurchschnittliche Fehlzeiten bei den Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) sowie bei den Ausfällen wegen psychischer Beschwerden.

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat Zahlen zur Leiharbeit in Deutschland zum Jahr 2016 veröffentlicht. Diese belegen, dass die Tätigkeit eines Arbeitnehmers im Rahmen einer befristeten Überlassung an einen anderen Arbeitgeber, mehrfach belastend ist und zu höheren Fehlzeiten als in anderen Branchen führt.

Die Zahlen zum Jahr 2016 für Deutschland im Überblick:

  • die Zahl der Beschäftigten in Leiharbeit ist gegenüber dem Vorjahr um 4,4 % gestiegen.
  • Im Durchschnitt waren Leiharbeiter 20,3 Tage krank. In den übrigen Branchen lagen die krankheitsbedingten Fehlzeiten bei 14,7 Tagen.
  • Die Fehlzeiten wegen MSE beliefen sich auf 4,5 Tage bei den Leihkräften gegenüber 2,8 Tagen im sonstigen Durchschnitt.
  • Und auch die psychischen Erkrankungen waren mit 3,4 Tagen deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 2,4 Tagen.

Mögliche Ursachen für die hohen Fehlzeiten

Die Techniker Krankenkasse nennt eine ganze Reihe von Ursachen, die bei der Leiharbeit negative Auswirkungen auf die Beschäftigten haben. Dazu gehören vor allem:

  • Ein Großteil der Zeitarbeiter ist u. a. im Lager- und Transportbereich oder als Hilfsarbeiter tätig und muss schwer körperlich arbeiten. So kommt es zu den überdurchschnittlich hohen Zahlen im Bereich MSE.
  • Die unsicheren Arbeitsverhältnisse stellen eine große psychische Belastung dar.
  • Die begrenzten beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen belasten viele Zeitarbeiter.
  • Einige Zeitarbeiter leiden darunter, dass sie für Arbeiten eingesetzt werden, die unter ihrer fachlichen Qualifikation liegen.
  • Viele empfinden ihre Einkommenssituation als belastend.
  • Der ständige Wechsel der Einsatzorte und -bereiche wird oft als Stress wahrgenommen.
  • Besonders belastend sind zudem die schlechten Jobperspektiven.

Zeitarbeitsfirmen sind für die Gesundheitsförderung ihrer Zeitarbeiter zuständig

Für das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) und für Angebot zur betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) sind die Zeitarbeitsfirmen verantwortlich. Denn sie können nicht davon ausgehen, dass ihre Arbeitnehmer während einer befristeten Überlassung am Programm zur BGF beim Entleiher teilnehmen können. Eigene Angebote oder Vereinbarungen zwischen der Zeitarbeitsfirma und dem entleihenden Unternehmen ermöglichen es auch den Zeitarbeitern, etwas für ihre Gesundheit bei der Arbeit zu tun.

Schlagworte zum Thema:  Krankheitsbedingte Fehlzeiten, Zeitarbeit, Psychische Belastung

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