Überlange Arbeitszeiten schaden der Gesundheit
Neue Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglichen das Arbeiten zu jeder Zeit und an jedem Ort. Zudem führt die Globalisierung zu einer Ausweitung und Flexibilisierung der Arbeitszeiten, was in der Folge längere Ladenöffnungszeiten im Handel verursacht. Die Anpassung an die Erfordernisse des Marktes führen also sowohl zu veränderten Anforderungen an die Arbeitszeit als auch zu einer Intensivierung der Arbeit.
Report zur Arbeitszeit: 40-Stunden-Woche ist selten
Für den Arbeitszeitreport 2016 führten Forscher über 20.000 Telefoninterviews mit Erwerbstätigen durch. Hier die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
- Vollzeitbeschäftigte arbeiten im Schnitt 43,5 Stunden pro Woche.
- Mehr als 50 % arbeiten 44 bis 47 Stunden.
- Bei rund 17 % liegt die wöchentliche Arbeitszeit zwischen 48 und 59 Stunden.
Von der Arbeit überfordert und sich keine Pause gönnen
13 % fühlen sich von der Arbeitsmenge überfordert.
51 % klagen 51 % über häufigen Termin- und Leistungsdruck.
44 % der Erwerbstätigen mit einer Arbeitszeit von 48 bis 59 Stunden machen mehrmals die Woche keine Pause.
Eindeutige Warnsignale für die Gesundheit
53 % klagen über Müdigkeit und Erschöpfung.
51 % haben Rücken- und Kreuzschmerzen.
40 % leiden unter körperlicher Erschöpfung,
bei 34 % treten Schlafstörungen auf und
24 % fühlen sich niedergeschlagen.
Lange Arbeitszeiten schaden dem Herz
Wissenschaftler von der Universität Houston in Texas/USA haben die Daten zur Arbeitszeit in einem Gesamtzeitraum von 25 Jahren von mehr als 18.000 Menschen analysiert. Bei der Untersuchung konnten sie nachweisen, dass mehr als 52 Wochenarbeitsstunden zum Herzrisiko werden.
Lange Arbeitszeiten vor allem bei Selbständigen
Bei den Teilnehmerdaten traf dies vor allem auf verheiratete Männer zu, die meist selbstständig tätig waren und kein regelmäßiges Gehalt bezogen. Verglichen wurde die Risikogruppe mit Personen, die 35 bis 51 Stunden pro Woche arbeiteten.
Arbeitszeit: Weltweiter Vergleich
Bei kardiovaskulären Erkrankungen handelt es sich um Erkrankungen, die vom Gefäßsystem und/oder vom Herzen ausgehen. Sie sind in Deutschland die häufigste Todesursache. Dazu gehören z. B. der Herzinfarkt und der Schlaganfall. Studien zeigen aber auch, dass die Deutschen im Vergleich zu den Beschäftigten in anderen Staaten seltener sehr lang arbeiten.
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