29.06.2015 | Schlechtere Arbeitsbedingungen

Nachtschicht belastet stark

Nachtarbeit belastet
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Nachtarbeit in den klassischen Arbeitsbereichen wie der Kohleindustrie gehört der Vergangenheit an. Doch durch die stetige Flexibiliserung des europäischen Arbeitsmarktes haben Schicht- und Nachtarbeit zugenommen. Besonders betroffen sind Männer. Doch unabhängig vom Geschlecht fühlen sich Beschäftigte bei Nachtarbeit stark belastet.

Die Auswertung der BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragung zeigt, dass die Arbeitsbelastungen in der Nacht immer noch häufiger sind als bei normalen Arbeitszeiten und dass die Beschäftigten darunter zudem mehr leiden.

Arbeitsbedingungen sind nachts oft schlechter

Die Befragung hat ergeben, dass die Arbeitsbedingungen nachts häufiger nicht so gut sind wie über Tag. Belastungsfaktoren, die im Vordergrund stehen sind z. B.

  • ungünstige klimatische Bedingungen wie Kälte, Hitze, Nässe oder Zugluft,
  • schlechte Beleuchtung,
  • Belastungen u. a. durch Öl, Fett, Schmutz, Staub oder Dämpfe,
  • das Tragen von Schutzkleidung,
  • häufiges Arbeiten im Stehen,
  • viel Arbeiten mit den Händen,
  • vermehrt Heben und Tragen schwerer Lasten, aber auch
  • Monotonie am Arbeitsplatz,
  • strikt vorgeschriebene Arbeitsdurchführung,
  • starre Vorgaben von Mindestleistung, Arbeits- und Pausenzeit,
  • große finanzielle Verluste durch kleine Fehler.

Belastungen haben einen stärkeren Einfluss auf die subjektive Wahrnehmung

Von den schlechten Umgebungsfaktoren fühlen sich die Beschäftigten nachts subjektiv stärker belastet als ihre Kollegen, die zur Normalzeit arbeiten. Den Nachtarbeitenden fehlt u. a. öfters die Hilfe oder Unterstützung von Vorgesetzten, wenn diese unzureichend erfolgt.

Präventive Maßnahmen sollten mit dem Schichtplan abgestimmt sein

Um die subjektiven Belastungen zu mindern, müssen verstärkt präventive Gesundheitsmaßnahmen wie etwa zum Umgang mit Stress durchgeführt werden, so eine Schlussfolgerung, die sich aus der Befragung ergibt. Dafür müssten die Angebote mit dem Schichtplan abgestimmt sein, damit Nachtarbeiter daran teilnehmen können.

Wer arbeitet eigentlich nachts?

Vor allem Männer sind Nachtarbeiter. 70 % der in der Nacht Beschäftigten sind Männer, 54 % von ihnen sind im industriellen oder handwerklichen Bereich tätig. In der Pflege sowie im Dienstleistungsbereich etwa als Reinigungskräfte sind allerdings mehr Frauen als Männer nachts im Einsatz. Insgesamt arbeiten 7,5 % der Beschäftigten, also mehr als 3 Mio. Menschen, in Deutschland zwischen 23 und 6 Uhr.

Mitarbeiter der Nachschicht unterweisen

Mit der Haufe-Präsentation "Nacht- und Schichtarbeit" können Mitarbeiter über mögliche Belastungen und Folgen von Schichtarbeit aufgeklärt werden. Außerdem wird dargestellt, was eine gute Schichtplanung ausmacht und wie sich Arbeitnehmer, die im Schichtdienst tätig sind, von der Arbeit erholen können.

Schlagworte zum Thema:  Nachtarbeit, Nachtdienst, Schichtarbeit, Gefährdungsbeurteilung

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