| Psychische Gesundheit

Was macht eigentlich ein Traumalotse?

Lokführer benötigen die Hilfe von Traumalotsen besonders oft
Bild: Haufe Online Redaktion

Jeder Lokführer muss damit rechnen, dass plötzlich ein Mensch auf den Schienen steht, um sich das Leben zu nehmen. „Betriebsstörung“ oder „Personenschaden“ heißt es dann. Doch über die seelische Störung und den Gesundheitsschaden des Lokführers spricht kaum jemand. Doch genau dieses Schweigen kann zu einem Trauma führen. Traumalotsen der Berufsgenossenschaft Verkehr kümmern sich um die Betroffenen.

Nach einem traumatischen Erlebnis ist die psychologische Betreuung der Unfallopfer wichtig. Auch Unfallverursacher, die selbst keine körperliche Verletzung davon getragen haben, oder Verunfallte, die z. B. stundenlang in ihrem Fahrzeug eingeklemmt waren, oder Kollegen, die Zeugen eines tödlichen Unfalls wurde, können von dem Ereignis traumatisiert sein. Wichtig ist es, dies zu erkennen, darauf aufmerksam zu machen und professionelle Hilfe zu organisieren. Traumalotsen sind genau darauf geschult.

Aufgaben eines Traumalotsen 

Traumalotsen

  • sind Ansprechpartner für Betroffene, Arbeitgeber oder behandelnde Ärzte.
  • nehmen von sich aus Kontakt zu Betroffenen auf, wenn sie ein traumatisches Leiden vermuten,
  • sprechen mit Betroffenen und den Menschen in deren Umfeld, um Vorurteile etwa gegenüber einer psychotherapeutischen Behandlung abzubauen.
  • informieren über mögliche Reaktionen und Verhaltensweisen, die durch ein außergewöhnliches Ereignis ausgelöst werden können, wie Schlaf- oder Konzentrationsstörungen oder ein In-sich-zurück-Ziehen.
  • begleiten den Betroffenen bis zur Rückkehr in den Arbeitsprozess.

Schnelle professionelle Hilfe ist wichtig

Traumatische Ereignisse können von Mensch zu Mensch unterschiedliche psychische Folgen haben. Je früher mit einer eventuell notwendigen Therapie begonnen wird, desto besser. Denn dann können sich Ängste nicht verfestigen. Die Praxis hat gezeigt, dass ein Erstgespräch oder eine Behandlung mit fünf Gesprächseinheiten in 70 % der Fälle ausreichen, um sich von einem traumatischen Erlebnis frei zu machen.

... damit sich Ängste nicht verfestigen können

Findet die frühzeitige Unterstützung nicht statt, kann es sein, dass nach Monaten plötzlich und unerwartet starke Ängste auftreten. Auch dann ist eine erfolgreiche stationäre ambulante psychotherapeutische Behandlung möglich. Sie dauert dann allerdings Wochen oder Monate.

Siehe auch:

Nach Extremsituationen am Arbeitsplatz richtig helfen

Schlagworte zum Thema:  Psychische Gesundheit, Trauma

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