15.01.2014 | Notfallmanagement

Nach Extremsituationen am Arbeitsplatz richtig helfen

Betroffene sollten nach einer Extremsituation nicht allein gelassen werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

In der Arbeitswelt kann sich jederzeit ein Notfall ereignen, ob tödlicher Arbeitsunfall oder Überfall. Auch wenn solche Extremsituationen sehr selten sind, kann und muss man darauf vorbereitet sein. Führungskräfte und Mitarbeiter sollten so geschult sein, dass sie richtig helfen können.

Eine Extremsituation stellt immer eine psychische Belastung dar. Jeder reagiert anders darauf. Während der eine hyperaktiv wird, verfällt ein anderer in Schweigen. Manche Reaktionen sind deutlicher zu erkennen als andere und auch die Bewältigung der Situation läuft individuell ab.

Soforthilfe nach Extremsituationen durch soziale Unterstützung

Wichtig ist Hilfe von Anfang an. Denn je früher Hilfsangebote, wie z. B. eine soziale Unterstützung, einsetzen, desto eher lässt sich verhindern, dass ein extremes Ereignis zum Trauma wird.

Wer mitten im Leben unvorbereitet an die Grenzen seiner Belastbarkeit geführt wird, verliert schnell das Gefühl von Sicherheit und Kontrolle. Rückhalt vermitteln dann Kollegen und Vorgesetzte, indem sie sich um die betroffene Person kümmern. Das leitet den Beruhigungs- und Stabilisierungsprozess ein.

Eine Extremsituation kann nach wenigen Tagen als Erfahrung ins eigene Leben integriert sein. Allerdings gelingt das nicht immer und nicht jedem. So kann aus der Extremsituation ein Psychotrauma werden.

Auf den Schock nach einer Extremsituation folgt die Anpassung

Die Schockphase mit akuter Belastungsreaktion dauert in der Regel maximal 48 Stunden.

Danach folgt die Verarbeitungsphase mit Belastungs- und Anpassungsreaktionen, die mehrere Tage bis Wochen dauern kann.

Ohne Bewältigungsprozess keine nachhaltige Erholung von erlebten Extremsituationen

Gelingt der Bewältigungsprozess nicht, beginnt der traumatische Prozess. Eine nachhaltige Erholung von dem Ereignis bleibt aus. Beschwerden verfestigen sich oder es treten neue gesundheitliche Probleme auf, die chronisch werden können.

Professionelle Hilfsangebote nach Extremsituationen

Wer bei Kollegen oder Mitarbeitern infolge einer extremen Belastung Symptome, wie Schlaflosigkeit, Nervosität oder Schreckhaftigkeit, bemerkt, sollte diese auf professionelle Hilfsangebote hinweisen.

Extremsituationen können sich überall ereignen

Auch wenn Rettungskräfte oder Polizei ein erhöhtes Risiko haben, in Extremsituationen zu kommen, sollten auch andere Berufsgruppen ihre Führungskräfte und Mitarbeiter schulen. Ein Banküberfall, ein Amoklauf oder körperliche Angriffe auf Mitarbeiter, etwa auf Ämtern und Behörden, können sich jeden Tag ereignen.

Ausführliche Informationen zum Notfallmanagement nach psychisch belastenden Extremsituationen am Arbeitsplatz bietet die gleichnamige Broschüre der Unfallkasse Berlin (UKB).

Lesen Sie hier was bei einer Unfallanalyse zu tun ist. Wenn Sie Mitarbeiter über die betriebliche Notfallplanung unterweisen möchten, finden Sie hier geeignete Folien.

Schlagworte zum Thema:  Notfall, Erste Hilfe, Unfall, Trauma, Unfallanalyse, Extremsituation, Unfallanzeige

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