Die Resilienz von Mitarbeitern und Organisationen lässt sich nicht nur messen, sondern mit verschiedenen Instrumenten auch zum Positiven verändern. Das ist die Botschaft eines Praxisworkshops zur Resilienzförderung Mitte Oktober auf der Arbeitsschutz Aktuell in Hamburg.

Auf dem Workshop präsentierten die Partner des Forschungsprojekts Resilire vor rund 40 Teilnehmern ihre Instrumente zur Diagnose und Förderung von Resilienz, die sie in den letzten zwei Jahren erarbeitet haben.

Diagnose, Intervention, betriebliche Integration

Im Zentrum der ersten Präsentation von Dr. Roman Soucek (Universität Erlangen-Nürnberg) und Dr. Nina Pauls (Universität Freiburg) stand das Thema Diagnose und damit die Frage: Welche Merkmale wie z. B. Optimismus oder Selbstwirksamkeit weisen resiliente Menschen oder Organisationen auf und wie können diese Eigenschaften gemessen werden? Dazu haben die Wissenschaftler ein Diagnoseinstrument entwickelt, mit dem der einzelne Mitarbeiter auf einer Online-Plattform sein resilientes Verhalten testen und einen Benchmark mit für ihn passenden Vergleichsgruppen vornehmen kann.

Im zweiten Vortrag von Dr. Christian Schlett (Universität Freiburg) und Dr. Thomas Pfeiffer (Haufe-Lexware) ging es um die Entwicklung und Gestaltung eines konkreten Interventionsinstruments zur Förderung von Resilienz. Auf Basis einer Konzeption der Universität Freiburg wurden bei Haufe-Lexware drei Online-Trainings mit jeweils 5 kurzen Tageseinheiten zu den Themen „Achtsam sein“, „An sich glauben“ und „Positiv denken“ entwickelt. Erste Tests bei mehreren großen Unternehmen bestätigen deren Wirksamkeit.

Elke Hambrecht (Volksbank Freiburg) und Tilmann Krogoll (GALA e. V.) stellten schließlich dar, wie die Volksbank Freiburg ihre rund 500 Mitarbeiter für das Thema Resilienz sensibilisiert und damit die Grundlage für nachfolgende Interventionsmaßnahmen gelegt hat. Ein wichtiger Baustein im Resilienz-Konzept der Bank sind die im Unternehmen entwickelten Resilienz-Lotsen. Sie fungieren als Multiplikatoren für Resilienz, sollen Kollegen sensibilisieren, Hinweise geben, Ansprechpartner für Mitarbeiter und Führungskräfte sein und notwendige Impulse setzen.

Online-Intervention EngAGE-Coach

Eine spannende Ergänzung des Praxisworkshops war die Vorstellung der Online-Intervention EngAGE-Coach durch Prof. Dr. Monique Janneck von der FH Lübeck. Dieses Instrument richtet sich vor allem an Selbständige oder weitgehend unabhängig von ihrer Organisation arbeitende Angestellte (z. B. Außendienstmitarbeiter). Sie leiden häufig unter besonderen Belastungen, werden aber durch die „klassischen“ Instrumente der Gesundheitsförderung kaum erreicht. Mit der Online-Intervention soll ihre Arbeitsgestaltungs- und Gesundheitskompetenz verbessert werden.

Online-Plattform zur Resilire

Alle vorgestellten Instrumente werden in Kürze über eine eigene Online-Plattform zur Verfügung stehen.

Schlagworte zum Thema:  Resilienz, Psychische Belastung