| Medikamentensucht am Arbeitsplatz

Wenn der Kollege dauernd gut drauf ist

Kein Medikament ohne Nebenwirkung
Bild: Haufe Online Redaktion

Kein Mensch ist dauernd gut drauf, oder? Manch einer glaubt aber, dass das sein muss, und hilft nach. Die DAK schätzt, dass 12% aller Beschäftigten am Arbeitsplatz schon einmal leistungssteigernde oder stimmungsaufhellende Medikamente genommen haben.

Der Grund für den Griff zun den kleinen Helfern ist oft das Gefühl, der Arbeit nicht mehr gewachsen zu sein und die Angst, den Job zu verlieren. Die Gefahren des Medikamentenmissbrauchs werden dabei wissentlich oder unwissentlich in Kauf genommen.

Deutschland auf Platz 3 in Sachen Medikamentenverbrauch

Gemeint sind damit Medikamente, mit denen Erkrankungen behandelt werden ebenso wie die Medikamente die missbräuchlich eingenommen werden. Auf beiden Seiten steigt der Verbrauch an. Auf der einen Seite nehmen psychische Störungen zu, die häufig mit Psychopharmaka therapiert werden, auf der anderen Seite betreiben immer mehr gesunde Menschen Hirndoping, um bei der Arbeit leistungsfähiger zu sein.

Medikamentensucht: Positiver Effekt verleitet zur dauerhaften Einnahme

Nehmen Leistungs- und Zeitdruck am Arbeitsplatz zu, kann es zur Überforderung kommen. Treten Schlafprobleme und Ängste auf, verschreibt der Hausarzt ein Beruhigungsmittel. Das Medikament sorgt für Entlastung, entspannt und fördert den Schlaf.

Doch die positiven Effekte verleiten nicht selten dazu, das Medikament, trotz der Gefahr der Abhängigkeit, dauerhaft einzunehmen.

Umfeld nimmt Medikamentenmissbrauch lange nicht wahr

Medikamentenmissbrauch oder -abhängigkeit wird auch als „stille Sucht“ bezeichnet. Lange kann dem Umfeld nichts auffallen.

Medikamente werden eingenommen,

  • um gesundheitliche Beschwerden zu unterdrücken oder
  • für den Arbeitsalltag besser gewappnet zu sein,
  • um sich Problemen nicht stellen zu müssen oder
  • zur Beruhigung oder
  • um sich zu puschen.

Übrigens: Missbrauch und Medikamentensucht ziehen sich durch alle Branchen, Altersklassen und Hierarchien.

Das Spezial-Themenheft der Unfallkasse Post und Telekom (UK PT) "Medikamente am Arbeitsplatz" informiert über rechtliche Aspekte sowie Alternativen zu Medikamenten.

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Schlagworte zum Thema:  Workaholic, Doping, Suchtprävention, Drogen

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