11 Stunden Funkstille
In manchen Branchen ist das Risiko der Mitarbeiter besonders hoch, an Burnout zu erkranken. Die IT-Branche gehört dazu. Projekte und Aufträge direkt beim Kunden fordern vor allem die hochqualifizierten Mitarbeiter oft auch über ihre Grenzen. Dann ist Abschalten nicht mehr möglich. Handy und Internet stehen auf Dauerempfang und der Mitarbeiter findet keine Ruhe mehr.
Täglich 11 Stunden Funkstille ab Jahresende
In Frankreich soll sich das nun ändern. Wenn das Arbeitsministerium das Abkommen zwischen den Unternehmensverbänden der IT- und Beratungsbranche und den französischen Gewerkschaften annimmt, gilt ab Jahresende für diese Branche eine Ruhezeit von täglich 11 Stunden. Und damit ist gemeint, das Diensthandys für 11 Stunden abzuschalten sind.
Keine gesetzliche Regelung, sondern ein Abkommen
Bei dem Abkommen handelt es sich um keine gesetzliche Regelung. Ob nun um 18 oder um 21 Uhr Ruhe ist, entscheidet sich von Fall zu Fall. Und es wird auch Ausnahmen geben, wenn Projekte nichts anderes zulassen oder wenn Gespräche in andere Zeitzonen notwendig sind. Doch das sollen dann eben Ausnahmen sein.
Beruf und Privatleben besser trennen
Das Abkommen ist nur für diese eine Branche gedacht. Ob andere nachziehen ist noch offen. Doch ist es sicher ein richtiges und wichtiges Signal. Denn 56 % der Franzosen sind der Meinung, dass ihnen die Unternehmen nicht ausreichend dabei helfen würden, Beruf und Privatleben voneinander zu trennen.
Keine Mails am Wochenende
Auch in anderen Branchen tut sich etwas. So haben 16 große französische Unternehmen eine Charta unterzeichnet, dass sie das Privatleben ihrer Mitarbeiter mehr respektieren wollen. Und das zeigt bereits Wirkung: Besprechungen fallen jetzt kürzer aus und die Zahl der Mails am Abend bzw. Wochenende sank in manchen Unternehmen um 60 %. Vereinbart wurde, die Mails am Wochenende einzuschränken und auf Konferenzen nach 18 Uhr zu verzichten.
Klare Regeln gegen ständige Erreichbarkeit helfen weiter, mehr dazu hier.
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