Bewegungsmangel: So wenig bewegt haben wir Deutschen uns noch nie
Unter der Leitung von Prof. Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit an der Deutschen Sporthochschule Köln wurden Daten ermittelt, die ein erschreckendes Ergebnis abgeben. Deutschland sitzt sich krank, heißt es dort. Die einen vor allem im Büro, die anderen im Auto, in Bus und Bahn oder in der Freizeit auf dem Sofa, im Kino, Restaurant, ja selbst im Wartezimmer beim Arzt.
Bewegungsmangel: Nur 15 % bewegen sich ausreichend
Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt 150 Minuten pro Woche Bewegung. Dazu gehören durchaus alltägliche Dinge wie gehen, Treppen steigen, radeln oder Gartenarbeit und natürlich Sport. 2010 haben noch 40 % der Deutschen dieses Mindest-Soll an Bewegung erreicht. Jetzt sind es nur noch 15 %!
Viele reden sich ihren Gesundheitszustand schön
Trotzdem gab die Hälfte der Befragten bei der Studie an, gesund zu sein und sich auch so zu fühlen. Doch da müssen sich viele ihren Gesundheitszustand wohl schön reden. Denn ein weiteres Ergebnis belegt, dass nur 9 % eine gesunde Balance beim Umgang mit Stress, Alkohol, Rauchen, Ernährung und Aktivität halten.
Bewegungsmangel führt zu schlechter Regeneration
Ungesunde Lebensweise und Bewegungsmangel führen dazu, dass 11 % die Woche schlecht erholt beginnen. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 22 %, die fast nie frisch in den Tag starten. Und die 73 %, die sich montags fit und gut erholt fühlen, schrumpfen zum Ende der Woche auf 59 % zusammen. Während der Arbeitswoche gönnen sich also noch weniger Beschäftigte Entspannung und Regeneration als am Wochenende.
Modernes Leben führt zu Bewegungsmangel
Laut Prof. Froboese müssen die Themen Gesundheit und Bewegung an jeden Einzelnen herangetragen werden. Im beruflichen Umfeld ist dafür die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) gefragt. Denn von alleine achtet kaum jemand auf seine Gesundheit. Die meisten lassen sich liebend gerne alles Anstrengende abnehmen. So mäht der Roboter den Rasen oder saugt die Wohnung und in Großstädten lassen sich immer mehr Menschen ihre Einkäufe und ihr Essen bringen. Und ins Büro fährt man am liebsten mit dem Aufzug.
Wer Warnsignale nicht erkennt, riskiert krank zu werden
Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Körper oder die Seele sich melden. „Man fühlt sich gut, obwohl längst nicht mehr alles gut ist“, sagt Prof. Froboese im Kölner Stadt-Anzeiger und weist auf die hohe Zahl an Erschöpfungszuständen, Burn-out und psychischen Belastungen bei Berufstätigen und im privaten Umfeld hin.
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