30.06.2014 | Betriebliches Gesundheitsmanagement

Betriebssport ist mehr als die unternehmenseigene Fußball-Gruppe

Fußball als Betriebssport stärkt das Gemeinschaftsgefühl, ist aber nicht jedermanns Sache.
Bild: mauritius images / STOCK4B-RF

Fußball schauen allein reicht leider nicht, um fit zu bleiben. Und für viele Beschäftigte ist Fußball spielen auch keine Alternative. Das richtige Angebot an Betriebssport kann aber eine wichtige Rolle im betrieblichen Gesundheitsmanagement spielen. Da hilft der Blick auf andere Unternehmen. Wie machen es BASF und andere?

Während der Fußball-WM in Brasilien dürfte es für viele Sportbegeisterte vom Bürostuhl direkt auf die heimische Couch vor dem Fernseher gehen. Doch Sport schauen allein hält leider nicht fit. Und der Bewegungsmangel vieler Menschen am Arbeitsplatz ist ein echtes Problem, wie Jan Rößler von der AOK Rheinland-Pfalz betont. Die Folge seien vor allem Rückenerkrankungen. "Arbeitnehmer brauchen Sportmöglichkeiten in der Nähe des Wohnortes und entsprechend ihrer Arbeitszeiten", sagt er. Angeboten wird von Arbeitgebern jede Menge - von der Kicker-Betriebssportmannschaft bis zum Yoga-Kurs.

Betriebssport beim Innen- und Sportministerium in Mainz

Im  Innen- und Sportministerium in Mainz steht Mitarbeitern ein Kraftraum zur Verfügung. Außerhalb der Kernarbeitszeit werden Kurse angeboten, auch eine Nordic-Walking-Gruppe und eine Laufgruppe gibt es. Ergänzt wird dies um Vorträge zu den Themen Sport und Gesundheit. Doch wie sieht es in größeren Unternehmen aus?

Betriebssport bei der Debeka

In der Hauptverwaltung der Koblenzer Debeka Versicherung gibt es seit 1982 ein Sportangebot für Mitarbeiter. Genutzt wird vor allem eine unternehmenseigene Mehrzweckhalle, wie ein Sprecher sagt. Es gibt auch Laufgruppen und ein Drachenboot-Team. Zudem fördert das Unternehmen die Teilnahme von Mitarbeitern beim Koblenzer Firmenlauf. Für jeden Debeka-Teilnehmer würden 5 Euro an soziale Einrichtungen gespendet.

Mit dem Betriebssport solle die Gesundheit der Mitarbeiter gefördert, die Betriebsgemeinschaft gestärkt und etwas für das Image der Debeka als Arbeitgeber getan werden.

Landesweites Gesundheitsmanagement bei der Finanzverwaltung in Rheinland-Pfalz

Auch in der Finanzverwaltung kann eifrig gesportelt werden. In fast allen Finanzämtern inklusive der Koblenzer Oberfinanzdirektion (OFD) gebe es örtliche Finanzsportgemeinschaften, wie OFD-Sprecherin Wiebke Girolstein, sagt. Diese bestünden schon seit Jahrzehnten und böten z. B. Fußball, Gymnastik, Tischtennis oder Lauftreffs an.

Seit 2001 gebe es zudem ein landesweites Gesundheitsmanagement. Das organisiert beispielsweise Vorträge rund um das Thema Gesundheit; auch Fortbildungen für Führungskräfte unter dem Motto "Gesundes Führen" existierten.

Spezialglashersteller Schott in Mainz trennt nicht groß zwischen Betriebs- und Vereinssport

"Viele unserer Mitarbeiter trainieren im TSV Schott mit", sagt die Gesundheitsmanagerin des Unternehmens, Katharina Putze. Das ist der größte, für alle Bürger offene Breitensportverein in Rheinland-Pfalz. Seit 2005 biete das Unternehmen einen systematisch aufgebauten Betriebssport an, seit 3 Jahren werde das Konzept weltweit im Konzern ausgebaut. Schichtarbeiter besucht eine Trainerin direkt am Arbeitsplatz.

Boehringer Ingelheim investiert einen 6-stelligen Betrag für das Sportangebot

Bei Boehringer Ingelheim gibt es seit mindestens 88 Jahren Betriebssport, wie eine Sprecherin des Pharmakonzerns sagt. Von 1926 stamme das früheste Dokument zur Gründung einer Betriebssportgruppe. Heute trainieren den Angaben zufolge 600 Mitarbeiter - fast 10 % der Belegschaft - im firmeneigenen Gesundheitszentrum. Für das Sportangebot an allen deutschen Standorten investiert Boehringer nach eigenen Angaben einen mittleren 6-stelligen Betrag.

Auch die Bitburger Braugruppe unterstützt Betriebssportgruppen

Dazu gehörten am Standort Bitburg etwa eine Fußball- sowie eine Volleyball-Mannschaft und eine Lauf- und Walking-Gruppe, sagt der Leiter Personal und Zentrale Dienste, Theo Scholtes.

Zudem habe das Unternehmen ein Gesundheitsmanagement eingeführt, bei dem Gesundheitstage, Vorsorgeuntersuchungen und Info-Veranstaltungen organisiert würden. Ziel sei es, "die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter aktiv zu stärken und zu erhalten", sagt Scholtes.

Bei BASF in Ludwigshafen haben die Mitarbeiter beim Sport die Qual der Wahl

Das Unternehmen bietet nach Angaben einer Sprecherin rund 160 Kurse an, von Aerobic über Rückenfitness und Entspannungsprogramme bis zu Lauf- und Badmintontreffen. Im Mitarbeiterzentrum für Work-Life-Management gibt es ein Fitness- und Gesundheitsstudio mit einer Trainingsfläche von mehr als 1.500 m², das für etwa 2.000 Mitglieder ausgelegt ist. Die BASF kooperiert auch mit über 100 Vereinen der Region und unterstützt Großveranstaltungen, wie den BASF Firmencup.

Zudem gibt es bei BASF spezielle Teamtrainings im Hochseilgarten, Drachenbootfahren und Mannschaftsturniere, zu denen jährlich mehr als 300 Mitarbeiterteams antreten - sei es zum Fußball oder zum Bowlen. Mehr als 15.500 Mitarbeiter nutzten 2013 das Sport- und Gesundheitsangebot, das es seit 45 Jahren gibt.

"Ziel ist, die persönliche Gesundheitskompetenz und Fitness von Mitarbeitern zu fördern und dadurch gleichzeitig positiv auf die Beschäftigungsfähigkeit und Motivation einzuwirken", teilt Sprecherin Katja Krauser mit. Das werde - auch angesichts der alternden Gesellschaft - als Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit gesehen.
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