03.07.2014 | Betriebliche Gesundheitsförderung

Wie geht man es an?

Gesunde Ernährung kann ein Aspekt der betrieblichen Gesundheitsförderung sein.
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Betriebliche Gesundheitsförderung - alle wollen sie, aber nicht alle wissen, wie sie es angehen sollen. Ausgangspunkt ist, die Zusammenhänge von Krankheiten und Arbeitsbedingungen zu erkennen.

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst alle Maßnahmen, die der Stärkung der individuellen Gesundheits-Ressourcen und Kompetenzen dienen und das Individuum zu einem "gesundheitsförderlichen" Verhalten in der Arbeitswelt befähigen.

Von der betrieblichen Gesundheitsförderung abzugrenzen ist das betriebliche Gesundheitsmanagement. Letzteres versteht sich als ganzheitliches Managementsystem, das auch – aber nicht nur – die betriebliche Gesundheitsförderung umfasst.

Betriebliche Gesundheitsförderung in der Praxis – Beispiele

BGF umfasst in der Praxis verhaltensorientierte Maßnahmen in den Handlungsfeldern Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung oder Suchtprävention, die häufig in Kursverfahren angeboten werden. Die Maßnahmen werden überwiegend in Kooperation mit Krankenkassen und deren Gesundheitsdienstleistern durchgeführt und sind bei regelmäßiger Teilnahme teilweise erstattungsfähig durch die Krankenkasse.

Da Krankenkassen und betriebliche Gesundheitsakteure einen Anstieg psychischer Belastungen und hiermit korrelierende Arbeitsunfähigkeiten verzeichnen, werden zunehmend präventive und ressourcenstärkende Maßnahmen zum Umgang mit Stress oder Burnout angeboten. Weitere Maßnahmen zur Prävention und zum Umgang mit psychischen Belastungen sind Seminare zur Kompetenzentwicklung in den Themen Mobbing oder gesunde Führung.

Ausgangspunkt: Zusammenhänge von Krankheiten und Arbeitsbedingungen erkennen
Ausgangspunkt, um mögliche BGF-Maßnahmen einzuleiten, sind meist äußere Anlässe in Form aktueller Problemstellungen oder das überzeugende Angebot eines betrieblichen Akteurs, in einem Themenbereich aktiv zu werden. In die Analyse fließen verschiedene vorhandene Daten ein, u. a.:

  • Daten über Berufskrankheiten, Arbeitsunfälle,
  • Erkenntnisse von technischen Aufsichtsdiensten der Unfallversicherungen,
  • Gefährdungsbeurteilungen, Personalinformationen und betriebsärztliche Daten der Unternehmen,
  • Erkenntnisse der Fachkräfte für Arbeitssicherheit,
  • Daten können aus extra durchgeführten Erhebungen stammen, z. B. Mitarbeiter- und Expertenbefragungen.

Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung entwickeln und durchführen
Grundsätzlich können Maßnahmen unterschieden werden, die sich auf das Verhalten der Beschäftigten richten (Verhaltensprävention) und solche, die die Arbeitsverhältnisse (Verhältnisprävention) verändern.

Konkrete Beispiele verhaltensorientierter Interventionen sind:

  • Kurse für richtiges Heben und Tragen
  • Rückenschule
  • Stressbewältigung
  • gesundes Essen in der Kantine

Beispiele zur Veränderung der Arbeitsverhältnisse sind:

  • Gestaltung von Arbeitsplätzen
  • Verbesserung von Informations- und Kommunikationsstrukturen
  • Erweiterung des Handlungsspielraums von Mitarbeitern

Evaluation und Qualitätssicherung der betrieblichen Gesundheitsförderung
Um die tatsächlichen Effekte der Maßnahmen zu erkennen, ist eine Evaluation erforderlich: Veränderungen von Krankenstand, Mitarbeiter-Fluktuation, Zufriedenheit der Beteiligten (Befragung) usw.

Werden Analyse, Maßnahmen und Evaluation nachhaltig und systematisch durchgeführt und diese in eine Strategie betrieblicher Gesundheitspolitik mit Strukturen und Prozessen eingebunden, spricht man von betrieblichem Gesundheitsmanagement.
Mehr Anregungen und Beispiele für die betriebliche Gesundheitsförderung finden Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  Betriebliche Gesundheitsförderung, Betriebliches Gesundheitsmanagement

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