Wie geht man es an?
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst alle Maßnahmen, die der Stärkung der individuellen Gesundheits-Ressourcen und Kompetenzen dienen und das Individuum zu einem "gesundheitsförderlichen" Verhalten in der Arbeitswelt befähigen.
Von der betrieblichen Gesundheitsförderung abzugrenzen ist das betriebliche Gesundheitsmanagement. Letzteres versteht sich als ganzheitliches Managementsystem, das auch – aber nicht nur – die betriebliche Gesundheitsförderung umfasst.
Betriebliche Gesundheitsförderung in der Praxis – Beispiele
BGF umfasst in der Praxis verhaltensorientierte Maßnahmen in den Handlungsfeldern Bewegung, Ernährung, Stressbewältigung oder Suchtprävention, die häufig in Kursverfahren angeboten werden. Die Maßnahmen werden überwiegend in Kooperation mit Krankenkassen und deren Gesundheitsdienstleistern durchgeführt und sind bei regelmäßiger Teilnahme teilweise erstattungsfähig durch die Krankenkasse.
Da Krankenkassen und betriebliche Gesundheitsakteure einen Anstieg psychischer Belastungen und hiermit korrelierende Arbeitsunfähigkeiten verzeichnen, werden zunehmend präventive und ressourcenstärkende Maßnahmen zum Umgang mit Stress oder Burnout angeboten. Weitere Maßnahmen zur Prävention und zum Umgang mit psychischen Belastungen sind Seminare zur Kompetenzentwicklung in den Themen Mobbing oder gesunde Führung.
Ausgangspunkt: Zusammenhänge von Krankheiten und Arbeitsbedingungen erkennen
Ausgangspunkt, um mögliche BGF-Maßnahmen einzuleiten, sind meist äußere Anlässe in Form aktueller Problemstellungen oder das überzeugende Angebot eines betrieblichen Akteurs, in einem Themenbereich aktiv zu werden. In die Analyse fließen verschiedene vorhandene Daten ein, u. a.:
- Daten über Berufskrankheiten, Arbeitsunfälle,
- Erkenntnisse von technischen Aufsichtsdiensten der Unfallversicherungen,
- Gefährdungsbeurteilungen, Personalinformationen und betriebsärztliche Daten der Unternehmen,
- Erkenntnisse der Fachkräfte für Arbeitssicherheit,
- Daten können aus extra durchgeführten Erhebungen stammen, z. B. Mitarbeiter- und Expertenbefragungen.
Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung entwickeln und durchführen
Grundsätzlich können Maßnahmen unterschieden werden, die sich auf das Verhalten der Beschäftigten richten (Verhaltensprävention) und solche, die die Arbeitsverhältnisse (Verhältnisprävention) verändern.
Konkrete Beispiele verhaltensorientierter Interventionen sind:
- Kurse für richtiges Heben und Tragen
- Rückenschule
- Stressbewältigung
- gesundes Essen in der Kantine
Beispiele zur Veränderung der Arbeitsverhältnisse sind:
- Gestaltung von Arbeitsplätzen
- Verbesserung von Informations- und Kommunikationsstrukturen
- Erweiterung des Handlungsspielraums von Mitarbeitern
Evaluation und Qualitätssicherung der betrieblichen Gesundheitsförderung
Um die tatsächlichen Effekte der Maßnahmen zu erkennen, ist eine Evaluation erforderlich: Veränderungen von Krankenstand, Mitarbeiter-Fluktuation, Zufriedenheit der Beteiligten (Befragung) usw.
Werden Analyse, Maßnahmen und Evaluation nachhaltig und systematisch durchgeführt und diese in eine Strategie betrieblicher Gesundheitspolitik mit Strukturen und Prozessen eingebunden, spricht man von betrieblichem Gesundheitsmanagement.
Mehr Anregungen und Beispiele für die betriebliche Gesundheitsförderung finden Sie hier.
-
Bildschirmbrille: Fragen und Antworten
1.235
-
Wiedereingliederung - was ist zu beachten?
8131
-
Arbeitsmedizinische Vorsorge: Pflicht oder freiwillig?
575
-
Arbeitsstättenverordnung: Wann ist ein Pausenraum Pflicht?
294
-
Wenn ein Mitarbeiter nachts nicht mehr arbeiten darf
211
-
Drei-Schicht-System: Grundlagen, Funktionsweise und Arbeitsschutz
178
-
Was tun, wenn der Frosch nicht verschwinden will
137
-
Gefahr durch Epoxidharz wird unterschätzt
125
-
Ist der Arbeitgeber zur Getränkeversorgung am Arbeitsplatz verpflichtet – wenn ja, wann?
114
-
Dürfen Mitarbeiter frei bestimmen, wie sie ihre Pause verbringen?
108
-
3 Tipps für mehr Akzeptanz des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Unternehmen
29.05.2026
-
DGUV Barometer Arbeitswelt 2026: Arbeitsschutz steigert "Krisenresilienz"
26.05.2026
-
ISO 3941:2026: Neue Brandklasse L für Lithium-Brände
18.05.2026
-
Wie effektiv ist Betriebssport? Wissenschaftliche Studien liefern gemischte Ergebnisse
12.05.2026
-
Psychische Gesundheit im Betrieb: ifaa-Studie 2026
07.05.2026
-
TÜV Rheinland: Gefährdungsbeurteilung neu denken
06.05.2026
-
Aktualisierung DGUV Information 205-040: Brandschutz Prüffristen
29.04.2026
-
Welttag Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz 2026
28.04.2026
-
Digitale Prävention: Vorausschauende Sicherheit mit KI und AR
27.04.2026
-
Was die Cannabis-Legalisierung brachte
20.04.2026