Handbuch zu Leistungsindikatoren für nachhaltige Entwicklung
Eine „Authentische Bewertung der Nachhaltigkeit“ sollen die Leistungsindikatoren für nachhaltige Entwicklung ermöglichen. Das United Nations Research Institute for Social Development (UNRISD) hat ein Benutzerhandbuch zu den Sustainable Development Performance Indicators (SDPI) entwickelt. Der Unternehmensverband B.A.U.M. e. V. übersetzte dieses Handbuch ins Deutsche und stellte es am 6. November gemeinsam mit dem Think Tank r3.0 vor.
„Inklusivität ist der Kern der Schaffung einer nachhaltigen Zukunft. Die Übersetzung dieses Handbuchs ins Deutsche ist ein wichtiger Schritt, um diese wichtigen Ideen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen,“ sagte Ilcheong Yi, Senior Research Coordinator des UNRISD, anlässlich der Veröffentlichung der deutschen Übersetzung.
Das Handbuch stellt neue Methoden und Indikatoren vor, die blinde Flecken der herkömmlichen Berichterstattung beseitigen sollen. Die Sustainable Development Performance Indicators (SDPI) beziehen planetare und gesellschaftliche Belastungsgrenzen sowie die UN-Nachhaltigkeitsagenda ein.
Nachhaltigkeitsreporting aus dem Blickwinkel der planetaren Grenzen
„Die Leistungsindikatoren nehmen planetare und gesellschaftliche Belastungsgrenzen wirklich ernst, indem sie sie als wirkungsorientierte Berichtsprinzipien in praktisch anwendbare Maßstäbe übersetzen", erklärt die B.A.U.M.-Vorsitzende Yvonne Zwick.“ Die Übersetzung des UNSDPI-Handbuchs soll den Zugang für die deutschsprachige Anwenderschaft erleichtern.
Zwick geht davon aus, dass die Praxis der Nachhaltigkeitsberichterstattung mit diesen Bezugsgrößen einem neuen partnerschaftlichen Zusammenspiel zwischen Politik und Wirtschaft zum Erreichen einer nachhaltigen Entwicklung deutlich näher kommen kann. „Das Erreichen der Ziele der Agenda 2030 liegt im gesamtgesellschaftlichen Interesse und damit auch im Interesse der Wirtschaft selbst“, betont sie.
Vorteile für Unternehmen der Sozial- und Solidarwirtschaft
„Die Messung der Nachhaltigkeitsleistung von Wirtschaftsunternehmen hat sich als schwierige Aufgabe erwiesen. Die derzeitig genutzten Indikatoren, Methoden und Berichtsmodelle durch ESG-Standardsetzer bieten keine angemessene Grundlage für die Bewertung der Auswirkungen auf die sozioökonomischen, Governance- und Umweltdimensionen der nachhaltigen Entwicklung“, erklärt Ralph Thurm, Gründer und Geschäftsführer von r3.0. Aktuelle Berichtsmodelle seien vor allem für gewinnorientierte Unternehmen konzipiert, daher gehe die Nachhaltigkeitsberichterstattung laut Thurm häufig am Kern, „nämlich dem Nachweis echter unternehmerischer Nachhaltigkeitsleistungen“ vorbei. Durch die Nutzung der UNSDPI-Indikatoren können Unternehmen, die neben wirtschaftlichen auch soziale und ökologische Ziele anstreben, ihre Beiträge laut Thurm besser sichtbar machen.
Im Rahmen der Präsentation der deutschen Übersetzung des Handbuchs wurden auch Erfahrungen der B.A.U.M.-Mitgliedsunternehmen Weleda und GLS Bank geteilt, die Erstanwender der UNSDPI waren. Außerdem stellte Heike Grosch, Gründerin von Matching Fusion, das didaktische Konzept der SDPI Journey vor.
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