10 konkrete Maßnahmen für Nachhaltigkeit in Unternehmen
Vom „Was müssen wir berichten?“ zum „Was können wir verändern?“
Berichte zeigen, was war. Der Begriff Transformation wiederum zeigt, was war, was ist, vor allem aber, was sein sollte und beschreibt, wie dieser Prozess von A nach B aussehen kann. Und genau darum geht es. Unternehmen müssen sich vom reinen Reporting-Denken lösen und sich stattdessen fragen: Welche Maßnahmen bringen uns als wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen – und unsere Umwelt und Gesellschaft – wirklich weiter?
Wichtig ist, realistische, kontextbezogene und wirkungsvolle Schritte zu wählen und diese konsequent umzusetzen. Dafür braucht es kein Mammutprojekt. Oft genügen gezielte, gut gewählte Maßnahmen, um sichtbare Fortschritte zu erzielen. Strategisch sinnvolle und zugleich pragmatische Maßnahmen lassen sich heute auch mit Softwareunterstützung identifizieren.
Entlang der ESG-Kategorien Umwelt, Soziales und Governance gibt es zahlreiche wirkungsvolle Maßnahmen mit Fokus auf der pragmatischen Umsetzung und individuell hohem Impact, die Unternehmen so direkt erkennen und angehen können. Ein paar Beispiele aus unserer konkreten Unternehmenspraxis:
Umwelt: Kleine Hebel, große Effekte
1. Pendleremissionen senken durch smarte Mobilität
Der Umstieg auf Homeoffice-Modelle, Jobtickets oder Mobilitätsbudgets für Bus, Bahn oder Fahrrad kann mit wenig administrativem Aufwand realisiert werden und senkt die CO₂-Bilanz sofort. Wer zusätzlich Carsharing-Optionen oder Mitfahrplattformen anbietet, steigert gleichzeitig die Mitarbeiterzufriedenheit.
2. Energie sparen ohne Großinvestition
Durch intelligentes Lastmanagement, die Nutzung von Abwärme oder einfache Maßnahmen wie Standby-Regelungen, Bewegungsmelder oder gezielte Mitarbeiterschulungen lassen sich große Effekte erzielen. Technologische Lösungen wie Wärmepumpen oder Gebäudesanierungen können ergänzend und schrittweise implementiert werden.
3. Kreislaufwirtschaft starten – mit internen Hackathons
Circular Economy muss nicht bei der Produktentwicklung beginnen. Erste Impulse können interne Innovationsworkshops oder Hackathons liefern, bei denen Mitarbeitende Ideen zur Wiederverwendung oder Ressourcenschonung entwickeln. Das fördert nicht nur neue Ansätze, sondern auch Engagement und Identifikation mit dem Thema Nachhaltigkeit.
4. Umweltverschmutzung strategisch und pragmatisch bekämpfen
Auch beim Thema Umweltverschmutzung gilt es, pragmatische Maßnahmen mit strategischem Anspruch zu verbinden. Beispiele aus der Praxis umfassen die Modernisierung von Abwasseraufbereitungssystemen oder die Verwendung umweltfreundlicher Reinigungsmittel.
5. Wasser als strategische Ressource denken
Auch was den Wasserverbrauch angeht, sind Unternehmen zunehmend gezwungen, sich nicht nur effizient, sondern auch resilient aufzustellen. Strategien umfassen die Implementierung wassersparender Technologien, die Nutzung von Regenwasser, die Analyse von Wasserrisiken in der Lieferkette sowie den Einsatz geschlossener Wasserkreisläufe in der Produktion.
Soziales: Verantwortung zeigen, Teilhabe ermöglichen
6. Diversität im Führungsteam herstellen.
Dass diverse Unternehmen erfolgreicher sind, ist wissenschaftlich erwiesen. Unternehmen können damit sowohl die Mitarbeiterzufriedenheit als auch die Innovationskraft und den wirtschaftlichen Erfolg steigern – und sind so besser gerüstet für die Herausforderungen einer globalisierten und sich ständig verändernden Wirtschaft. Hier sollten Unternehmen Initiativen voranbringen, um Mitarbeitende verschiedener Herkunft, Geschlecht und Alter zu integrieren – insbesondere in Führungspositionen.
7. Arbeitssicherheit digitalisieren
Bereits einfache digitale Tools zur Erfassung von Unfällen oder Beinahe-Vorfällen ermöglichen eine datenbasierte Prävention. Kombiniert mit regelmäßigen Schulungen und verbesserten Arbeitsschutzmaßnahmen, können Risiken schnell und konkret reduziert werden.
8. Regionale Partnerschaften aufbauen
Die Unterstützung lokaler Bildungsinitiativen oder gemeinnütziger Vereine ist eine einfache Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen – sichtbar, nahbar und mit starker Wirkung auf die gesellschaftliche Akzeptanz. Auch eine bevorzugte Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten und Partnern kann einen Unterschied machen. Die Reduktion von Lärm- und Verkehrsbelastungen, der Aufbau regionaler Arbeits- und Ausbildungsplätze oder ein transparenter Beschwerdemechanismus tragen zudem zu einer dauerhaften Verankerung am Standort bei.
Governance: Verantwortung entlang der Lieferkette
9. Nachhaltigkeitsstandards partnerschaftlich entwickeln
Statt auf Komplettumbau zu setzen, können Unternehmen erste verbindliche Beschaffungsstandards definieren, die soziale und ökologische Kriterien berücksichtigen. Grundlage dafür ist eine transparente Analyse der Lieferkette. Gemeinsam mit Lieferanten lassen sich so erste Projekte auf Augenhöhe starten.
10. Nachhaltigkeitskodex als fester Bestandteil von Einkaufsverträgen
Ein kompakter, praxisnaher Nachhaltigkeitskodex, den alle Lieferanten anerkennen, schafft Verbindlichkeit und Transparenz. Er lässt sich schrittweise erweitern und bietet einen stabilen Rahmen für nachhaltige Entwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Erfolgsfaktoren: Was den Wandel wirklich voranbringt
Der Weg vom Reporting ins Handeln braucht nicht zwingend große Budgets. Entscheidend sind:
- Klare Priorisierung: konkrete Maßnahmen, statt einer langen Wunschliste.
- Interne Beteiligung: Mitarbeitende durch Workshops, Ideenwettbewerbe oder kleine Pilotprojekte zu Mitgestaltenden machen.
- Transparente Kommunikation: Erfolge sichtbar machen – intern wie extern.
- Iteratives Vorgehen: Besser klein starten, testen und ausbauen, statt auf das perfekte Konzept zu warten.
Wirkung durch Struktur und Systematik
Nachhaltigkeit braucht keinen großen Knall. Viel wirkungsvoller ist die konsequente Umsetzung kleiner, sinnvoller Maßnahmen. Eine digitale Lösung kann genau hierfür einen strukturierten Zugang eröffnen. Solche Tools helfen, aus der Vielzahl möglicher Schritte jene zu identifizieren, die wirklich Wirkung entfalten – im Einklang mit der Unternehmensstrategie und den vorhandenen Ressourcen. So wird aus ESG-Reporting echte ESG-Verantwortung – und aus Anspruch Realität.
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