Neben der Bertelsmann Stiftung haben auch die EU-Statistikbehörde in einer Studie sowie die UNDESA gleich in 3 Berichten im Jahr 2019 den Stand der Umsetzung der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele untersucht. Das Basel Institute of Commons and Economics hat sodann auf die Anzahl der Nennungen der verschiedenen Ziele und Themen in allen Reports abgestellt und daraus die unausgewogene Berücksichtigung der Ziele abgeleitet. Aus dieser im Ergebnis festgestellten Unausgewogenheit wurde durch das Institut der Schluss gezogen, dass folglich der Umsetzungsstand pro Ziel wohl auch divergieren wird.
Interdependenzen innerhalb und zwischen den Dimensionen
Das Institut weist in seinem Bericht "World Social Capital Monitor" daher insbesondere auf die Interdependenzen zwischen den verschiedenen Zielen hin, betrachtet diese im Zusammenhang mit der Aufmerksamkeit, die jedes dieser Ziele, gemessen anhand der Häufigkeit der Nennungen, erfährt, und gelangt zu folgendem Schluss. Die Ziele, die unter den Top 3 gereiht sind, wie etwa die Bekämpfung von Armut, Hunger sowie die Sicherstellung von und der Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung, hängen entscheidend von Frieden und Gerechtigkeit ab, wobei Frieden als Ziel bloß auf Rang 11 zu landen kommt. Auch hängen diese Ziele eng mit der sozialen Inklusion, Gleichstellung der Geschlechter und Chancengleichheit insgesamt zusammen. Soziale Inklusion als Ziel rangiert aber nur auf dem letzten Platz. Chancengleichheit und Gleichstellung der Geschlechter schaffen es lediglich ins letzte Drittel. Alle sozialen Ziele interagieren also, werden aber sehr unterschiedlich aufgegriffen und erfahren unterschiedlich hohe Aufmerksamkeit. Das nährt den Zweifel am Erfolg der Umsetzung dieser Ziele insgesamt. Ähnlich sieht es bei den ökologischen Zielen aus. Das Zie...