Rz. 13

ESG-Rating-Anbieter bewerten die Nachhaltigkeitsleistung meist ganzheitlich, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten (z. B. legt EcoVadis den Fokus auf die Risiken in der Lieferkette, MSCI betrachtet v.a. die Governance-Strukturen eines Unternehmens, ISS ESG & Sustainalytics haben eine ausgewogene und Impact-basierte "E-S-G"-Verteilung der Betrachtungsschwerpunkte).

 

Rz. 14

Adressaten der ESG-Ratings sind meist die Investoren, wobei ein EcoVadis-Rating z. B. auch für die Erfüllung von Kundenanforderungen eingesetzt werden kann. Teilw. können die ESG-Ratings nur von Investorenseite und nicht von den Unternehmen selbst beauftragt werden. Je nach Rating-Anbieter werden die Unternehmen durch die Bereitstellung oder Validierung von Informationen direkt in den Bewertungsprozess einbezogen, teilw. werden nur unabhängige Informationen, die nicht vom Unternehmen selbst bereitgestellt wurden, für die Bewertung herangezogen (z. B. Scope Group). Abhängig von den Risikoprofilen der Branche, der jeweiligen Größenklasse des Unternehmens und der entsprechenden Schwerpunktsetzung der Rating-Agentur werden verschiedene Messpunkte und Gewichtungen für die Analyse herangezogen.

 

Rz. 15

Die externe Verifizierung (external assurance) der Sustainability Disclosures wirkt sich i. d. R. positiv auf das jeweilige Rating-Ergebnis aus. Trotz unterschiedlicher und teilw. intransparenter Ansätze sind diverse Rating-Agenturen am Markt anerkannt, sowohl bei Equity- wie auch Fixed-Income-Investoren. Ein Marktführer konnte sich unter den ESG-Rating-Anbietern bisher nicht klar durchsetzen. Hier könnte in Zukunft ein gewisser Konzentrationsprozess erfolgen.

 

Rz. 16

Die Bewertung der Unternehmen baut normalerweise auf einer jährlichen Einschätzung durch die Rating-Agenturen auf. Zielsetzung der jeweiligen Bewertung ist die Erhöhung von Transparenz und die Vergleichbarkeit von Unternehmen. Schwächen können bei der Bewertung i. d. R. nicht mit Stärken kompensiert werden.

 

Rz. 17

Neben ganzheitlichen ESG-Ratings können die Analysefähigkeiten der meisten ESG-Rating-Agenturen auch für die Durchführung von Second Party Opinions (SPO) im Zuge der Anwendung von Sustainable-Finance-Instrumenten in Anspruch genommen werden.

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