Voraussetzung für die Aufhebung der Wegzugsbesteuerung nach Anteilsveräußerung
Besteuerung und Stundung bei Wegzug
Vor dem FG Münster klagte ein zusammenveranlagtes Paar, welches in 2012 von Deutschland nach Österreich zog. Der Kläger war zu 50 % an einer inländischen GmbH beteiligt. Das Finanzamt berücksichtigte, da der gemeine Wert zum Wegzugszeitpunkt höher war als die Anschaffungskosten, einen fiktiven Veräußerungsgewinn. Die hierfür festgesetzte Steuer wurde nach § 6 Abs. 5 AStG gestundet. Die Anteile wurden vom Kläger in 2016 veräußert. Der erzielte Veräußerungsgewinn war jedoch betriebsbedingt niedriger als der festgesetzte fiktive Gewinn. Aufgrund der Veräußerung widerruf das Finanzamt die Stundung.
Keine Steuererklärung in Österreich abgegeben
Die Kläger begehrten eine Änderung des Steuerbescheids nach § 6 Abs. 6 Satz 1 AStG i.V.m. § 175 Abs. 1 Satz 2 AO. Das Finanzamt lehnte dies jedoch ab mit der Begründung, die Wertminderung könnte ggf. in Österreich berücksichtigt werden. Die Kläger hatten in Österreich keine Steuererklärungen abgegeben, da der Kläger nicht mehr erwerbstätig sei und nur Renteneinkünfte erziele, die in Deutschland zu besteuern seien. Die Klage hatte keinen Erfolg, da durch das Unterbleiben einer Steuererklärungsabgabe in Österreich aus Sicht des FG nicht ausreichend nachgewiesen wurde, dass keine Wertminderung in Österreich geltend gemacht werden kann.
FG Münster, Urteil v. 17.9.2020, 5 K 3356/17 E, veröffentlicht am 15.10.2020
-
Sonderausgabenabzug für einbehaltene Kirchensteuer auf Kapitalerträge aus anderen Einkunftsarten
320
-
Antrag auf Aufteilung der Steuerschuld nach § 268 AO ist unwiderruflich
308
-
Erstattungszinsen für Gewerbesteuer als steuerpflichtige Betriebseinnahmen
308
-
Grundsteuer-Musterverfahren beim Bundesverfassungsgericht
304
-
Selbst getragene Kraftstoffkosten bei der 1 %-Regelung
190
-
Vermietung an den Partner in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft
181
-
Abschreibung für eine Produktionshalle
178
-
Abzug von Fahrtkosten zur Kinderbetreuung
168
-
VG Düsseldorf: Beihilferecht sperrt Überbrückungshilfen III, III Plus und IV
168
-
Entgeltlicher Verzicht auf Nießbrauch bei einem vermieteten Grundstück
1471
-
Schätzung der Anzahl von Familienheimfahrten bei fehlenden Belegen
08.04.2026
-
Grunderwerbsteuer beim Erwerb eines Anteils einer Personengesellschaft durch den Treugeber vom Treuhänder
07.04.2026
-
Rückgängigmachung eines Grundstückskaufvertrags beim Erwerb durch mehrere Personen
07.04.2026
-
Verstoß gegen die satzungsmäßige Vermögensbindung
07.04.2026
-
Vewaltungsgericht darf nicht über Grundsteuermessbetrag urteilen
07.04.2026
-
Rückstellungsbildung bei einem Vorruhestandsmodell
02.04.2026
-
Alle am 2.4.2026 veröffentlichten Entscheidungen
02.04.2026
-
Unterbliebene Antragstellung im für Kindergeld zuständigen Staat
02.04.2026
-
Streitwert bei Bescheid über Gewerbesteuermessbetrag
02.04.2026
-
Klage eines Rechtsanwalts in eigener Sache
02.04.2026