Steuerliche Förderung und Vereinfachung?
Noch Ende letzten Jahres hatte die Bundesregierung den Gesetzentwurf zum Abbau der kalten Progression beschlossen. Doch an ein Inkrafttreten der Neuregelungen war das gesamte Jahr 2012 nicht einmal zu denken. Vier Mal landete das Gesetz auf der Tagesordnung des Vermittlungsausschuss, bis dieser sich am 12.12.2012 auf eine Änderungsempfehlung einigen konnte. Vom ursprünglichen Gesetzentwurf bleibt darin wenig übrig. Lediglich die Anhebung des Grundfreibetrags auf das verfassungsrechtlich gebotene Existenzminimum (ab 2013: 8.130 €, ab 2014: 8.354 €) konnte sich durchsetzen. Eine entsprechende Anpassung des Tarifverlaufs wird es hingegen nicht geben. Damit bleibt es voraussichtlich auch in den kommenden beiden Jahren bei inflationsbedingten Belastungen für Steuerpflichtige – ein wahrlich schlechter Rutsch ins neue Jahr.
Einen ähnlichen Ausgang nahmen die Auseinandersetzungen zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Seit November 2011 konnten sich Bund und Länder nicht auf einen Kompromiss einigen. Kurz vor dem erneuten Jahreswechsel nun ein Ergebnis – sämtliche Streitpunkte zur steuerlichen Förderung werden aus dem Gesetz gestrichen! Zwar müssen sich viele Wohneigentümer nun erst einmal wieder hinsichtlich der erhofften steuerlichen Förderung von Sanierungsmaßnahmen gedulden. Etwas Gutes hat das Ergebnis dennoch – keine steuerliche Lenkung! Vielmehr plant die Bundesregierung, für 2013 ein neues KfW-Programm auf den Weg zu bringen. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Weg recht bald eingeschlagen wird.
Spätestens beim Deutsch-Schweizer-Steuerabkommen war dann Schluss mit dem beschwerlichen Streichen einzelner Gesetzespassagen. Der Vorschlag des Vermittlungs-ausschusses hierzu: „Aufhebung des Gesetzes!“ Sofern der Bundestag dieser Empfehlung folgt, ist das Gesetz damit insgesamt vom Tisch.
Weitaus weniger energisch fiel zumindest das Ergebnis um die Diskussion des Gesetzes zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts aus. Zwar schlägt der Vermittlungsausschuss auch diesbezüglich eine Änderung vor, nämlich die doppelte Verlustnutzung im Körperschaftsteuergesetz neu zu regeln, – insgesamt konnte jedoch eine Einigung erzielt werden.
Schließlich konnte auch das Jahressteuergesetz 2013 im ersten Anlauf, jedoch mit umfangreichen Änderungsempfehlungen, den Vermittlungsausschuss am Mittwoch passieren. Wichtige Ansätze u. a. zur Entlastung von Unternehmen blieben dabei allerdings auf der Strecke. Der Nationale Normenkontrollrat hatte noch in seinem Jahresbericht 2012 aus Oktober 2012 auf die enorme Bedeutung der Reduzierung der Aufbewahrungsfristen als Entlastungsmaßnahme für Wirtschaft und Verwaltung hingewiesen.
„Ohne diese Maßnahme wäre das Gegenteil der Fall - ein stetiger Kostenanstieg durch eine Vielzahl von Gesetzgebungsvorhaben. Dieser sich abzeichnende Trend weiter zunehmender Folgekosten ist besorgniserregend, hier muss gegengesteuert werden.“
Angesichts dieser Ausführungen könnte der Vorschlag des Vermittlungsausschusses ernüchternder nicht sein: Streichung des Artikel 32 und damit Streichung der Änderungen zur weiteren Verkürzung der Aufbewahrungsfristen.
Sowohl Bundesrat als auch Bundestag werden sich erst in 2013 wieder mit den vorbezeichneten Änderungs- und Aufhebungsempfehlungen des Vermittlungsausschusses befassen können. Wie die FAZ noch am vergangenen Freitag berichtete, lagen die im Vermittlungsausschuss getroffenen Ergebnisse den Abgeordneten des Bundestags nicht rechtzeitig vor. Mit Hinweis auf die Geschäftsordnung des Bundestags lehnten die Fraktionen von Union und FDP daher die Abstimmung im Parlament am 14.12.2012 ab (vgl. FAZ vom 14.12.2012, S. 1).
-
Schonfrist für Offenlegung der Jahresabschlüsse 2024
2.531
-
Voraussetzungen und Besonderheiten der steuerfreien Aktivrente
1.6224
-
Steuerliche Entlastung für kleinere Photovoltaikanlagen ab 2022 und 2023
946459
-
E-Rechnung
6809
-
Neue Pflichtangaben bei Reverse-Charge-Leistungen
564
-
Behindertenpauschbetrag: Höhe, Anspruch & Steuer-Tipps
5021
-
Viertages-Zugangsvermutung bei der Bekanntgabe von Steuerbescheiden
4983
-
Steueränderungen 2026
379
-
Änderung des Steuerberatungsgesetzes doch ohne verschärftes Fremdbesitzverbot
375
-
Bundesrat stimmt Steueränderungsgesetz 2025 zu
322
-
Rahmenkonzept zur Gesellschaft mit gebundenem Vermögen (GmgV)
05.03.2026
-
Zollfinanzgerechtigkeitsgesetz zur Modernisierung der Organisation der Zollverwaltung
05.03.2026
-
Gesetz zur Einführung eines antragslosen Kindergeldes
25.02.2026
-
Bunderats-Finanzausschuss fordert Stärkung des Fremdbesitzverbots in der Steuerberatung
24.02.2026
-
Aktualisierte EU-Liste nicht kooperativer Länder und Gebiete
20.02.2026
-
Nationale Spielräume bei Anti-Steuervermeidungsregeln der EU
20.02.2026
-
Omnibus-Paket zur Besteuerung
19.02.2026
-
Linnemann will Schwelle für Spitzensteuersatz verschieben
17.02.2026
-
BStBK fordert Stärkung des Fremdbesitzverbotes in der Steuerberatung
17.02.2026
-
DStV fordert Befreiung von Meldepflichten für Steuerberater
12.02.2026