10.09.2012 | Unfallversicherung

Neue Gefahrtarifstelle für Fußballer

Volltreffer: Die neue Gefahrtarifstelle für Fußballer.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) hat beschlossen, eine eigene Gefahrtarifstelle für Fußballer einzurichten. So können die Beiträge für den Sport gerechter berechnet werden.

Immer wieder beklagen Sportvereine die hohen Beitragsrechnungen der gesetzlichen Unfallversicherung. Zuständig ist die VBG, die Berufsgenossenschaft des Profisports. Die Vertreterversammlung der VBG hat am 5.9.2012 einen Beschluss gefasst, wie künftig die Beiträge für den Sport berechnet werden sollen.

Neue Gefahrtarifstellen für den Sport

Die hohen Belastungen aus dem Fußball werden in einer eigenen Gefahrtarifstelle gebündelt. Die Belastungen aller anderen Sportarten werden in einer anderen Gefahrtarifstelle zusammengefasst. Die Gefahrtarifstellen spiegeln das Gefährdungsrisiko einer Branche wider und bestimmen die Höhe des Beitrags.

Anhebung der Gefahrtarifstellen

Im geltenden Gefahrtarif 2011 sind für die betreffenden Gefahrtarifstellen 16.1 und 16.2 Anhebungen bis 2016 beschlossen. Da die Unfälle und damit die Kosten für Sportler weiterhin überproportional angestiegen sind, werden die genannten Gefahrtarifstellen stufenweise angepasst. Das stufenweise Anheben der im Gefahrtarif gesetzten Gefahrklassen verhindert übermäßige Beitragssprünge. Im September 2011 setzte die VBG die Erhöhung der Gefahrklassen bis Ende 2012 aus. Es sollte eine Lösung gefunden werden.

Für den Sport steigen die Gefahrklassen also erstmals mit dem Beitrag 2013. Der wird 2014 fällig.

Mehr Prävention - weniger Kosten

Durch die neue "eigene" Gefahrtarifstelle hat der Fußball die Chance, durch wirksame und sinnvolle Präventionsmaßnahmen, die Belastungen selbst zu senken.

Es ist von großer Bedeutung, die Prävention im Sport zu verstärken. „Jeder Unfall, der verhindert werden kann, erspart nicht nur Leid, sondern auch Kosten. Darum setzen wir auf Prävention“, so Arno Metzler, Vorsitzender der VBG-Vertreterversammlung.

Durch ein jährliches Monitoring der Entwicklung im Sport prüft die VBG die Wirksamkeit der beschlossenen Maßnahmen.

Beitragskosten senken - wie geht das?

Gesetzlicher Versicherungsschutz besteht für die Profisportler mit einem Arbeitsvertrag. Ansatzpunkt für geringere Beiträge ist eine Reduzierung der Unfälle und der damit verbundenen Kosten für Rehabilitation und Entschädigung. Die VBG bietet Sportvereinen mit Checklisten, Unterweisungen, Seminaren, Fachinformationen und Praxishilfen umfangreiche Präventionshilfen.

Hintergrund

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Spitzenverband der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hatten sich für eine Deckelung des Beitrags ausgesprochen. Andere Branchen, die ebenfalls in der VBG versichert sind, allen voran die Zeitarbeitsbranche haben dagegen aufbegehrt. Sie wollten die Beitragslast des Sports nicht länger mitfinanzieren.

Schlagworte zum Thema:  Unfallversicherung, VBG, Prävention

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