Bundespräsident für flexibles Renteneintrittsalter
Bundespräsident Joachim Gauck hat sich für ein flexibles Renteneintrittsalter ausgesprochen. Gleichzeitig appellierte er bei der Eröffnung des 10. Deutschen Seniorentags am 3.5.2012 in Hamburg an die ältere Generation, die durch die höhere Lebenserwartung gewonnene Freiheit auch aktiv zu nutzen.
Kein Festhalten an starren Regeln
"Ich wünsche mir, dass jene, die es wollen, länger im Beruf bleiben können", sagte der 72-jährige Gauck. "Und ich rede bewusst auch nicht allein vom Broterwerb, sondern ich rede von Tätigkeit." An Politik und Wirtschaft gewandt betonte der Bundespräsident: "Wir werden erkennen, dass (...) Konsequenzen einer Gesellschaft des langen Lebens nur dann bedrohlich sind, wenn zu starr an den bisherigen Systemen, Vorgaben und Eckpunkten festgehalten wird."
Ältere Menschen haben viel weiterzugeben ...
Mit Blick auf Altersarmut, Einsamkeit oder der Angst, ein Pflegefall zu werden, sagte Gauck: "So berechtigt die Befürchtungen im Einzelnen sind – wir dürfen uns von ihnen nicht überwältigen und vor allem nicht einschüchtern oder ängstigen lassen." Denn "die gewonnenen Lebensjahre im Alter schenken uns Freiheit: die Freiheit, von vielen äußeren Zwängen entlastet unsere Fähigkeiten weiter zu erproben und weiterzugeben".
... aber leiden oft unter Schwierigkeiten im Erwerbsleben
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) betonte, die seniorenpolitischen Maßnahmen müssten an den Bedürfnissen älterer Menschen ausgerichtet werden. Schröder wurde bei ihrem Grußwort mehrfach von einem empörten Rentner lautstark unterbrochen. Hamburgs Regierungschef Olaf Scholz (SPD) kritisierte die nach wie vor bestehenden Schwierigkeiten für viele Menschen über 50, einen Job zu finden. "Das ist nicht in Ordnung, das ist Diskriminierung. Und daran müssen wir in Deutschland arbeiten, dass sich das wieder ändert", sagte der frühere Bundesarbeitsminister.
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