Europäische Impfwoche

Geringe Impfbereitschaft schwächt den Schutz vor Krankheiten


Corona Impfung

Impfmüdigkeit und eine verzerrte Risikowahrnehmung gefährden den gesellschaftlichen Impfschutz. Zum Anlass der Europäischen Impfwoche 2026 fordern RKI und PEI gezieltere Aufklärungsmaßnahmen und eine zielgruppenspezifischere Kommunikation.

Zugleich berichtet das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten ECDC über Fortschritte bei der HPV-Impfung zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs.

Impfstatus regelmäßig prüfen 

Die Europäische Impfwoche rückt vom 19. bis 25. April die Bedeutung von Impfungen über alle Lebensphasen hinweg in den Fokus. Unter dem Motto „Impfungen wirken in jeder Generation“ betont sie deren zentrale Rolle für den Schutz vor Krankheiten. Das PEI, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, empfiehlt in diesem Zusammenhang, den eigenen Impfstatus regelmäßig zu prüfen und Impflücken zu schließen. 

Erkrankungsrisiko wird oft unterschätzt 

Auswertungen des RKI für Deutschland zeigen, dass Personen mit Empfehlung für eine Grippeimpfung ihr Erkrankungsrisiko häufig unterschätzen. Sie bewerten sowohl die Wahrscheinlichkeit einer Infektion als auch mögliche Krankheitsfolgen als eher gering. Zugleich bleibt die Zielgruppe heterogen und weist unterschiedliche Einstellungen zu Wichtigkeit, Sicherheit und Wirksamkeit der Grippeimpfung auf. Eine höhere Impfbereitschaft findet sich vor allem bei älteren Menschen.

Zielgruppenspezifische Aufklärung soll gegenwirken

Als Ansatzpunkt für eine höhere Impfquote nennt das PEI eine gezieltere Aufklärung. Das RKI empfiehlt, das Bewusstsein für individuelle Risiken zu erhöhen und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Zielgruppen stärker zu berücksichtigen. Die WHO setzt darauf, Gesundheitspersonal zu befähigen, verständlich und einfühlsam über Impfungen aufzuklären und damit die Akzeptanz zu stärken sowie fundierte Entscheidungen zu unterstützen.

Erfolge beim HPV-Impfschutz 

Das ECDC weist parallel auf Fortschritte bei der HPV-Impfung hin. Demnach empfehlen inzwischen alle Staaten der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums die Impfung für Jugendliche. Seit 2020 sinkt in Europa die Gebärmutterhalskrebsrate bei geimpften Frauen. Eine frühe HPV-Impfung erhöht den Schutz Studien zufolge deutlich. „Die Fortschritte in Europa zeigen, was möglich ist, wenn Länder konsequent in wirksame Impfstrategien investieren“, sagte Bruno Ciancio, Leiter der Abteilung für direkt übertragbare Krankheiten und durch Impfungen vermeidbare Erkrankungen beim ECDC.

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