Gerold Frick: "Berufliche Gründe spielten absolut keine Rolle"
Haufe Online-Redaktion: Warum sind Sie so überstürzt zurückgetreten?
Gerold Frick: Mein Rücktritt war nicht überstürzt, sondern überraschend, vor allem für Außenstehende.
Haufe Online-Redaktion: Wollen Sie damit andeuten, dass Ihr Rücktritt schon länger geplant war?
Frick: Nein. Bei mir haben sich im privaten Umfeld in letzter Zeit Dinge verändert, die eine Neubewertung in ihrer Gesamtkonstellation verlangten. In der Konsequenz habe ich für mich die Entscheidung getroffen, den Vorstand zu bitten, mich vorzeitig aus dem Vertrag zu entbinden.
Haufe Online-Redaktion: Hat es vielleicht auch etwas damit zu tun, dass die DGFP mit stagnierenden Aussteller- und Besucherzahlen bei Kongress und Messe zu kämpfen hat, und Sie schlicht keine Perspektive mehr für sich und die DGFP gesehen haben – auch angesichts der Erfolge des Bundesverbands der Personalmanager (BPM)?
Frick: Jegliche Spekulationen und Mutmaßungen in diese Richtung sind Unfug und ich muss diese weit von mir weisen. Die DGFP bietet nach wie vor eine hervorragende Perspektive, sie ist sehr gut aufgestellt, wozu auch ich einen wichtigen Beitrag geleistet habe. Von daher besteht überhaupt kein Anlass für Resignation, ganz zu schweigen, ein Grund, das Handtuch zu werfen.
Haufe Online-Redaktion: Können Sie mir trotz allem erklären, weshalb die Besucher- und Ausstellerzahlen bei der Messe gesunken sind und der DGFP-Kongress nur auf eine Teilnehmerzahl von 700 kommt?
Frick: Wir messen uns als DGFP nicht allein an der Quantität. Das war noch nie unser Anspruch. Die DGFP steht für Qualität im Personalmanagement und für Qualität, in dem was wir tun. Für uns geht Klasse vor Masse. Und in diesem Zusammenhang sind sinkende Ausstellerzahlen oder stagnierende Kongressbesucherzahlen Dinge, die wir wahrnehmen. Wir sehen aber auch, dass wir bei denen, die als Kongressteilnehmer, Messebesucher oder Aussteller zu uns kommen, überzeugen können – eben durch Klasse, Qualität und Kontinuität, die wir als DGFP leben.
Haufe Online-Redaktion: Würden Sie in dieser Hinsicht dem BPM die Qualität absprechen?
Frick: Ich kann nicht für den BPM, sondern nur für die DGFP sprechen.
Haufe Online-Redaktion: Wenn Sie persönlich eine Bilanz ziehen würden: Was würden Sie sagen, ist Ihnen während Ihrer Zeit als Geschäftsführer der DGFP am meisten geglückt?
Frick: Mir ist es mit meinem Team sicherlich geglückt, die DGFP zu erneuern sowie offener und interessanter für die HR-Community zu machen. Hier ist vor allem der neue Außenauftritt zu nennen, der den Anspruch der DGFP, frisch, dynamisch und richtungsweisend zu sein, nach außen und innen gut kommuniziert. Des Weiteren ist es uns gelungen, Kongress und Messe stärker miteinander zu verzahnen und so inhaltliche Synergieeffekte besser zu nutzen. Hier sind wir weiterhin auf einem qualitativ sehr guten Weg, der weg von der klassischen Messe führt.
Haufe Online-Redaktion: Gibt es Dinge, die Ihnen weniger geglückt sind?
Frick: Das, was wir uns als Managementteam vorgenommen haben, haben wir bei der DGFP auch erreicht.
Haufe Online-Redaktion: Wissen Sie schon, wie es beruflich bei Ihnen weitergeht? Inwiefern ist zum Beispiel eine Rückkehr an Ihren Lehrstuhl an der FH Aalen eine Option?
Frick: Dazu möchte ich mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Wie gesagt, mein Rücktritt hat rein private Gründe und dafür bitte ich um Verständnis. Als Personalmanager sprechen wir immer davon, Berufs- und Privatleben in Einklang zu bringen. Es gibt eben auch Dinge, die nicht allein nach beruflichen Kriterien zu bewerten sind. Und aktuell geht das Private einfach vor. Was den Lehrstuhl an der Hochschule Aalen betrifft, bin ich da beurlaubt und es besteht die Option, dorthin zurückzukehren.
Das Interview führte Nicole Schrehardt.
Hinweis: Es ist wieder so weit. Die "40 führenden Köpfe im Personalwesen" stehen fest. Wer es neben Professor Gerold Frick in die prominente Liste geschafft hat und welche Neueinsteiger hinzugekommen sind, lesen Sie in der September-Ausgabe des "Personalmagazins" (09/2011).
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