Vom 24. bis 26. Januar fand in der Messe Karlsruhe zum 25. Mal die E-Learning-Messe Learntec statt. Bild: Martin Pichler

Mit mehr als 7.500 Fachbesuchern gegenüber 7.250 im Vorjahr und 257 Ausstellern versus 233 im Jahr 2016 verzeichnete die Learntec in Karlsruhe zu ihrem 25. Jubiläum einen Rekordansturm. Sowohl beim Veranstalter wie bei den Ausstellern gab es sehr zufriedene Gesichter.

"Eine wachsende Bedeutung von digitaler Bildung zeigte sich in der Aufbruchstimmung, die auf der Messe herrschte", freute sich Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH. Sowohl Einsteiger als auch langjährige Experten hätten sich bei Ausstellern, in Foren und im Kongress informiert. 63 Prozent der Besucher seien zudem erstmals zur Learntec gekommen. 

Digitales Lernen und Blended Learning sind gefragt

Drei Tage lang Trubel auf dem großen Messestand und rund 500 Leads, so viele wie noch nie, verzeichnete Hartmut Scholl, Geschäftsführer des Adobe-Partners Reflact AG aus Oberhausen. Sowohl die Anzahl der Besucher, deren Verteilung über die drei Messetage und die Qualität der Gespräche sei nach oben gegangen, bemerkte Onno Reiners von der MITE-Solutions GmbH, Friedrichsdorf.

Bei der Haufe Akademie aus Freiburg waren bereits am ersten Tag die Prospekte zum Thema "Blended Learning" und "Digitales Lernen" vergriffen und mussten nachgeordert werden. "Die Reaktion der Standbesucher zeigt, dass wir mit unserem Angebot hier genau richtig liegen", so Peter Miez-Mangold, Bereichsleiter Digital Learning Solutions. Die erstmals auf dem Kongress angebotenen Workshops seien ebenfalls gut angenommen worden, ergänzte Dirk Weigand, Leiter Competence Center Digitales Lernen.

Neue Nachfrage nach Performance Support, Trend: Virtual Reality

Neben dem Dauerbrenner "Blended Learning" verzeichneten die Anbieter auf der Learntec eine wiederauflebende Nachfrage nach Performance-Support-Angeboten. Es gebe nach wie vor großes Interesse an Learning Management Systemen, so Christian Wachter, Vorstand der IMC AG aus Saarbrücken. Neu sei, dass darin möglichst auch die mit informellem Lernen erworbenen Kompetenzen erfasst werden sollten.

Diesen Roboter schickte ein Anbieter durch die Learntec-Messehalle. Er forderte die Besucher zum gemeinsamen Foto auf. Bild: Haufe Online Redaktion

Ein großer Trend: Virtual Reality. Auf einigen Ständen konnten die Besucher selbst erfahren, wie es ist, mit einer Virtual-Reality-Brille auf dem Kopf und einem Joystick in der Hand Bälle auf ein Ziel zu werfen, etwas vom Boden aufzuheben oder Maschinen zu bedienen.

Coaching-Kultur zur Resilienz-Steigerung

Längst geht es bei der Learntec nicht mehr nur um Lerntechnologien. Digitale Lerntechnologien alleine reichen nicht aus, um HR, Personalentwicklung und Mitarbeiter fit für das Arbeiten 4.0 zu machen. Thomas Jenewein, Business Development Manager Education Mittel & Ost-Europa bei der SAP AG hatte unter anderem mit Enrico Palumbo den HR-Direktor der SAP Schweiz auf den Messestand des Unternehmens eingeladen.

In seinem kurzen Impulsvortrag schilderte Palumbo, wie die SAP AG eine Coaching-Kultur in der Schweiz aufgebaut habe, um den einzelnen Mitarbeiter wie die Organisation resilienter zu machen. Zusätzlich arbeite man bei SAP mit einem Mentoring-System, dass sich jetzt auch in der Talentmanagement-Suite Success Factors abbilden lasse. Es erlaube, einen Mentoring-Prozess aufzubauen und zum Beispiel passende Paarungen von Mentor und Mentee zu finden.

Learntec-Kongress wird bunter

Wie die meisten anderen Aussteller auch, hat die SAP AG bereits einen Stand für 2018 gebucht. Weil in diesem Jahr bereits einigen Interesseten abgesagt werden musste, wird die Learntec im nächsten Jahr in zwei Hallen stattfinden.

"Der deutliche Zuwachs an Kongressteilnehmern zeigt uns, dass wir genau die Themen ausgewählt haben, die die Branche bewegen", so Sünne Eichler  vom Kongresskomitee.

Großen Andrang gab es unter anderem bei der Life-Hacking Session, in der sich IT-Sicherheitsexperte Marco di Filippo den Internetaccount eines Siemens-Mitarbeiters hackte.

E-Learning-Guru Masie: Navigation durch Wissen immer wichtiger

Elliott Masie, E-Learning-Vordenker und Gründer des Masie Center in Saratoga Springs, USA, forderte, das "E" in E-Learning nicht allein auf die Technologie zu beziehen, sondern zum Beispiel mit "Effizienz" zu übersetzen. Lerner von heute müssten nicht mehr auswendig lernen, sondern sich durch all das Wissen navigieren, das ihnen im Internet zur Verfügung stünde. Dafür sei es wichtig, dass sie "fake news" von wahren Fakten unterscheiden könnten.

Elliott Masie: Der E-Learning-Guru aus den USA vertrat in seiner Keynote die Meinung, Lerner müssten sich heute vor allem durch Wissen navigieren. Bild: Elliott Masie

Ein festes Curriculum habe ausgedient, sagte Masie. Vielmehr sei eine Art "Amazon" der Weiterbildung angesagt, ein System, in dem der Lerner auf Basis seines Suchverhaltens Empfehlungen für Kurse und vertiefende Lernangebote erhalte. Kongress-Sessions

mit den Schwerpunkten wie Lernen im digitalen Wandel und Videolernen erfreuten sich so großer Nachfrage, dass die für maximal 150 Besucher ausgelegten Veranstaltungsräume nicht alle Interessenten fassen konnten. Damit zeige sich, dass die Learntec bunter werde, so Professor Dr. Peter A. Henning, und es nicht mehr ausschließlich um E-Learning-Technologie oder Anwenderberichte gehe. 

Die nächste Learntec findet vom 30. Januar bis 1. Februar 2018 in der Messe Karlsruhe statt. Mehr Informationen zur E-Learning-Messe finden Sie unter www.learntec.de.

Schlagworte zum Thema:  E-Learning, Lernen, Coaching, Digitalisierung, Blended Learning, Training

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