Selbstselektion im Elfenbeinturm?
Für Professor Ingo Weller ist es vor allem ein Problem der Selbstselektion. Bachelor-Studenten, die sich für einen Job im Personalbereich interessieren, haben tendenziell schlechtere Noten in Mathematik, weniger Interesse an einer Karriere im Konzern und legen Wert auf ein nettes soziales Klima, behauptete der Leiter des Instituts für Personalwirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität und setzte noch eins drauf: Bachelor-Studenten, die sich zwar eigentlich für den Finanzbereich interessieren, aber im Studium dann schlechte Noten schreiben, wechseln in den Personalbereich.
Bei der Publikumsabfrage gab es ein eindeutiges Ergebnis: 85 Prozent der Kongressteilnehmer stimmten dafür, dass Personalmanagement und Personalführung Bestandteil jedes wirtschaftswissenschaftlichen Studiums sein sollten. Nur 57 Prozent wollten mehr auf Personalmanagement spezialisierte Studiengänge. Bei der Zufriedenheit mit der Ausbildung lag die Hälfte bei 50 bis 70 Prozent.
Personal müsse nicht immer im Mittelpunkt eines Studiengangs stehen, forderte Professor Rüdiger Kabst, Lehrstuhlinhaber an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften an der Universität Paderborn. Er setze daher immer auch auf die Themen Innovation und Unternehmertum. Auch neue Kombinationen seien möglich. "Es muss nicht immer Personal und Psychologie oder Personal und Arbeitsrecht sein", so Kabst. Dann ziehe man auch andere Studenten an. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer dabei, dass Personalmanager deutlich mehr über das Geschäft wissen müssen – also mehr betriebswirtschaftliche Kenntnisse brauchen.
Verbesserungsbedarf gibt es offenbar noch beim Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis. Ein Rückgriff auf die Wissenschaft sei in der Praxis nicht vorhanden, zitierte Professor Heiko Weckmüller von der FOM Hochschule für Oekonomie & Mangement, eine DGFP-Studie. Das liege oftmals daran, dass die wissenschaftlichen Ausführungen für Praktiker schwer verständlich sind und der unmittelbare Nutzen nicht erkennbar sei. Das beste Thema, um den Nutzen darzustellen, sei vermutlich die Eignungsdiagnostik. Denn nur wer ein solides methodisches Grundwissen habe, könne auch die Qualität von eignungsdiagnostischen Verfahren richtig beurteilen, so Weckmüller. Die Kritik am Elfenbeinturm der Wissenschaft wies Professor Weller, der den von der DPF unterstützten Executive Master of Human Resource Management leitet, vehement zurück. Wenn sich die Wissenschaft nur nach den Wünschen der Praxis richte, wäre das manchmal ein Rückschritt.
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