Markt für berufliche Weiterbildung boomt
Der stetige Wandel in der Arbeitswelt erfordert von Unternehmen und Mitarbeitenden eine hohe Anpassungsfähigkeit. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen immer mehr Unternehmen auf lebenslanges Lernen. Die digitale Transformation und schnell wechselnde Marktbedingungen verstärken diesen Bedarf zusätzlich.
Lebenslanges Lernen als Schlüssel zum Erfolg
Vor diesem Hintergrund investieren Unternehmen verstärkt in Qualifizierungsmaßnahmen, um die Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden gezielt weiterzuentwickeln und interne Wissenslücken zu schließen. Besonders der Fachkräftemangel zwingt Unternehmen dazu, vorhandene Talente durch gezielte Weiterbildung zu fördern, anstatt neue Fachkräfte zu rekrutieren.
Die Lünendonk-Studie stellt fest, dass sich lebenslanges Lernen mittlerweile als strategisches Instrument etabliert hat, um Mitarbeitende auf die Anforderungen der Zukunft vorzubereiten und ihre Beschäftigungsfähigkeit langfristig zu sichern.
Digitalisierung und Künstliche Intelligenz als Innovationstreiber
Im Fokus stehen demnach technologische und gewerbliche Weiterbildungsinhalte, die den größten Umsatzanteil ausmachen. Besonders stark nachgefragt seien IT- und Tech-Seminare sowie Weiterbildungsprogramme zu Methodenkompetenzen. Die Studienergebnisse zeigen zudem, dass große Anbieter, die über ein breites Angebot verfügen, ebenso präsent sind wie kleinere Spezialisten, die sich auf Nischen fokussieren.
Nach wie vor verändert demnach die digitale Transformation den Weiterbildungsmarkt nachhaltig. Digitale Lernplattformen und Learning Experience Plattformen (LXP) gewinnen weiter an Bedeutung. 70 Prozent der Kunden legen Wert darauf, dass Weiterbildungen über ihre eigenen Plattformen abgebildet werden, 65 Prozent wünschen sich, dass die Weiterbildungsanbieter selbst Lernplattformen oder Learning Experience Services bereitstellen. Zwei Drittel der Weiterbildungsanbieter setzen bereits auf solche Plattformen, während 13 Prozent ihre Einführung planen und 22 Prozent sie derzeit nicht als relevant für sich ansehen.
Künstliche Intelligenz (KI) nimmt ebenfalls eine Schlüsselrolle ein. Ein Beispiel hierfür sind KI-gestützte Lernmodule, die Inhalte automatisch an den Lernfortschritt der Teilnehmenden anpassen. 91 Prozent der befragten Anbieter sehen KI demnach als Chance, Lerninhalte individueller und effizienter zu gestalten sowie Backoffice-Prozesse zu optimieren und die Wertschöpfung zu erhöhen. Für 47 Prozent ist das gleichzeitig eine Herausforderung. 57 Prozent der Weiterbildungsunternehmen nutzen KI bereits regelmäßig, am häufigsten genannt wurden demnach die Content-Erstellung und -Optimierung, die Seminarentwicklung, die Kundenkommunikation und das Marketing. Viele Unternehmen evaluieren derzeit noch den Mehrwert und ROI von KI-Anwendungen.
Weiteres Wachstum erwartet
Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Nachfrage nach beruflicher Weiterbildung und die Relevanz digitaler Weiterbildung weiter steigen werden. Dementsprechend bauen die Weiterbildungsanbieter, aber auch Unternehmen intern, ihre digitalen Angebote weiter aus und passen Lerninhalte an, um auf veränderte Bedarfe ihrer Kunden und Teilnehmenden besser eingehen zu können. 41 Prozent der Weiterbildungsanbieter gehen für den digitalen Ausbau Partnerschaften mit Technologieunternehmen ein. Noch nicht ausreichend ist demnach die Ausrichtung des Weiterbildungsangebots auf Future Skills, die zunehmend wichtiger werden, um Mitarbeitende für die Herausforderungen des digitalen Wandels fit zu machen. Auch bei der Unterstützung der Unternehmensleitungen für Lernen- und Personalentwicklung gibt es demnach Nachholbedarf.
Dennoch bleibt die wirtschaftliche Entwicklung eine Herausforderung. Unklare Konjunkturaussichten und geopolitische Unsicherheiten beeinflussen die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Die Mehrheit der Weiterbildungsanbieter blickt jedoch optimistisch in die Zukunft und erwartet ein durchschnittliches Umsatzplus von 5,6 bis 6,3 Prozent pro Jahr bis 2028.
In die Studie, die nach 15 Jahren Pause in ihrer 12. Auflage erschienen ist, wurden 35 Dienstleister einbezogen, die sich vor allem an Geschäfts- und Behördenkunden wenden.
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