Zukunft der KI: vom kleinen Helfer zur Superintelligenz?
Im Wissenschaftsjahr 2019 können sich interessierte Besucher auf verschiedenen Veranstaltungen über künstliche Intelligenz (KI) informieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung kooperiert dafür mit der Initiative Wissenschaft im Dialog, verschiedenen wissenschaftlichen Instituten und anderen Einrichtungen. Vergangene Woche wurde beispielsweise die Science Station am Münchner Hauptbahnhof eröffnet. Die Wanderausstellung erklärt unter anderem, wie KI Entscheidungen trifft und wird an verschiedenen öffentlichen Orten präsentiert, in München ist sie noch bis zum 3. Mai zu besuchen.
Können KI ein Selbstbewusstsein entwickeln?
Neben dem Wissenschaftsjahr gibt es auch weitere Projekte, die sich auf wissenschaftlicher Basis mit der Zukunft von künstlicher Intelligenz beschäftigen. Das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse des KIT (Karlsruher Institut für Technologie) führt eine Studie zur Frage nach der Bewusstseinsfähigkeit von künstlicher Intelligenz durch. Das Forschungsprojekt bringt verschiedene Disziplinen zusammen, um die Zukunft der künstlichen Intelligenz zu erörtern. Im Fokus steht dabei die Frage, ob eine „Superintelligenz“ tatsächlich in Aussicht steht und ob KI-Technologien ein Selbstbewusstsein entwickeln werden können.
Das zweijährige Projekt trägt den Titel „Abklärung des Verdachts aufsteigenden Bewusstseins in der Künstlichen Intelligen (KI-Bewusstsein)“ und wird von Professor Karsten Wendland geleitet. „Manche“, erläutert der Technikfolgenforscher, „halten es für ausgeschlossen, dass Maschinen, insbesondere KI-Systeme irgendwann einmal ‚bewusst‘ werden. Andere behaupten, bewusste KI-Systeme seien schon längst da und versteckten sich noch vor uns.“ Das Projektteam wird zunächst den Status quo der Debatten und Diskurse zum Thema KI-Bewusstsein analysieren und darauf aufbauend eine transdiziplinäre Auseinandersetzung mit dem Thema anregen. Die Ergebnisse sollen dann über verschiedene Formate fortlaufend präsentiert werden, um so das Allgemeinwissen zu künstlicher Intelligenz zu erweitern.
Auswirkungen von künstlicher Intelligenz auf Arbeitsprozesse
Mit den Folgen von künstlicher Intelligenz für Arbeits- und Lernprozesse beschäftigt sich das Forschungsprojekt NAWID. Ziel dieser Kooperation unter Leitung des Demographie Netzwerks e.V. ist es, künstliche Intelligenz zum Nutzen für den lernenden und arbeitenden Menschen in Zeiten des demografischen Wandels einzusetzen und somit gesundes Arbeiten und lebenslanges Lernen zu fördern. Dazu gehöre es unter anderem gefährliche und monotone Tätigkeiten abzunehmen, Beanspruchungen zu reduzieren und zukunftsweisende Weiterbildung zu ermöglichen. Dazu sollen KI-Anwendungen zunächst erprobt und im Dialog mit Arbeitnehmern und Arbeitgebern optimiert werden.
Darüber hinaus soll ein Think Tank kontinuierlich neue Entwicklungen einfließen lassen. So sollen Modelllösungen entwickelt werden, die künftig von vielen Unternehmen genutzt werden können. NAWID (kurz für „Nutzung KI-basierter Assistenz- und Wissensdienste in unternehmensspezfischen Bildungsräumen unter Berücksichtigung heterogener Wertewelten im demographischen Wandel.“) ist auf vier Jahre angelegt und wurde Anfang April erstmals vorgestellt.
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