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Warum viele Arbeitnehmer lieber pendeln

Staus nehmen Pendler in Kauf. Sie wollen nah an ihrem sozialen Umfeld leben.
Bild: Haufe Online Redaktion

Für den einen hat es finanzielle Gründe, der andere möchte nicht auf sein gewohntes soziales Umfeld verzichten. In Kauf nehmen immer mehr Arbeitnehmer dafür lange Anfahrtszeiten zum Arbeitsplatz, haben zwei neue Studien ermittelt.

Langes Pendeln gilt als belastend und ungesund. Stunden, die andere Arbeitnehmer zur Erholung nutzen, verbringen Pendler im Auto auf der Straße oder in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln. Warum das so ist, wollte jetzt das Immobilienportal immowelt.de wissen und hat eine repräsentative Studie unter 1.016 Personen zu den Gründen veröffentlicht.

Die sind demnach vor allem im persönlichen Umfeld zu suchen. 61 Prozent der Befragten gaben an, bislang nicht näher an die Arbeitsstelle gezogen zu sein, weil sie auf die Nähe zum eigenen sozialen Umfeld wie Familie und Freunde nicht verzichten wollen. Der Liebe wegen halten laut Umfrage 44 Prozent an ihrem alten Wohnort fest. Finanzielle Gründe wie die Nutzung eines Firmenwagens oder günstigeres Wohnen in ländlicher Umgebung oder bei den Eltern sind für 49 Prozent entscheidend. 38 Prozent gaben an, auf diese Weise eine räumliche Trennung zwischen Arbeit und Privatleben vollziehen zu wollen.

Während für die eine Hälfte der Befragten das Pendeln ganz selbstverständlich zum Berufsalltag gehört, belastet es die anderen. Unter denjenigen, die das Pendeln belastet, gaben 23 Prozent an, es gebe für sie keine Alternative, 27 Prozent nehmen die Belastungen in Kauf, weil die Vorteile überwiegten.

Pendelzeit liegt insgesamt bei mehr als zwei Jahren

Wie lange Berufstätige pendeln müssen, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen, hat das Jobportal Stepstone untersucht. Für die internationale Studie wurden 9.800 Arbeitnehmer in  Deutschland, Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und Schweden befragt. 16 Prozent der deutschen Arbeitnehmer nimmt demnach einen Weg zwischen einer und zwei Stunden in Kauf um zur Arbeit zu gelangen, fünf Prozent pendeln mehr als zwei Stunden pro Strecke.

Stepstone rechnet vor, dass auf diese Weise mindestens zehn Stunden Pendelzeit in der Woche oder  umgerechnet rund 450 Stunden (19 Tage)  im Jahr zustande kommen. Noch imposanter wird die auf das Pendeln verwendete Lebenszeit, wenn man von 40 Berufsjahren Pendelalltag ausgeht.  Dann summiere sich diese Zeit auf 760 Tage und damit mehr als zwei Jahre.

Haufe Online Redaktion

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