30.05.2017 | Urlaubsanspruch

Wer hat die meisten Urlaubstage in Deutschland?

Chillen am Pool: Die Mehrheit der Deutschen hat einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen im Jahr.
Bild: Pixabay

Der Urlaubsanspruch unterscheidet sich je nach Beruf und Branche. So haben Arbeitnehmer im Bankenwesen und in der Autoindustrie die meisten Urlaubstage. Wer die wenigsten Urlaubstage hat und wie Urlaubstage mit dem Gehalt zusammenhängen, zeigt eine Analyse von Compensation Partner.

Im Gesamtdurchschnitt haben Fach- und Führungskräfte insgesamt Anspruch auf rund 28 Urlaubstage. Auf jährlich 30 Tage Urlaub kommt über die Hälfte (53 Prozent) der Fach- und Führungskräfte. Über 30 Tage hinaus kommen nur vier Prozent laut der Untersuchung von Compensation Partner. Lediglich 24 Urlaubstage erhalten rund 16 Prozent der Fach- und Führungskräfte.

30 Urlaubstage in Banken, Autoindustrie, Maschinenbau und Chemiebranche

Ein Vergleich zwischen den Branchen zeigt: Die große Mehrheit (jeweils mehr als 80 Prozent) der Beschäftigten in Banken, in der Autoindustrie, im Maschinenbau und in der Chemiebranche erhält 30 Urlaubstage im Jahr. „Dass insbesondere Beschäftigte in den vergütungsstarken Branchen mehr Urlaubstage erhalten, ist kein Zufall. Viele Industrieunternehmen sind tariflich geregelt, wodurch die Anzahl der Urlaubstage im Vergleich zu außertariflichen Verträgen oft höher ist“, so Tim Böger, Geschäftsführer von Compensation Partner.

Nur 24 Urlaubstage für viele Beschäftigte in Hotels und Gaststätten

Weniger Freizeit gibt es dagegen im Hotel- und Gaststättengewerbe. Hier gibt es den höchsten Anteil an Beschäftigten (23 Prozent) mit nur 24 Urlaubstagen. Das ist bei einer Sechs-Tage-Woche das gesetzliche Minimum. In Call Centern haben 21 Prozent der Beschäftigten diese Minimalzahl an Urlaubstagen. In Zeitarbeitsfirmen  geht es so 19 Prozent der Beschäftigten, im E-Commerce sind es 16 Prozent und in der Werbebranche haben 15 Prozent der Beschäftigten nur 24 Urlaubstage.

Urlaubsanspruch und Gehaltshöhe korrelieren

Beschäftigte mit einem Einkommen unter 30.000 Euro jährlich haben einen durchschnittlichen Anspruch von 26 Urlaubstagen. Auf 28 freie Tage können sich Arbeitnehmer freuen, die bis zu 50.000 Euro im Jahr erhalten. Wer mehr verdient, erhält im Schnitt 29 Urlaubstage. „Beschäftigte mit höheren Gehältern haben in der Regel mehr Berufserfahrung und damit mehr Vertragsverhandlungen geführt, die sich im besten Fall positiv auf das Gehalt und die Anzahl an Urlaubstagen auswirken“, so Böger.

In Baden-Württemberg gibt es den meisten Urlaub

Auch der Arbeitsort spielt eine entscheidende Rolle: In Baden-Württemberg haben die Beschäftigten im Schnitt 28 Tage Urlaub. Fach- und Führungskräfte in den Regionen rund um Berlin, Leipzig und Dresden sowie der mecklenburgischen Küste verzeichnen die wenigsten Urlaubstage (26 Tage) .

Hintergrund:
Die Hamburger Vergütungsanalysten von Compensation Partner haben basierend auf 220.544 Arbeitsverhältnissen die Urlaubstage von Fach- und Führungskräften analysiert. Die Daten stammen aus den vergangenen zwölf Monaten.

 

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Schlagworte zum Thema:  Urlaub , Vergütung

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