Der Urlaubsanspruch unterscheidet sich je nach Branche und nach Bundesland. Die wenigsten Urlaubstage im Schnitt haben Arbeitnehmer in Sachsen. Wer die meisten Urlaubstage hat und wie die Urlaubstage mit der Unternehmensgröße zusammenhängen, zeigt eine Analyse von Compensation Partner.

Im Gesamtdurchschnitt haben deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Anspruch auf 28,9 Urlaubstage. Auch der Arbeitsort spielt dabei eine Rolle: Spitzenreiter ist Baden-Württemberg, dort haben Beschäftigte jährlich durchschnittlich 29,1 Tage Urlaub. Anders ist die Situation in den neuen Bundesländern. Beschäftigte in Brandenburg und Sachsen Anhalt haben jeweils nur Anspruch auf 27,7 Urlaubstage. Das Schlusslicht bildet Sachsen mit 27,5 Tagen, ergab eine Untersuchung von Compensation Partner. 

Mehr Urlaubstage und gesetzliche Feiertage im Süden

Neben den Urlaubstagen gibt es noch Freizeit durch die gesetzlichen Feiertage. Diese variieren ebenfalls nach Bundesland. So hat Bayern die meisten Feiertage: 13 Tage sind es im Jahr. Arbeitnehmer in Bayern kommen so insgesamt auf 41,8 freie Tage im Jahr und führen damit  die Tabelle an. Es folgen Baden-Württemberg mit 41,1 Tagen und das Saarland mit 40,4 Tagen. Auf den letzten drei Plätzen liegen Mecklenburg-Vorpommern mit 37,8, Brandenburg mit 37,7 und Berlin als Schlusslicht mit 36,8 Tagen. 

Rund 30 Urlaubstage in Einzelhandel, Verwaltung und Banken

Im Branchenvergleich schneidet der Einzelhandel mit durchschnittlich 30,3 Urlaubstagen am besten ab. Auf dem zweiten und dritten Rang befinden sich öffentliche Verwaltungen und das Bankenwesen mit jeweils durchschnittlich 29,8 freien Tagen. 

Ein Vergleich zwischen den Branchen zeigt auch: Der Anteil an Arbeitnehmern, die über 30 Tage Urlaub im Jahr haben, ist im Einzelhandel am höchsten. In dieser Branche sind es 21 Prozent, gefolgt vom Kulturwesen (15 Prozent), Krankenhäusern (13 Prozent) und sozialen Einrichtungen (zwölf Prozent). 

Wenig Urlaub in Callcentern, Hotels und Gaststätten und in der Werbebranche

Weniger Freizeit gibt es dagegen für Mitarbeiter in Callcentern, der Rechts-und Steuerbranche sowie der Werbebranche. Arbeitnehmer mit über 30 Tagen Urlaub muss man hier suchen. Den geringsten Anteil verzeichnen Call Center und die Kosmetikbranche mit jeweils unter einem Prozent. Auch die Rechts- und Steuerberatung sowie die Werbe- und PR-Branche bieten nur den wenigsten Beschäftigten 30 Tage Urlaub. Hier liegt der Anteil bei jeweils zwei Prozent.

Die wenigsten Urlaubstage im Durchschnitt haben Callcenter-Mitarbeiter mit 26,3 Tagen, dicht gefolgt von Beschäftigten im Hotel-und Gaststättengewerbe mit 26,7 und der PR-und Werbebranche mit 27 Urlaubstagen.

Urlaubsanspruch und Unternehmensgröße korrelieren

Die Analyse zeigt, dass die Größe des Unternehmens mit der Anzahl der Urlaubstage zusammenhängt. Je größer das Unternehmen ist, desto mehr Anspruch auf Urlaub erhalten die Beschäftigten. So liegt die Anzahl der Urlaubstage in Großunternehmen mit über 20.000 Mitarbeitern bei durchschnittlich 29,8 Tagen. Dagegen haben Mitarbeiter in kleinen Firmen mit bis zu fünf Mitarbeitern durchschnittlich nur 27,3 Urlaubstage. 

Ältere Beschäftigte haben mehr Urlaubstage 

Nicht nur die Unternehmensgröße steht in einem zusammenhang mit der Anzahl der Urlaubstage, auch das Alter der Beschäftigten spielt eine Rolle: Die Analyse zeigt, dass Ältere Arbeitnehmer im Durchschnitt mehr Urlaubstage haben. Junge Beschäftigte unter 20 Jahren kommen im Durchschnitt auf rund 28 Urlaubstage. Dagegen erhalten über 50 jährige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchschnittlich mehr als 29 freie Tage. 


Hintergrund:
Die Hamburger Vergütungsanalysten von Compensation Partner untersuchten 200.676 Angaben von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland hinsichtlich ihrer Urlaubstage. Die Daten stammen aus den vergangenen zwölf Monaten.


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Schlagworte zum Thema:  Urlaub, Vergütung